Showing posts with label Lösungssuche. Show all posts
Showing posts with label Lösungssuche. Show all posts

Sunday, 30 May 2021

Gewohnheiten ersetzen: nicht so Gutes mit Konstruktivem

In meinem Sprachkurs kam heute eine interessanten Phrase vor: 'Ich will dass du diese schlechte Gewohnheit verlierst'. Das hat mich zum denken gebracht.

Angenommen wir haben eine schlechte Angewohnheit die uns auf den Keks geht? Wie macht man das denn das sein zu lassen? Nur dadurch dass wir uns das sagen ist es noch lange nicht gemacht. Ich denke dass es nur funktioniert das Nervende nach Jottweedee zu verbannen wenn wir eine andere Gewohnheit an deren Stelle setzen.

Wenn es mir stinkt dass ich Umordnung um mich herum verbreite wie ein falsch programmiertes Füllhorn, dann kann ich das nicht lösen wenn ich mir nur die Instruktion gebe das nicht mehr zu machen. Das klappt einfach nicht. Die Lösung muss darin liegen anders anzupacken was ich tue durch das ich dieses Chaos auslöse. Es ist mein Ziel nicht mehr so viel aufräumen zu müssen und damit mehr Freude an meinem Wohnbereich zu haben. Angenehme Seiteneffekte sind dass ich mehr Zeit habe, nicht so arg von mir selber genervt bin, mehr Energie habe Sachen zu machen die mir tatsächlich Spass machen, und dann auch noch dass ich meine Sachen leichter wiederfinde!

Wenn das nicht ein überzeugender Rundumgewinn ist!

Das macht mich an, das will ich erreichen.

Ich habe Ideen wie ich umsichtiger agieren kann aber bevor ich zu praktischen Schritten vorpresche möchte ich kurz überlegen warum ich mache was ich mache.

Ich hab mich seit ein paar Monaten dabei ertappt dass ich Sachen wegstelle oder hinlege ohne genau hinzukucken. Dabei sind mir schon Gegenstände aneinandergestossen, und ich hab sogar eine Henkeltasse vom Tisch katapultiert weil mein Finger steckengeblieben war. Das nervt mich recht. Ich mach das wohl weil ich schon wieder an etwas anderes denke und damit tief beschäftigt bin. Ich will nicht viel Zeit investieren in das Weglegen aber doch genug um einen guten Job damit zu machen. 

Der Vorteil vom genau Hinkucken ist auch dass ich dadurch das Bild vor Augen habe wo der Gegenstand ist - das hilft ungemein beim Wiederfinden!  Wie oft ich zuletzt schon etwas an einem Platz gefunden habe an den ich mich absolut nicht erinnern konnte!  Man will fast an seinem Hirn zweifeln, aber ich glaube das kommt daher dass ich nicht wirklich hingeschaut hatte.

Ich bin mir auch bewusst dass ich Schwierigkeiten damit habe eine Aufgabe abzuschliessen. Ich meine damit zu beenden und so ziemlich alles daran gemacht zu haben. Eine prima Sache ist dabei auch das wieder wegzuräumen was ich rausgezogen hatte. Es geht mir so sehr auf die Nerven wenn ich Zeugs in der Gegend finde die ich vor einer Weile benützt hatte aber stehenliess. Sie sich selber überlassen habe, diese Sachen schnöde im Stich gelassen habe. Ist ja auch nicht nett seinen geschätzten Sachen gegenüber wenn man sie so schofel behandelt. Oder?

Das kommt vermutlich daher dass mir nicht immer bewusst ist wann ich ich die Aufgabe tatsächlich beendet habe. Ich denke oft dass ich z.B. die Schere gleich noch mal brauche oder das Öl für die Türscharniere und will das nicht in der Tiefe des Schranks versenken. Der Zeitpunkt an dem ich mit etwas abgeschlossen habe ist mir nicht wirklich klar. Ich bin vermutlich schon wieder beim übernächsten Ding! Oft werde ich auch von etwas abgelenkt das mich komplett davon abhält mein angefangenes Projekt durchzuführen. Dann muss ich die Nähmaschine wieder wegräumen und den Rock ungesäumt aufhängen - sobald mir klar wird dass ich das Beenden sein lassen muss. 

Aber ich muss sagen dass es mich am meisten irritiert wenn ich eine Tätigkeit über die Bühne bringen konnte, es aber nicht geschafft meine Umgebung wieder in denselben Zustand zu setzen wie er vorher war. Und damit trage ich zur allgemeinen Unordnung bei und ärgere mich...

Wie mache ich es mir bewusster zu sein wenn ich mit etwas fertig bin?  Bewusster leben vermutlich. Genauer hinkucken.  Mir tatsächlich überlegen: "So. War's das nun? Ist da noch was? Erkläre ich es jetzt als beendet?". Es ist ja durchaus okay etwas als getan anzusehen selbst wenn da noch irgendwas dran zu machen sein könnte sollte man sich ganz viel Zeit nehmen um sich das 150% zu überlegen. Aber das ist schon wieder dieses Perfekt sein Wollen, und zu der Überanstrengung will ich mich nicht hinreissen lassen. Mir ist es lieber ein Mensch zu sein der Sachen so hinkriegt dass sie zufriedenstellend sind. Mehr braucht zuviel Zeit und Energie. Und Lebensfreude auch.

Es ist eine wirklich gute Überlegung: mir nicht nur bewusst zu werden wenn etwas gemacht ist (das ist auch so passiv irgendwie, nicht?) sondern aktiv zu beschliessen dass etwas erledigt ist. A la Redewendung: "Punktum und Streusand drauf." Cooler Ausdruck!  Ich finde es prima weil die Entscheidung wirklich an mir liegt und ich damit eindeutig am Steuer sitze. Das gefällt mir, mit Betonung!

Was ich machen will wenn ich diese innere Unruhe habe in der ich von einem zu anderen hüpfe ohne mir Zeit zu nehmen eine einzelne Sache zu absolvieren, das weiss ich noch nicht genau. Ich hab noch nicht wirklich die Ideen oder Einsichten dazu. Darüber will ich noch weiter nachdenken. Ich bin ja auch nicht perfekt, heh-heh!

Saturday, 5 January 2019

Gute Gewohnheiten

Embed from Getty Images

Was sind eigentlich gute Gewohnheiten?

Bei schlechten sind wir uns sicherer: das sind Sachen die wir immer wieder machen und die uns total auf den Geist gehen.

Gewohnheiten an sich sind Muster, Verhaltensmuster. Eine Art Routine bei der wir nicht lange überlegen müssen wie wir etwas machen, weil es sich eingefleischt hat.

Menschen mögen es nicht ständig von neuem anfangen zu müssen Erkenntisse zu gewinnen. Stell dir nur vor wir anstrengend es wäre an jedem Verkehrsschild stehen bleiben zu müssen um zu überlegen was es bedeutet. Warst du schon mal in einem fremden Land in dem etwas unter einem Verkehrsschild stand, das du erst lesen musstest und dann übersetzen, bis du es verstanden hast? Mühsam!

Wir versuchen in allem dem wir begegnen Muster zu finden, das passiert so unterschwelig dass es uns gar nicht bewusst ist.

Das passiert auch mit Verhaltensmustern. Wir wollen nicht erst denken müssen um zu Entscheidungen zu kommen wie wir was machen. Wir schätzen Shortcuts. Und die sind unsere Gewohnheiten.

Gewohnheiten ermöglichen es uns schneller zum handeln zu kommen, etwas zu machen ohne lange herumzufackeln.

Es gibt gute Gewohnheiten die uns wirklich helfen und nicht so gute die uns behindern und davon abhalten die Sachen zu machen die uns gut tun und die wir schätzen.

Wenn ich den Tag über daran denke etwas schreiben zu wollen, dann abends nach Hause komme und mich erstmal erschöpft ins Sofa fallen lasse... und prompt den ganzen Abend nicht vom Fernseher los komme. Das würde ich eine schlechte Gewohnheit nennen. Sie hat mich vom Schreiben abgehalten und das war über die lange Zeitspanne, in der mir das viel zu oft passierte, dann sehr entmutigend und sogar deprimierend.

Und das macht schlechte Gewohnheiten aus: wir sind mir ihrem Ergebnis recht unglücklich und wünschen uns das dieses Ding besser laufen würde.

Verzag nicht! Hilfe ist einen Satz weg!

