Sunday, 30 May 2021

Gewohnheiten ersetzen: nicht so Gutes mit Konstruktivem

In meinem Sprachkurs kam heute eine interessanten Phrase vor: 'Ich will dass du diese schlechte Gewohnheit verlierst'. Das hat mich zum denken gebracht.

Angenommen wir haben eine schlechte Angewohnheit die uns auf den Keks geht? Wie macht man das denn das sein zu lassen? Nur dadurch dass wir uns das sagen ist es noch lange nicht gemacht. Ich denke dass es nur funktioniert das Nervende nach Jottweedee zu verbannen wenn wir eine andere Gewohnheit an deren Stelle setzen.

Wenn es mir stinkt dass ich Umordnung um mich herum verbreite wie ein falsch programmiertes Füllhorn, dann kann ich das nicht lösen wenn ich mir nur die Instruktion gebe das nicht mehr zu machen. Das klappt einfach nicht. Die Lösung muss darin liegen anders anzupacken was ich tue durch das ich dieses Chaos auslöse. Es ist mein Ziel nicht mehr so viel aufräumen zu müssen und damit mehr Freude an meinem Wohnbereich zu haben. Angenehme Seiteneffekte sind dass ich mehr Zeit habe, nicht so arg von mir selber genervt bin, mehr Energie habe Sachen zu machen die mir tatsächlich Spass machen, und dann auch noch dass ich meine Sachen leichter wiederfinde!

Wenn das nicht ein überzeugender Rundumgewinn ist!

Das macht mich an, das will ich erreichen.

Ich habe Ideen wie ich umsichtiger agieren kann aber bevor ich zu praktischen Schritten vorpresche möchte ich kurz überlegen warum ich mache was ich mache.

Ich hab mich seit ein paar Monaten dabei ertappt dass ich Sachen wegstelle oder hinlege ohne genau hinzukucken. Dabei sind mir schon Gegenstände aneinandergestossen, und ich hab sogar eine Henkeltasse vom Tisch katapultiert weil mein Finger steckengeblieben war. Das nervt mich recht. Ich mach das wohl weil ich schon wieder an etwas anderes denke und damit tief beschäftigt bin. Ich will nicht viel Zeit investieren in das Weglegen aber doch genug um einen guten Job damit zu machen. 

Der Vorteil vom genau Hinkucken ist auch dass ich dadurch das Bild vor Augen habe wo der Gegenstand ist - das hilft ungemein beim Wiederfinden!  Wie oft ich zuletzt schon etwas an einem Platz gefunden habe an den ich mich absolut nicht erinnern konnte!  Man will fast an seinem Hirn zweifeln, aber ich glaube das kommt daher dass ich nicht wirklich hingeschaut hatte.

Ich bin mir auch bewusst dass ich Schwierigkeiten damit habe eine Aufgabe abzuschliessen. Ich meine damit zu beenden und so ziemlich alles daran gemacht zu haben. Eine prima Sache ist dabei auch das wieder wegzuräumen was ich rausgezogen hatte. Es geht mir so sehr auf die Nerven wenn ich Zeugs in der Gegend finde die ich vor einer Weile benützt hatte aber stehenliess. Sie sich selber überlassen habe, diese Sachen schnöde im Stich gelassen habe. Ist ja auch nicht nett seinen geschätzten Sachen gegenüber wenn man sie so schofel behandelt. Oder?

Das kommt vermutlich daher dass mir nicht immer bewusst ist wann ich ich die Aufgabe tatsächlich beendet habe. Ich denke oft dass ich z.B. die Schere gleich noch mal brauche oder das Öl für die Türscharniere und will das nicht in der Tiefe des Schranks versenken. Der Zeitpunkt an dem ich mit etwas abgeschlossen habe ist mir nicht wirklich klar. Ich bin vermutlich schon wieder beim übernächsten Ding! Oft werde ich auch von etwas abgelenkt das mich komplett davon abhält mein angefangenes Projekt durchzuführen. Dann muss ich die Nähmaschine wieder wegräumen und den Rock ungesäumt aufhängen - sobald mir klar wird dass ich das Beenden sein lassen muss. 

Aber ich muss sagen dass es mich am meisten irritiert wenn ich eine Tätigkeit über die Bühne bringen konnte, es aber nicht geschafft meine Umgebung wieder in denselben Zustand zu setzen wie er vorher war. Und damit trage ich zur allgemeinen Unordnung bei und ärgere mich...