Die wunderbare Sachen mit Gewohnheiten ist dass man sie bewusst formen kann.  Sobald man etwas zweimal wiederholt, da wird es schon zur Gewohnheit. Wenn das nicht eine effektive Methode ist!

Stell dir vor dass du jedesmal auf einem Bein hüpft wenn du in ein Zimmer gehts, und das drei mal. Ich bin ziemlich sicher dass du beim vierten Mal in ein Zimmer laufen dich danach fühlst wieder auf einem Bein zu hüpfen. Ich habe absolut keine Ahnung warum jemand auf einem Bein hüpfen wollte (aus Jux und Gaudi vermutlich), aber du verstehst was ich meine.

Eine Gewohnheit ist ein Mechanismus der einem das Leben erleichtert.  Was möchtest du gerne schneller und einfacher machen können?  Welches Problem möchtest du gerne lösen das durch eine eingefahrene Verhaltensweise ausgelöst wird?

Und wie schaut die Gewohnheit aus die an die Stelle der schlechten Gewohnheit treten kann?

Was möchtest du gerne wie machen?



Tuesday, 18 December 2018

Rausschieben

Rausschieben, tschja, das mache ich viel.  Wieso mache ich das?



Ich möchte gerne ein Oberteil nähen das mir wirklich gut passt - ein "Template Top", also eine 'Schablone' die ich dann dann immer wieder benützen kann. Das bedeutet den einmaligen Einsatz am Mühe, Arbeit und Zeit um dann Dutzende an Schnitten davon ableiten zu können.

Die Kunst am Nähen ist dass man aus einem zweidimensionalen Stoff mit entsprechenden Abnähern in eine dreidimensionales Dimensionen abändert. Und bei meinen individuellen Körpermaßen ist das keine leichte Sache. Es ist also leider mit viel Frustration verbunden.

Ich hab mehrere Versionen genäht die immer besser werden sollten. Dummerweise hatte ich zwischen den zwei letzten nicht genug geändern und ausversehen nochmal fast dasselbe genäht. Der Grund war dass ich dazwischen zuviel Zeit verfliessen lassen hatte und nicht mehr wusste welche Änderungen schon in der letzte Version eingebaut waren. Deswegen wurde es fast die gleiche.

Ein anderes Oberteil, nicht das Template Top

Danach ging mir dann total die Puste aus um weitere als diese fünf Varianten zu nähen. Jetzt ist es so an die 4-5 Jahre später und ich habe meinen Wunsch immer noch nicht erfüllt obwohl ich einiges mehr genäht hatte.  Ich gebe viel zu schnell wieder auf.  Bis zum nächsten Mal weiss ich nichts mehr und fange deswegen von vorne an.  Immer wieder dasselbe Spiel. Das geht mir unwahrscheinlich auf die Nerven.

Warum schiebe ich Sachen raus?  Warum lass ich mich so leicht von Schwierigkeiten entmutigen? Hab ich Angst vor Versagen (was es ja soweit schon ist)?  Ist es das?

Wäre ein Versagen wirklich so schrecklich?  Nein.

Ich kann sehr gut damit leben etwas nicht hinzubekommen. Das ist es also nicht denke ich. Und "versagen" kann ich es ja auch nennen was bis jetzt noch nicht geklappt hat mit diesem Teil: ich hab viel gelernt.  Ist es vielleicht einfacher mir zu sagen dass ich nicht wieder "dazu gekommen bin" statt dass ich's nicht hin bekommen habe?  Vermutlich.

Es ist ganz schön entmutigend mein Template Top nicht weiter voran gebracht zu haben.  Ich könnte Strategien entwickeln die es mir ermöglichen beim nächsten Mal zu wissen wie weit ich kam: ich könnte es mir aufschreiben.  Genug Notizbücher hab ich ja, die wären super geeignet. Ich hatte auch schon mal eins von Mama geschenkt angefangen - so als Quelle an Inspiration über Projekte die mir vorschweben. Eine der Blusen hatte ich dort schon beschrieben, das kann ich gut in 'Progress Reports' umwandeln.

Eine hiflreiche Strategie hatte ich schon entwickelt und benütze sie immer wieder: Sachen in Winzlingsschrittchen zu machen. Es ist erstaunlich wie sehr es hilft die Schere schon mal auf den Stoff zu legen den ich dann später ausschneiden will. Der Anblick des Teils macht es wirklich leichter sie dann auch in die Hand zu nehmen.


Ein anderer Gedanke: ich muss aktiv Sachen machen wenn ich was lernen will.  Ob ich nun "versage" und etwas nicht hinkriege oder ob was gut läuft, das ist egal. Ich kann nur davon lernen was ich mache.

Wenn ich nachdenke dann kann ich auf Möglichkeiten kommen die ich ausprobieren kann, aber ich lerne dabei noch nicht ob's dann auch funktioniert. Ich kann wirklich nur lernen ob etwas funktioniert wenn ich es mache. Die Logik ist unausweichlich.

Wie sehr habe ich Angst davor etwas zu lernen?  Keine.  Ich freue mich zu lernen. Das ist es also auch nicht.

Ich warte oft auf den Impuls aufzustehen und etwas praktisch zu machen. Wenn ich etwas ohne diesen Impuls mache dann fällt es mir einiges schwerer. Also bin ich nicht gut in Sachen Selbstdisziplin. Nicht gut darin meine Neigung meiner Absicht unterzujochen.

Darüber muss ich noch mal ein bisschen mehr nachdenken.

PS: Von 2D zu 3D ist nicht einfach - vielleicht geht es ja 'einfach' nur um Geduld?  Und wenn ich Winzlingsschritte plane, dann ist da auch klarerwiese einfacher Geduld für ein bisschen aufzubringen. Vielleicht ist das die Erkenntnis die ich suche?

Monday, 1 May 2017

So richtig schön ausbreiten...

Ich hatte einen Blogbetrag vorbereitet und noch nicht reingestellt, so was.  Hier ist er:


Also dieses Aufgeräumtsein hat doch echt was für sich: da ist doch glatt der Zimmerboden angenehm frei wenn ich mich mal wieder so richtig schön ausbreiten will!

Ich kann den Stoff für mein neuestes Nähprojekt auf dem Boden weit genug auslegen um die Box darauf abmessen zu können.



Ich möchte nämlich gerne, schon seit viiiiieeeelllll zu langer Zeit endlich den Karton auf dem mein Fernseher steht mit einer Stoffhülle versehen.  Ich hab im Moment einen Badestrand'schal' (wie heissen die Dinger denn? Ist das ein Sarong? Man wickelt es um sich rum wenn man einen Badeanzug anhat und am Strand etwas bedeckter sein will? Hm) - und ich hatte dann auch noch ein Stück Quiltstoff so irgendwie komisch drumrum genuschelt. Das hatte weder Hand noch Fuss.

Und ich hab doch so viel Stoff dass das eigentlich kein Problem sein sollte! Ä-hem, ja ja: "eigentlich"!  Das kennen wir doch. Pshaw!

Ich hab genug Platz in meinem jetzigen Zimmer dass ich mir auch einen richtigen TV Stand kaufen könnte, also so ein Schränkchen, aber ich hatte so eins schon mal und musste es bei einem Umzug loswerden und hab auch keine Videos mehr die da reingestellt werden könnten. Oder Sky Box oder sonst was. Es kann also auch gut einfach ein Karton sein.



Und diesen spezifischen Karton muss ich behalten weil er der Behälter für meinen Overlocker ist, die Nähmaschine mit der man schöne Säume macht. Den brauche ich.

Warum also nicht zwei Sachen vereinen so dass mir beides nützt?  Ich hab den Karton wenn der Overlocker mal wieder verstaut werden muss, und ich hab was auf das ich den Fernseher stellen kann ob der Overlocker nu drin ist oder auch nicht.  Ich werde mir einfach nur eine Hülle nähen die man über fünf der Seiten zieht, der Boden kann freibleiben.

Und ich brauche Stoff auf!!!  Ist das nicht absolut fantastisch?

Ich bin total begeistert von all diesen Elementen. Ist das gut.


Mein Kartonüberzug für den TV Stand der in seinem eigentlichen Leben der Karton für einen Overlocker ist.  Die weissen Styroporteile sind noch alle drin - der Überzug ist unten offen.  Ich glaube die ungesäumten Kanten hab ich einfach drunter gestopft.

So eine super Lösung gefällt mir total.

Ich könnte auch gut einen Behälter brauchen in dem ich Wollsachen vor Motten schützen kann, das wird eins meiner nächsten Projekte!

Sunday, 23 April 2017

Wofür?

Ich bin heute früh auf eine sehr gute Frage gekommen: wofür mache ich das eigentlich?  Was bringt es mir und was bekomme ich im Austausch?



Es geht mir wieder ums Aufräumen mit der Anmerkung dass ich es doch tatsächlich in den letzten zwei Monaten geschafft habe ALLE meiner Papiere zu sortieren, einzuscannen und abzulegen.  Ich bin sehr stolz auf mich!

Auf diese 'wozu' Frage bin ich über etwas anderes gekommen: das Abnehmen. Nicht relevant aber so lief mein Gedankengang eben.

Ich mache seit 90 Tagen (das sind doch glatt drei Monate, wow!) das Kalorienzählen.  Es funktioniert sehr gut*: ich hab nachhaltig drei Kilos abgenommen und mein App sagt mir dass es 4.5 waren.  Das passt gut: ein halbes Kilo hin oder her kann die Waage sein, und um ein Kilo oder so schwankt man ja oft, das geht rauf und runter wie ein Yoyo.  Aber als Trend hab ich auf jeden Fall drei Kilo abgenommen. Ich bin sehr glücklich darüber.

* Ein paar Tage geht es sehr gut, und dann ist wieder für ein paar Tage der Hund drin. Das ist so ein Auf und Ab! Aber im Moment läuft es okay.

Mir war so ein Mann vor'm inneren Auge der es nicht einsieht Salat zu essen weil es keine "Männersache" sei.  Also ein zweidimensionales Symbol und keine wirkliche Person.  Manchmal kann man Ideen an solchen Einbildungen ganz gut 'abmessen'. So zu sagen. Abwägen und einstufen.

Ich hatte herumsinniert was ich jemandem raten würde der gar nicht empfangsbereit ist bei dem Gedanken seine Essgewohnheiten langzeitig zu ändern und stocksauer reagiert dass er da auf lange Sicht weniger essen soll (oder Salat!).  Ich hab mir diesen Kerl dann so vorgestellt dass er einen Flunsch zieht und kriegerisch wissen will wofür es so was machen sollte.  Was kriegt er dabei heraus?  Was bringt es ihm?

Und das hat die Idee ausgelöst: was bekommen wir im Austausch dafür dass wir viel Arbeit in etwas stecken, uns viel Mühe geben, Zeit und Energie verwenden.  Da muss was dabei herauskommen weil sonst macht man nix mühevolles.  Asketen sind wir keine.

Wenn man sagen würde dass das Ergebnis beim Abnehmen das Abnehmen ist, also das 'funktionelle', dann erschliesst sich einem nicht um was es einem dabei geht.  Nur schnödes 'Abnehmen' wird einen nie motivieren.

Diese eigentlichen, tiefergehenden Ziele sind vermutlich von Mensch zu Mensch verschieden.

Sicher, ich kann nach dem Abnehmen leichter einem Bus hinter herrennen und ihn noch erwischen aber das wird mich nicht so doll motivieren wie zu wissen, zum Beispiel, dass dann meine selbergenähten Klamotten sicher besser über meine Kurven drapieren als wenn ich so gedrungen aussehe.  Es gibt mir mehr Selbstbewusstsein (was ich grad gut gebrauchen kann) und es gibt bestimmt noch andere Vorteile and die ich grad nicht denke.

Und beim Aufräumen eben finde ich Vorteile heraus die mir vorher gar nicht eingefallen sind.  Dass kein loses Papier mehr in irgendwelchen Kartons versteckt liegt, dass ich eine bessere Ahnung habe was wo ist, und was ich habe... das ist ein wunderbares Gefühl!

Ich fühle mich so als ob ich endlich das Saumzeug an das Zeugs lege und mit den Zügeln schnalzen kann, während vorher das Wirrwarr und die Unordnung die Zügel an mir angelegt hatte und mit der Peitsche knallte jedesmal wenn ich was brauchte und danach suchen musste.

Es fühlt sich leichter und befreiend an, ich kann jetzt besser atmen.

Und nun muss ich herausfinden 'wofür' ich das mache.  Das ist mir noch nicht alles eingefallen.

Ich möchte gerne das unordentlich Aussehen meines Zimmers gegen mehr Harmonie eintauschen. Ich will dass das Bild meines äusseren Bereichs mich nicht so verhuscht aussehen und fühlen lässt sondern mir stattdessen eine Erleichterung bringt.

Mit mehr Ordnung (und Harmonie) um mich herum hab ich mehr gedanklichen Platz und auch physischen Raum in dem ich meine Hobbies leichter und besser ausüben kann - ob das nun nähen, stricken und quilten ist, oder am Computer Blogposts zu tippen oder meine geschichtliche Forschung ausüben.  Grade für letztere ist es sehr wichtig zu wissen wo man Dokumente und anderes Ausgedrucktes hat. Sonst macht man es sich recht schwer.

Das was 'herumliegt' liegt da weil ich es doch glatt brauche, nicht ausversehen!  So kann ich leicher sehen was ich bald machen will oder muss.  Der Brief mit dem Arzttermin der hier immer noch lag hat heute endlich ausgelöst dass ich sah dass der Termin noch gar nicht im Kalender eingetragen war - ich dachte ich hätte schon.  Gut dass es erst am Dienstag ist!

Also hab ich bis jetzt drei Sachen entdeckt die ich gegen die Mühe des Aufräumens eintausche: Harmonie, Kontrolle und Übersicht.

Das sind wunderbare Sachen die ein prima Entgelt für meine Arbeit, Mühe und Zeit sind.

Ob es wohl auch eine direkte Auswirkung ist dass ich weiterhin Lust habe einen weiteren kleinen Bereich anzupacken?  Mein Auge fiel auf meine Nähschnittkollektion auf denen einiges draufliegt das ich da wirklich nicht dort lagert wollte...  Wer weiss was ich als nächstes anpacke und wann ich den Impuls dazu bekomme.  Aber ich hab jetzt eine viel bessere Idee warum ich das mache und was es mir nützt.

Ich hab das Gefühl dass das einen grossen Unterschied macht, und mir sehr viel bringt.  Ich bin gespannt was mir noch so einfällt das ich vom Aufräumen bekomme!

Hurra!

Tuesday, 21 March 2017

Also, dann mach ich es halt...

Ich bin grad irgendwie gnatschig drauf. Meine Hauptaufgabe (Jobsuche) läuft grad nicht so gut weil es sich nicht so anfühlt als ob bald was passiert, und dann war da auch noch das graue Wetter und eher Verhau in der Bude, und mit dem hat es was spezifisches auf sich...

Ich hab's doch glatt geschafft mir (viele) meiner Papierkramsachen zu schnappen, ins Esszimmer zu tragen und das ganze Zeug auf dem sehr grossen Esstisch auszubreiten.

Das hat super geklappt: ich konnte genug Stapel machen um noch zu wissen was wo lag und dann auch schon anfangen manches abzuheften: die ausgedruckten Strickanleitungen und Muster in den Ordner den ich auch mitgenommen hatte, so kleineres Zeug das ich noch weiter im Original haben will zum inspirieren, oder weil es eine Urkunde oder so was ist, die dann in andere Ordner die dafür gedacht sind.

Zum Teil hab ich auch Plastikhüllen und Abhefter und so was gefunden (also Bürobedarf) was ich zuerst auch gestapelt hatte, und dann super gut gebrauchen konnte.

Manche Rubriken blieben in Stapeln: die paar Lieferscheine von Onlinebestellungen die noch übrig waren weil ich andere schon eingescannt hatte, die hab ich dann auch recht schnell erledigt: was weg ist das ist weg und das kann mir dann nicht mehr auf den Geist gehn!

Und mir eben nicht aufs Gemüt schlagen, wie diese blöde Malaise die mich grad recht anödet.

Es blieb leider noch einiges liegen das ich nach zwei Tagen auf dem Esstisch (die Leute wollen so ein Teil ja für den eigentlichen Zweck benützen) dann mit in mein Zimmer schleppte und dort auf dem Boden ausgebreitet hatte - in der Annahme dass ich es dann schneller wegsortieren kann.

Ja Pustekuchen! Da lag es gut. {hüstel}

Dann hatte ich doch mal einen Ordner rausgezogen, anderes umgebeut, usw, und damit eher noch mehr Unordnung verursacht.  Ach ist das aber was von wäh!