Wie mache ich es mir bewusster zu sein wenn ich mit etwas fertig bin?  Bewusster leben vermutlich. Genauer hinkucken.  Mir tatsächlich überlegen: "So. War's das nun? Ist da noch was? Erkläre ich es jetzt als beendet?". Es ist ja durchaus okay etwas als getan anzusehen selbst wenn da noch irgendwas dran zu machen sein könnte sollte man sich ganz viel Zeit nehmen um sich das 150% zu überlegen. Aber das ist schon wieder dieses Perfekt sein Wollen, und zu der Überanstrengung will ich mich nicht hinreissen lassen. Mir ist es lieber ein Mensch zu sein der Sachen so hinkriegt dass sie zufriedenstellend sind. Mehr braucht zuviel Zeit und Energie. Und Lebensfreude auch.

Es ist eine wirklich gute Überlegung: mir nicht nur bewusst zu werden wenn etwas gemacht ist (das ist auch so passiv irgendwie, nicht?) sondern aktiv zu beschliessen dass etwas erledigt ist. A la Redewendung: "Punktum und Streusand drauf." Cooler Ausdruck!  Ich finde es prima weil die Entscheidung wirklich an mir liegt und ich damit eindeutig am Steuer sitze. Das gefällt mir, mit Betonung!

Was ich machen will wenn ich diese innere Unruhe habe in der ich von einem zu anderen hüpfe ohne mir Zeit zu nehmen eine einzelne Sache zu absolvieren, das weiss ich noch nicht genau. Ich hab noch nicht wirklich die Ideen oder Einsichten dazu. Darüber will ich noch weiter nachdenken. Ich bin ja auch nicht perfekt, heh-heh!

Saturday, 15 May 2021

Neuer Blogname! Hin, her und quirlig

Seit einer Weile ist mir das Wort 'quer' sehr gegen den Strich gegangen. An und für sich ist 'gegen den Strich gehen' eine gute Sache, aber eine mentale Assoziierung mit Querdenkern ist mir ein Graus. 

Also: neuer Name! 

Und quirlig ist auch irgendwie gut. Das gefällt mir sogar mehr und mehr je mehr ich darüber nachdenke. Es schlägt nicht 'bieder' oder 'abgestanden' vor sondern hat mehr zu tun mit stimulieren und in Bewegung sein zu tun. Das finde ich prima!

Die Querdenker wollen sich von anderen abheben, aber statt individuell zu sein normen sie sich. Ich möchte alles Mögliche durchdenken und vor allem aufgeschlossen bleiben - weil man nie auslernt. Das Leben ist hochinteressant und bietet so viele Lernmöglichkeiten dass es wirklich schade ist sich von Neuem abzukapseln weil man an gefasten Meinungen festhalten will. Das ist wie ein Anker der einen in flauem Wasser hält und davon abhält Neues zu sehen.

Der neue Name regt mich auch an wieder schreiben zu wollen. Die Freude am Schreiben habe ich vermisst. Mein grösstes Hindernis sind die Themen: über was möchte ich gerne schreiben?

Ich will aufmerksamer durch das Leben gehen und meine Augen offenhalten. Ich bin sicher ich werde allen möglichen Themen begegnen die in mir den Wunsch wecken was drüber sagen zu wollen. Es ist mir für eine lange Weile nicht eingefallen dass ich auf diesem Blog hier schreiben könnte, aber das lässt sich sehr leicht ändern! 

Ich schalte den Wunsch an in mir, und lasse ihn wirken. Das funktioniert bestimmt. 

Ich hab immer wieder das Bestreben im Internet nach etwas "Interessanten" suchen zu wollen. Es ist verflixt schwierig dieses Bestreben in Suchbegriffe umzuwandeln. Wie definiere ich 'interessant' und was für Themen sind das für mich?

Ich interessiere mich sehr für Zukunftorientiertes: wie die Welt von Morgen sein könnte, was dazu führt, welche interessanten Entwicklungen, Erfindungen und Einsichten zu guten Ergebnissen führen können. Ich bin z.B. an erneuerbarer Energie interessiert, überhaupt auch daran wie Energie gelagert werden kann damit sie jederzeit zu Verfügung gestellt werden kann wie Neuerungen an Batterietechnologie. Hochinteressant.

Das ist nicht das einzige Thema das mich interessiert, nur weiss ich nicht was es sonst noch sein könnte das ich verfolgen will. Also wiederum diesselbe Idee: Augen und Ohren offenhalten! Ich will offen sein alles Mögliche zu entdecken und Ideen bewusst zu werden die ich noch nicht weiter verfolgt habe.