Vorhin gerade hat es mir dann so gereicht dass ich mir die Papiere über irgendwas mit Rente geschnappt habe und sie halt doch grade einscanne - mit der Schwierigkeit dass manches einseitig und anderes doppelseitig ist.  Dann halt in Grüppchen und die paar leeren Seiten die werde ich los wenn ich wieder ein Programm habe dass das kann. Geht auch.

Das lustige (dämliche?) das mich davon abgehalten hat es zu machen?  Weil das Scannen so lange dauert. Ho-hum, ich kann ja die Zeit währenddessen benützen etwas zu machen das mir Spass macht?  Das geht doch, net wohr?  Also echt.

So was wie diesen Blogeintrag zu schreiben, das macht doch Spass!  Und ich hatte auch so einen netten Austausch in den Comments - ach ist das schön!  Da fühlt man sich mit diesem Zeugs nicht so alleine.

Aber was hab ich mich auch überwinden müssen dieses Pippifaxeinscannen zu machen!  Gott.

Und was nu diesen kleinen einseitig/doppelseitigen Stapel an Papieren angeht: fertig ist die Laube!  Ist echt super, baut mich total auf.

Friday, 10 February 2017

Ich forsche wieder: zurück zu einem alten Hobby

Ich hab so die Angewohnheit durch meine Hobbies und Interessen zu rangieren: mal das für eine Weile, dann wieder ein anderes Hobby, dann zurück zu einem Interesse dass mich for geraumer Zeit gefesselt hat.

Und hurra!

Ich bin wieder bei meinen Nachforschungen angelangt. Ich hatte drei Jahre reingesteckt zu versuchen über eine Mary Squire heraus mehr zu finden die im späten 18ten Jahrhundert Almshäuser in Walthamstow, Ost London (damals noch Essex) gegründet hat.

Ich hatte damals nicht die Kirchenbucheintragung ihrer Heirat finden können was das fehlende Dokument ist um ihren Mädchennamen zu erfahren.

Als letztes hatte ich das Testament ihres Mannes gefunden der 35 vor ihr gestorben war. Das hat mir dann die Pfarrei gegeben in der sie wohnten. Und das war was mir fehlte um zu wissen welche Heiratseintragung die richtige war!


Also hat's diesmal nicht viel bebraucht um es zu finden. Die Unterschriften waren nicht total gleich aber doch recht ähnlich. Deswegen hatte ich es auch verworfen dass das die richtigen Leute waren - jetzt weiss ich es weil der Pfarreiname es mir bestätigt.

Was für eine wunderbare Entdeckung: St Mary Walthamstow!
Und dann hab ich auch gleich noch (naja ein paar Tage später) die Taufe der Mary Barrow gefunden! Das war doch glatt, sage und schreibe, auch in Walthamstow!  Sie hatte doch tatsächlich selber eine  Verbindung und nicht nur über ihren verstorbenen Mann.  Das macht wirklich viel Sinn.

Ich hatte gestern abend eine halbe Stunde warten müssen um jemanden zu treffen und hatte meinen Kindle nicht mit dabei. Meinem Telefon ging der Saft aus also nix Lektüre oder sonst was zu tun haben. Das war langweilig. Also zog ich meinen Schreibblock raus den ich mit dabei hatte (ich war in der British Library recherchieren) und hab mir Notizen gemacht was ich noch also nachschauen, erforschen und herausfinden kann.

Da kam einiges zusammen (ich hab manches davon schon nur muss meine alten Notizen durchforschen um zu sehen was ich habe). Dann kann ich sehr bald damit anfangen alles nieder zu schreiben. Ich will es nicht als gesammeltes Werk machen weil ich nie fertig werden würde. Aber als Blog: das ist genau das richtige Format.

Ich werde mit dem Hause und der Plakette anfangen die mich damals drauf gebracht hat mehr über dieses Gebäude wissen zu wollen und als als "drei Monate" Projekt herzunehmen (Ha, als ob!). Das wird ein guter Anfang.

Dann kann ich über alle möglichen Themen schreiben über die ich was weiss. Und darauf freue ich mich total!

Hier ist the Blog Adresse:
http://localhistorylondon.blogspot.co.uk/ 
 

Friday, 16 December 2016

Zeit im Griff



Ich hatte früher oft Schwierigkeiten pünktlich zu sein. Ob zum Freunde treffen (was wirklich schönes auf das ich mich freue) oder um rechtzeitig in der Arbeit zu sein (oft nicht sehr mit Freude verbunden).

Ich hab auch immer wieder verschlafen und fand meine Unzuverlässlichkeit wirklich grausig.  Ich musste mir eingestehen dass ich deswegen oft spät zum Arbeitstagsanfang war weil ich eine Riesenresentiment geschoben hatte weil ich dort sein muss und es nicht eingesehen habe Zeit vorher damit zu verschwenden "zu früh" dran zu sein.

Den richtigen oder noch schlimmer sogar: den perfekten Zeitpunkt erwischen zu wollen ist aber ganz schön schwierig und unwahrscheinlich stressig. Das hab ich mir inzwischen abgeschminkt. Lieber etwas früher dran sein und sich keinen Stress machen müssen. Das ist mir viel mehr wert.

Eine gute Arbeit / Freizeit Balance zu haben ist mir sehr wichtig, das ist das grössere, übergeordnete Ziel. Zuviel arbeiten dankt mir niemand und meine eigene Zeit ist mir wichtig.

Aber warum war ich auch oft spät dran wenn ich mich mit Freunden treffe? Das ist ein Riesenwiderspruch. Ich hatte für lange Zeit nicht verstanden dass ich einfach kein gutes Gefühl entwickelt hatte Zeit gut einschätzen zu können.

Das Zeitalter der Telefone die Erinnerungen piepsen lassen, ist mir absolut willkommen!  Das ist eine grosse Hilfe.

Dann benütze ich auch gerne die Internetseiten die einem sagen wie lange man von Punkt A bis Punkt B braucht. Das konnte ich auch nie gut einschätzen. Diese Info schätze ich auch sehr.

Dann schau ich mir auch oft Google Street View an bevor ich wo hinfahre wo ich noch nie vorher war: er ist sehr hilfreich zu wissen wie das Gebäude und dessen Umgebung aussieht bevor man hinfährt.

Was hab ich aber früher auch viel Zeit vergeudet mit Sachen die ich entweder nicht in Betracht gezogen hatte (wie ein Haus erkennen können) oder Strecken und öffentliche Transport Zeiten zu unterschätzen. Das geht heute viel leichter.

Mir ist im letzten Jahr zweimal was peinliches passiert: einmal habe ich es total verpasst mich mit einer Freundin zu treffen weil mein Telefon eine falsche Zeit auf dem gesperrtem Bildschirm zeigte, während the Systemzeit die winzig klein in der oberen rechten Ecke ist schon die richtige Zeit zeigte, ich war aber bis dahin nicht draufgekommen dass diese zwei Zeiten nicht immer gleich sind. Sobald ich mein Telefon 'aufwecke' und den Sperrbildschirm wemache, dann ist die grossangezeigte Zeit in der Mitte des Bildschirms richtig. Aber davor nicht. Guter Gott, ich hatte keine Ahnung.

Und dann hab ich mich noch mit einer Freundin getroffen bevor ich einen Arzttermin hatte. Ich wusste genau wann ich von dort losmusste damit ich rechtzeitig zur Praxis komme. Was hab ich geschafft zu machen? Ich hab doch glatt die Zeit auf meinem Telefon falsch abgelesen: statt zu sehen dass es zehr vor zwei Uhr war, dachte ich es sei eine Stunde später. Ich muss irgendwie diese Zahl falsch interpretiert haben.

Mit dem Ergebnis dass ich voller Panik losgesaust bin, auch gottseidank gut durchkam (wenn es wirklich schon eine Stunde später gewesen wäre dann wäre ich zu spät dran gewesen wenn ich denselben Weg wie auf dem Hinweg genommen hätte. Mit zweimal umsteigen auf einer anderen Strecke ging es dann schneller) - und ich stand in der Arztpraxis und wollte auf deren elektronischem Monitor einschecken und hab absolut nicht kappiert warum mir das System sagte dass ich eine 'frühe Ankunft' sei und erst 30 Minuten vor meinem Termin einchecken kann, und nicht jetzt schon.

Das hat mich so sehr verwirrt dass ich erstmal aufs Klo bin (ich hatte ja noch ein paar Minuten Zeit, dachte ich) und es dann wieder versucht hatte. Mit dem gleichen Ergebnis!  Was stand ich da dort als ob mir jemand aufs Hirn gehauen hätte. Ich hab das einfach nicht verstanden.

Dann hab ich auf die Uhr in der Arztpraxis geschaut und DANN erst gemerkt dass es eine Stunde früher war als ich dachte. Und das alles obwohl ich die Zeit auf meiner Uhr (also meinem Telefon) sehen konnte aber weiterhin falsch interpretiert hatte!

Ich war ganz schön sauer auf mich dass ich mich selber um eine Stunde mit meiner guten Freundin gebracht habe. Ich werde mich besser nicht wieder vor einem Arzttermin mit jemandem treffen, ausser es ist in der Nähe, dann panicke ich nicht so leicht.

Also so was.

Fazit: ich finde es schwierig Zeit einzuschätzen und kann meine Hilfemittel gut gebrauchen. Dann muss ich mich noch hüten vor Fehlern - manche kann ich vermeiden sobald ich weiss wie sie passieren, andere kann ich nur verhindern wenn ich jemanden bitte mir zu helfen: ich hätte meiner Freundin klipp und klar sagen sollen um welche Uhrzeit ich los muss damit sie mich bremsen kann wenn ich auf einmal alles durcheinander werfe und mich um eine Stunde verschätze. Ich hoffe sie hat es mir verziehen.

Eins weiss ich: ich will nicht diejenige sein die immer wieder zu spät kommt (oder zu früh geht!) - ich will gerne verlässlich sein. Mein Benehmen kann ich verändern, grad wenn ich gut übe, aber meine Persönlichkeit und Temperament nicht. Es ist eine gute Sache den Unterschied zwischen beiden erkennen zu können.

Wednesday, 14 December 2016

Mehr Harmonie: es klappt! Es klappt!

Hach, ist das toll: ich mache Winzlingsschrittchen die zu mehr Harmonie in meinem Lebensbereich führen. Ist das schön!


Weil Aufräumen so oft diese Riesenanstrengung ist, verleidet mir das es öfter zu machen. Ich muss dann wenn Besuch kommt, weil ich mich sonst schäme wie es bei mir aussieht.

Das wurde mir neulich wieder sehr bewusst als ein Mitbewohner mein Zimmer mit kritischem Blick betrachtete. Das hat sich gar nicht doll angefühlt, vor allem als ich mir vorgestellt hatte wie ich das selber mit den Augen eines anderen sehen würde (man ist sich selber gegenüber ja am kritischsten). Also nach Harmonie schaut es hier nicht wirklich aus.

Wie geht es sonst - wenn nicht als Kraftakt der Riesenaufräumerei?

Winzlingsschrittchen!

Und nu klappt es viel, viel besser!  Mir fällt immer wieder so eine Kleinigkeit auf die nicht dahin gehört wo sie gerade rumpflätzt und sich den Lenz des Lebens macht - sehr oft weiss ich sogar wo das stattt dessen hingehört und viel besser aufgehoben ist. Und wenn ich gar nicht weiss wohin mit dem störenden Teil: dann überlege ich mir wo ich es suchen würde wenn ich es das nächste Mal brauche - dann ist es oft sehr schnell klar wo es hin soll.

Ich kucke mich inzwischen auch immer wieder um um wahrzunehmen was mir sonst entgeht: was eben an kleinen Sachen rumliegt oder welche Ecken und Fleckchen vernachlässigt aussehen (es gibt noch einige davon, den Perfektionismus will ich mir abschminken - also gut so), und dann geh ich hin und trage es dahin weg wo es am Platz ist. Oder räum auch mal ein Fleckchen frei, wische, und verstau meine Besitztümmer wieder. Da kann auch mal was woanders hin. Hurra!

Dieses Übersehen war mir schon lange bewusst, aber wie lösen hatte sich mir nicht eröffnet. Deswegen ist es super prima und wunderbar aufbauend zu sehen dass mir diese Kleinigkeiten im Moment immer wieder auffallen.

Selbst wenn es nur ein Packen Tempos ist, oder ein paar Strickmarkierer - wenn ich es sehe und wahrnehme dann kann ich es an seinen Platz tragen. Und was da zum Teil mitten im Weg rumliegt ohne dass ich es sehe! Eiderdaus, es ist erstaunlich.

Ich hab gerade ein Knäul Wolle unterm Computermonitor 'gefunden' mit dem ich zuletzt gestrickt hatte. Das ist jetzt im selben Beutel mit der anderen Wolle für das selbe Projekt. Als ob man blind wäre?

Es ist das immer wieder anpacken das einen Unterschied macht. Was für eine Erleichterung das zu erleben! Das baut mich total auf. Ich hoffe das hält lange an. Ich will dem Perfektionismus vorbeugen, der ist ein Hindernis und wirkt damit genau in die falsche Richtung: hemmend.

Inzwischen schaut es schon viel besser aus bei mir - und es bleibt auch länger so als früher.  Die Ecken und Plätze die noch nicht salonfähig sind und die ich leicht übersehe, an die will ich mich peu a peu machen. Nur ja nicht wieder einen Kraftakt: nach denen ist viel zu lange Sendepause.

Ich hab auch Behälter von denen ich mir erhoffte dass in ihnen das Zeug gut aufgehoben ist, - aber die quellen oft über und haben sich so wie ich sie benütze noch nicht bewährt. Es ist halt auch ein Fleck an den ich näher hinkucken werde wenn er dran kommt: ich lege zu leicht Sachen obendrauf: auf den Tisch, oben auf den Drucker oder sonstwo ohne diesen Ramsch gleich wegräumen zu können: Wäsche, Bettwäsche, Papiere, Broschüren, "Abgestelltes"... ich weiss gar nicht was sich sonst noch so ansammelt.

Das kann ich noch nicht sein lassen, das passiert mir immer wieder. Da mache ich wohl einen Schritt und nicht den weiteren: die Sachen weiterbefördern bis sie am richtigen Platz sind. Mal sehen was da noch so dran ist.

Eine andere Sache die schon geholfen hat; ich hab einen schönen Beutel genäht für ein Paar Wildlederschuhe die ich nicht oft anziehe. Sie sind sehr hoch. Der hübsche Beutel schaut wie schmückende Innenausstattung aus, der kann bleiben. Die Idee will ich auf anderes auch anwenden.


Meine angefangenen Nähprojekte landen oft weiss der Teufel wo: unter dem Nähtisch, am Haken der Tür, neben einer Kommode, auf einer anderen Kommode und auch noch im Kleiderschrank. Ich möchte gerne einen schliessbaren Plastikbehälter (in denen grad meine Stoffe sind) dazu umfunktionieren in einem davon meine Nähprojekte aufzubewahren: an einem Ort (und die hängenden Sachen weiter rechts im Kleiderschrank. Also zwei Orte. Okay). Ich bin total scharf darauf soviel Stoffe wie nur möglich aufzubrauchen und hab das Gefühl dass ich mich von anderen trennen werden muss weil mir der ganze Haufen Stoff über den Kopf wächst. Und ich hab oft nicht genau den Art an Stoff (Dicke, Gewicht, Webart, Elastizität, Farbe, Muster usw) wie ich ihn brauche um ein neues Projet daraus zu nähen. Mist.

Ich hatte in den letzten zwei Wochen 3-4 Sachen genäht, darüber bin ich sehr happy.

PS: diese Schuhe die kleine Schritte symbolisieren sollen die hab ich seit letzter Woche nicht mehr: ich hatte das nagende Gefühl dass mit ihnen etwas nicht mehr stimmte und dass ich nur noch nicht entschieden hatte sie wegzuwerfen (warum? Häh?). Also bin ich kurz reingeschlüpft: ein Absatz hat sich an der Sohle gebogen hat und dann konnte ich sie kurzerhand in den Abfall befördert. Was für eine Erleichterung!

Friday, 15 July 2016

Gutes kann auch mal zuviel sein


Ich hatte so ein nettes Ereignis: ich hab doch glatt eine ganze Box an Gemüse und Obst gewonnen! In meiner Arbeit hatten wir Wellness Woche – und eine der Herauforderungen war für die fünf Tage vier Gläser Wasser am Tag zu trinken.

Hab ich auch glatt gemacht.  Ich hab brav meine Zeiten aufgeschrieben  und auch wirklich all das Wasser getrunken.  Gut getan hat’s mir auch noch. Obwohl ich die ersten zwei Tage nur noch aufs Klo gerannt bin. Der Trick liegt glaube ich darin dann so wenig heisse Getränke oder Orangensaft wie möglich zu trinken, dann geht’s mit dem Wasserspiegel im Körper etwas besser.

Ich hatte auch sogar gehofft dass ich etwas an dem versprochenen Gemüse gewinne.  Irgendwer muss es ja werden, nicht wahr?  Und ich war dann freudig überrascht eine von so 6-7 Leuten zu sein die jeweils eine Box gewonnen hatten.

Die Sache war dann nur: wie das Ding nachhause bekommen, grad weil ich an dem Abend wegging (im Restaurant wollte ich nicht einen Riesenkarton an Gemüse bringen, wie hätte das denn ausgesehen aber am meisten ging’s mir ums rumschleppen), und dann war auch schon Wochenende. Ich hab sogar noch was von den schönen Gaben in den Kühlschrank in der Firma gestopft.

Dann ab Montag habe ich die Sachen über zwei Tage hinweg heim transportiert. Soviel ich halt tragen konnte. Und hab’s dann auch gottseidank alles in den Kühlschrank zuhause, wenn auch nicht alles ins Gemüsefach gepasst hatte.  Der Riesenstrauch Karotten kam so in den Schrank.

Tschjah... und da lag das Zeug dann.  Mit dem Kohl hatte ich sogar eine Idee: ich könnte in kleinschnippeln, in ein bisschen Wasser garen und dann noch Bröckchen an Schafskäse mitreinschmeissen.

Nur hab ich das vielleicht bald gemacht?  Nein, natürlich nicht.

Und das hat mich total bestürzt, traurig gemacht, niedergeschmettert und geradezu deprimiert. Warum mach ich sowas? Ich hab das Zeug zuhause und dann warte ich nur drauf bis es vergammelt damit ich es endlich wieder wegschmeissen kann ohne was damit gemacht zu haben? Das ist doch kriminell oder!  Furchtbar.

Das ist mir sogar peinlich. Also alles ziemlich negative Gefühle. Und dabei möchte ich doch so gerne Gemüse essen! Das Obst das mit dabei war (Äpfel und eine schöne Mango) hab ich auch gleich gemampft, und gut geschmeckt hat’s!  Aber das Gemüse...

Ich weiss schon dass ich totales Widerstreben gegen die ganze Arbeit habe die damit verbunden ist: die Sachen müssen erst geputzt werden, und geschält, dann irgendwie klein gemacht werden: hacken oder reiben oder weiss der Teufel was. Frag mich nicht. Ich hab da nicht die Idee.

Und noch niederschmetternder ist das Wissen dass man sich mit sowas abplagt wie nochmal was, es dann in Null Komma Nix an Zeit weg isst (wenn es überhaupt essbar ist) und dann muss man hoffen dass es auch nach irgendwas schmeckt.  Ich hatte mir neulich eine Süsskartoffel gekocht, die esse ich gerne – aber ich habe nichts gefunden das ich damit hätte kombinieren können. Ich hatte ich kein anderes Gemüse da.  Der Schafskäse den ich versucht habe, der war’s nicht. Das hat etwas eklig geschmeckt. Andere Marinaden und sonst was waren noch schlimmer. Dann hab ich halt den Rest so runtergewürgt, leider war der dann schon kalt weil ich solange rumprobiert hatte eine gute Kombination mit irgendwas zu finden. Also einen Erfolg kann man das wirklich nicht nennen.

Den Kohl hab ich dann grade noch gerettet: die äusseren Blätter waren total hinüber, manche weiter innen mussten viel vom oberen Rand getrennt werden, aber die allerinnersten, die waren prima. Die Menge war dann sogar perfekt für mich als Einzelperson. Ich hab das dann auch wirklich klein geschnippselt, heissgemacht in einem grossen Topf mit etwas Wasser und dann Schafskäse mit dazu. Leider hatte ich ausnahmsweise mal einen anderen Feta gekauft, der war nicht so schön krümlig sonderen eher so etwas glitschig und ist dann auch nicht so schnell im heissen Gemüse geschmolzen. Schade. Ich werd in Zukunft wieder ‘meinen‘ Käse kaufen.

Mit dieser Box an Gemüse ist mir eines klargeworden: ich fühle mich total überfordert mit so Gemüse umzugehen. Ich weiss nicht zu was so Sachen passen (eine Aubergine war auch drin. Ich glaub die mag ich sowieso nicht, aber ich hätte sie halt meinen Hausgenossen anbieten sollen), noch hab ich die leistete Ahnung wie man sie dann zubereitet.

Zum Rezeptesuchen und kopieren oder runterladen hab ich’s auch nicht gebracht. Dazu hätte ich mich zu schlapp gefühlt wenn ich dran gedacht hätte. Hab ich aber nicht mal. Das war einfach alles zuviel. Ich konnte damit nicht umgehen. Und bei dem Gedanken kommen mir sogar fast die Tränen (also, so was blödes aber auch) weil ich mich dabei recht schlecht fühle. Vollkommen gutes Gemüse wegzuschmeissen nur weil man sich dem ganzen nicht gewachsen fühlt, das ist doch furchtbar, oder?

Was ich gelernt habe ist dass ich mich nicht drauf verlassen kann dass ich dann schon Lust bekomme mich aus meiner Gewohnheitsmulde rauszuwuchten und mich in die ungewohnt/angsteinflössenden Bereiche zu wagen. Das haut nicht hin.  Zuviel Gemüse das auch nicht zusammenpasst, das macht mir zuviel Kopfschmerzen.  Das nächste Mal wenn es ans Gemüse zubereiten geht, da recherchiere ich zuerst mit einer Idee nach was mir zumute ist (also keine Aubergine), schaue was ich mir zutraue – und dann gehe ich einkaufen. Gezielt, mit Plan. Das klingt doch machbar, oder?

Und wenn sich das ganze dann etwas besser anfühlt, dann krieg ich vielleicht auch mehr Lust drauf Gemüse zu kochen, und vielleicht schmeckt’s ja sogar auch noch?

Leicht zuzubereitende Gemüse“rezepte“ sind sehr willkommen. Sie müssen aber wirklich sehr leicht zu machen sein. Mit wenig Zutaten und nicht zuviel Zeit die es braucht. Und dann halt was das man auch ohne anderes dazu essen kann, weil noch mehr Zeug zubereiten müssen, das geht bei mir gar nicht. Das ist nicht drin. Ich kann die schönsten, komplizierten Strickmuster nachstricken, oder auch selber zusammenstellen, aber das Kochen ist total nicht meine Stärke.  Ich hab mehr vergessen als ich jemals wusste.
 
PS Ich hab Rezepte in Anführungszeichen gepackt weil ich fürs Zubereiten auch den persönlichen Touch brauche: wenn’s schon die Rezeptesprache ist, da schalte ich ab, das fühlt sich alles zu kompliziert an.

Wenigstens hat mein Kohl mit Feta geschmeckt, das war eine wirklich nette Überraschung. Da hab ich sogar mal was hingebracht. Hurra!

Thursday, 24 March 2016

Harmonie ist schöner!


Na so was, diesen Post hier wollte ich schon vor den vier oder so vorigen reinstellen und hab es wohl nicht als beendet betrachet, oder so? Keine Ahnung. Mit Verspätung aber trotzdem:


Diese Woche hatte ich mit einer Freundin gesprochen die ich sehr darüber bewundere dass sie zu einer Therapeutin gegangen ist um einiges durchzusprechen.
Sie hat mir nicht viel darüber gesagt was so im argen lag bei ihr aber sie erzählte einer dritten Freundin was auslöste dass sie hin ging: sie fühlt sich von einigem in ihrem Leben überwältigt und vielleicht auch etwas bedrängt.

Sie hat dann die Therapeutin nicht als solche, in dieser Rolle eben, gesehen sondern nannte sie immer 'die Frau mit der sie Zeugs besprechen geht'. Das hat ihr glaube ich gut getan, dass es sich auch nicht so bierernst angefühlt hat.
Daraus hat sich dann am Ende herausgeschält dass meine Bekannte gerne Hilfe damit hätte dass sie so sehr viel zuhause ansammelt und es nicht den Kram und Gruscht wieder loszuwerden.

Die Therapeutin hat ihr dann Gruppen empfohlen und nun geht sie zu einer dieser Gesprächsrunden. Es war sehr interessant mit ihr darüber zu reden was da bei vielen los ist dass sie zum "Messi" werden. Es sind oft Krisen die das auslösen, es geht um emotionelles das in einem angesprochen ist und das man nicht leicht von alleine lösen kann. Oft ist das Festhalten an diesem ganzen Kram ein Versuch Kontrolle zu behalten oder zu erlangen (und darin liegt die Ironie: genau die Kontrolle verliert man wenn man zuviel Zeug um noch den Überblick zu behalten. Ertrinken in Gerümpel hat nun absolut nichts mehr mit Kontrolle zu tun). Manchmal sind es Erinnerungen an glückliche und gute Zeiten die man versucht festzuhalten... Da ist so einiges los.

Ich hab oft gefunden dass ich soviel Zeug herumstehen und liegen habe weil ich jeden freien Raum so sah dass da nun Platz ist um was reinzuquetschen. Und dann ist es ja auch kein Wunder dass ich nichts losgeworden bin, weil damit diese komische Sache freiwurde: leerer Platz!

Inzwischen finde ich dass leerer Platz einen sehr wichtigen Zweck hat: der Platz um ein Objekt herum hebt den Wert des Objekt weil wir es besser sehen können, dass es dort glänzen kann.
Das Widersinnige ist ja auch dass um so mehr man an Zeug loswird, um so mehr schätzt man die Sachen die übrig bleiben.

Und das schaut dann auch so schön harmonisch aus! Platz und weniger Sachen.



Der andere Grund warum ich über dieses Thema (schon) wieder reden wollte ist mein Stash, beides an Wolle und an Stoffen. 'Stash' is das schön kurze englische Wort für eine Anhäufung an Zeugs aus dem man schöpfen will wie einem Schatz, - und wenn es der übermässige Stash geworden ist, dann fühlt sich das schon nicht mehr als eine Sammlung an, aber dann zu einem Übermass an Sachen gewachsen ist mit dem man nicht mehr so wirklich zurecht kommt. Stash is allerdings einfach nur die Ansammlung selber, und das übermässig Angehäufte und dann der Stash der ins uferlose angewachsen ist.

So 'n Ding.

Ich habe Schwierigkeiten mit der Unzahl an Wolle und Stoffen die ich besitze. Ich dachte schon dass ich das alles mehr in Griff bekommen hätte (schön wär's), aber leider hab ich seither nochmal einige Behälter gefunden in der NOCH mehr von dem Zeug drin ist!
Ich glaube nicht dass ich das alles jemals aufbrauchen können werde, und noch trauriger ist dass ich es nicht vor mir selber verantworten kann mir etwas neues an Stoff oder Wolle kaufen, schnief! Ich mache das trotzdem und das Gefühl NOCH mehr in mein Zuhause zu stopfen ist gar nicht gut. Das fühlt sich sogar recht mies an.

Ich bin schon einiges losgeworden wenn mir bewusst wurde dass ich diesen Stoff oder dieses Garn nie verwenden werde weil er mir doch nicht gut genug gefällt, oder was ich sonst an Gründen finden konnte. Ich suche angestrengt nach guten Gründen! Das verspreche ich.
Ich hab immer noch viel zu viel.

Eine Methode zum viel verbrauchen ist einfach mit einem Stoff oder Garn loszulegen und draufzu zu machen. Da kann dann keine Organisationsversuche Verzögerungen einführen. Da tut sich schon mal was.



(Ich mache ein anderes Mal weiter, das wurde hier schon zu lange!)

Wednesday, 23 March 2016

Diese kleinen Errungenschaften

Hurra! Ich bin wieder daran Sachen zu erledigen und so ein bisschen hier und ein bisschen dort alles mögliche aufzuarbeiten.

Ist das ein tolles Gefühl!



Ich hab es geschafft zwei selbst gestrickte Spitzenschals zu reparieren: eins hatte nur ein kleines Löchlein wo der Faden gerissen war, das andere was ein komplizierter Schal mit mindestens zwei Mottenlöcher.

Ach was hasse ich doch die Motten! Sollen sie sich in was anderes reinfressen, aber nicht in meine schönen selbstgemachten Sachen! Statt nur so 2-3 Löchern, hab ich doch glatt sechs gefunden! Ich bin sehr froh dass ich grad in dem Schwung drin war. Für den anderen mit dem gerissenen Faden musste ich mir behelfen in dem ich farblich passenden Nähfaden genommen habe: ich hatte alle Wolle aufgebraucht und konnte mir nicht vorstellen da nochmal was aufzumachen und so abzuketten dass ich genug losen Faden gewonnen hätte. Deswegen hat das ja auch so lange gedauert.

Dann hab ich mich an einen schwarzen Pullover gemacht an dem viel weniger noch zu machen war als ich mich erinnern konnte, das war auch so ziemlich ruckzuck getan - das hatte auch wieder an etwas gehakt das ich nicht wirklich lösen konnte: ich hatte vor sieben Jahren einen Fehler gemacht beim Rückenteil stricken und musste das wieder aufrebeln. Die Wolle blieb dann sehr gekringelt und sieht nicht mehr glatt aus neugestrickt. Ich frag mich ob sich das mit waschen wieder legt. Nun ja, das ist etwas das ich nicht lösen kann und muss das einfach so hinnehmen wenn ich den Pulli tragen will. Sei's drum.



Was noch?

Ich hatte einen schwarzen Rock angefangen zu nähen (eigentlich sollte ich ja meine alten Projekte beenden aber soweit ich das bestimmen kann zählt für mich aller Fortschritt! Ob mit neuen oder alten Sachen - alles ermuntert mich) - und den hab ich auch fertig genäht! Schön ist er auch geworden, nur ist er zu weit an der Taille! Er rutscht mir unter den Bauch. Ach herrje. Da will ich nochmal dran: es gibt zwischen den vorderen drei Panelen die zwei Saumstellen an denen ich gut diese 3 cm abnähen kann - das sollte kein grosses Ding sein. Solange ich das nicht aufschiebe!

Aber dafür ist der Stoff zu schön, und der Rock ist recht erfolgsversprechend - und das ist es was mich anspornt: wenn ich sehen kann dass bei meinen Bemühungen auch was raus kommt!

Also, was hab ich gelernt?

Wenn eine Sache schwierig wird und ich nicht so recht sehe wie das lösen kann, dann bleibt das oft liegen. Auch wenn ich fürchte dass es recht lange dauern wird, dann auch. Die weitere Schwierigkeit bei diesen Sachen ist es dass ich dann vergesse was ich auf die Seite gelegt habe. Ich komm gar nicht mehr drauf was ich rumliegen habe bei dem ein bisschen kucken und überlegen weiterhilft.

Ich komme vor allem nicht drauf dass so was aufgeschobenes vermutlich gar nicht viel braucht um vollendet zu warden, damit fängt das Haken an. Die Sachen zu vergessen macht es dann noch schwieriger.

Warum ich das wohl mache?  Ich schiebe da Zeugs in ein schwarzes Loch das immer grösser wird bis ich etwas daraus hervorhole, und hab damit aus dem Kopf draussen was ich da als 'schwierig' sehe. Es könnte gut das Bestreben sein unangenehmes wegzuschieben.

Zu oft ist man aber auch in einer Stimmung in der dann gar nichts geht. Um so besser wenn ich die Zeiten nützen kann in denen es funktioniert!

Ein Formular hab ich ausgefüllt um ein Zeugnis zu ersetzen dass ich nun schon seit Jahren suche, - ich hab sogar herausgefunden dass ich auch relative leicht eine Kopie anfordern kann. Also mache ich jetzt beides. Das fühlt sich so super und befreiend an dass ich das angepackt habe und dass da was dabei herauskommt!

Dann hatte ich von meiner Arztpraxis nun schon den dritten Schriftbogen angefordert um mich online bei denen zu registrieren. Damit werde ich dann auch Termine übers Internet ausmachen können. Das hatte ich ein Jahr vor mir hergeschoben weil es mit den ersten beiden Schreiben nicht geklappt hat das rechtzeitig durchzuziehen. Ich hatte das beide Male zu spät versucht. Einen davon hatte ich auch verschusselt und es dann gar nicht mehr probiert. Gute Sache dass sie das beim Arzt anstandslos gemacht haben, da gibt es genug Leute und fiel nicht wirklich auf. Sonst hätte ich das bis heute nicht gemacht weil es mir zu peinlich gewesen wäre!

Da geht es wieder um dieselbe Sache: wenn sich etwas als zu schwierig anfühlt, als unangenehm. Dann ist es ja auch kein Wunder warum ich sowas nicht so leicht schaffe, nicht wahr?


Aus dem Grund kann ich Druck von mir nehmen - die Lösung des Problems besteht darin mir einzugestehen dass es nunmal um was schwieriges, unangenehmes geht dass ich nunmal nicht so einfach anpacke...

Vielleicht nützt es mir was wenn ich mir den Schwierigkeitsgrad meiner 'zu erledigenden Sachen' überlege und dann so einteile dass ich mir ein oder zwei einfache Sachen mit einer recht unangenehmen Sache vornehme. Die leichteren Sachen können mir dann das Erfolgserlebnis geben dass ich dann für die schwierige Sache brauchen kann. Vielleicht geht es so?

Wednesday, 22 October 2014

Weniger!

Ich habe eine aufregende Entdeckung gemacht: wenn man recht wenig Klamotten hat dann schätzt man sie um so mehr!

Ich trage auch die Kleidungstücke die nach meinem Ausmisten übriggeblieben sind mehr, und was das allerbeste ist: ich finde sie so sehr viel leichter wieder!

Wie befreiend, erleichternd und wohltuend sich das anfühlt!  Ich bin ja so froh dass ich das jetzt rausfinde und nicht erst in zig Jahren!  Okay, hätte ich auch schon früher haben können, aber ich hab nun mal nicht und warum vergossener Milch hinterher heulen?  Das bringt’s nicht.

Jetzt ist besser!

Das ermuntert mich sehr danach auch andere Bereiche meines Wohnens und Lebens in Betracht zu ziehen und überlegen zu können: was davon kann weg damit ich mich leichter und unbeschwerter fühle?  Damit ich so richtig aufatmen kann?

Das sind ganz andere Überlegungen als die wie ich es schaffen kann mich von meinen langgehegten lieben Sachen zu trennen.  Deren Anzahl war zwar eine Bürde und das hab ich auch voll eingesehen, aber ich wusste nicht wie gut es tut wenn man das Übermass los wird.

Es ist wirklich herrlich, ich kann es nur empfehlen!  Ein Riesen Lob aufs Loswerden!!

Hip, hip, hurra und all das.


Zwei der Bereiche die unwahrscheinlich lichter werden müssen sind meine Vorräte an Stoffen und Wolle.  Das üble daran ist dass ich nicht finden kann wonach ich suche wenn ich ein neues Projekt anfangen will.  Ich muss mich dann mit etwas begnügen das mir nicht wirklich vorschwebte.  Das fühlt sich nicht so doll an.

Andererseits habe ich auch einige Stoffe und Garne bei denen ich ganz genau weiss was ich daraus machen will.  Ich hab bestimmte Projekte im Kopf und vor dem inneren Auge – der Trick ist nur zu denen auch zu kommen.

Das ist mir leider schon seit einer Weile klar: ich kann nur eine bestimmte Anzahl an Klamotten und Sachen pro Jahr nähen oder stricken und ich hab genug Vorrat für einiges mehr als 30 Jahre. Ich werde es nie aufbrauchen.

Ich hab schon so ein paar Stoffe und Garne auf einmal mit zu Näh- und Stricktreffen genommen und versucht weiterzugeben.  Zum Teil konnte ich auch, manchmal musste ich einiges wieder mit nachhause nehmen.  Ich hab mich mit dem ganzen Zeug total vertan als ich es gekauft hatte – das war eine Freude!  Nur inzwischen sitze ich auf dem Zeug und weiss nicht was damit tun.

Die letztendliche Lösung ist die Materialien die ich gar nicht mehr brauchen kann und auch nicht loswerden kann, dann halt an charity shops weiterzugeben.  Oder die Stoffe dann halt in den Kleidercontainer am Supermarkt zu schmeissen.  Aber das tut mir schon sehr leid um die schönen Sachen.

Die ollen Teile hab ich ja schon vor langem auf die Weise entsorgt, es sind die schöneren Sachen die übrig geblieben sind.  Quilten ist eine gute Methode viel Stoff auf einmal aufzubrauchen: um die Patchworkteile für Quilts zu machen, da geht schon einiges an Stoff und vor allem auch kleinere Stücke von vielen Stoffen dabei drauf.  Ich sollte, und will ja auch!, mich auf Projekte einstellen die kleiner sind: nicht nur die grossen Quilts die ein ganzes Bette bedecken, sondern Taschen und Stoffbeutel, Kosmetiktaschen, Platz Sets, Tischläufer, was zum Aufhängen, Kissenbezüge... Da gibt es einiges.  Sogar so Sachen wie Beutel für Wäscheklammern oder Etuis für Scheren oder sonst was!  Sogar Hausschuhe oder Krawatten – naja, an so was mach ich mich eher nicht, lieber Taschen!

Mal sehen wie das läuft.

 
Der nächste Schritt wird es sein mein Zimmer so einzuräumen dass ich sehr leichten Zugang zu meinen ganzen Näh- und Stricksachen habe. Ich bin erst vor kurzem umgezogen und noch nicht so eingerichtet dass ich auch tatsächlich das finde was ich brauche.  Da passiert es dann dass ich was anfange und nicht weiterkomme weil ich den Markierstift nicht finden kann, oder finde es ungemein schwieriger ohne einen Auftrenner zu leben.

Sobald die Handwerker da waren und das Fenster gerichtet haben: ab da will ich mich wieder drauf stürzen.

Wünscht mir Glück! Und natürlich auch gutes Vorankommen – was ich auch allen wünschen möchte die diesen Blogpost lesen sollten.  Was liegt bei dir so an, was willst du verringern oder bewältigen? Irgendwelche schöne Pläne um etwas zu machen?

Monday, 6 October 2014

Weitere Überlegungen

Wie geht das eigentlich uns zu bessern mit etwas das wir früher nicht konnten?



Ich überlege immer noch warum mir das Aufräumen so schwer fällt und das wird noch ne ganze Weile so weitergehen: an was liegt es?  Vielleicht bin ich ja nur furchtbar faul und will nicht aufräumen?  Das könnte schon sein.
Der Punkt der diese Überlegung aufhellen könnte ist dass es für mich früher z.B. wahnsinnig schwierig war pünktlich zu sein.  Ich kam nie früh genug an und hab mich ständig über mich selber geärgert.  Und andere damit geärgert.

Das ist heute viel besser.  Eine Freundin fragte mich neulich was sich für mich geändert hat seit ich das besser hinbekomme (!) Das ist eine interessante Frage!  Da wäre ich nie drauf gekommen mich das zu fragen.
Da gibt es mehrere Punkte: ich will nicht immer wieder die Leute enttäuschen die sich mit mir treffen wollen – das fühlt sich gar nicht gut an als der Mensch gesehen zu werden der einfach nicht zuverlässlig ist.  Ich hab mich von mir selber enttäuscht gefühlt und das sass mir im Nacken.  Scheussliches Gefühl.

Und dann hab ich herausgefunden dass ich versucht hatte zu dem “perfekten“ Zeitpunkt loszugehen.  Damit ich nicht zu früh da stehe und mir die Beine in den Bauch stehe.  Das hat sich angefühlt als ob es vergeudete Zeit war.  Grad wenn es drum ging rechtzeitig in der Arbeit sein zu müssen.  Den Druck mochte ich gar nicht.  Das mir aber das zu spät kommen noch mehr auf dem Magen lag, das hab ich irgendwie nicht auf die Reihe gekriegt.  Viel angenehmer etwas Zeit zu haben zum verschnaufen, einen Kaffe machen, oder sogar als ich mal ewig zu früh dran war (so an die 20 Minuten), da hab ich mich einfach hingesetzt und gestrickt.  Das hat Spass gemacht!

Aber zu diesem vemeindlichen “perfekten“ Zeitpunkt los zu wollen, das war eine viel zu hohe Erwartung.  Heute hab ich da noch einen Grund weniger: sobald ich irgendwo etwas Zeit habe, da kucke ich mir irre gerne meinen Twitterfeed an.  Problem gelöst!


Das Aufräumen läuft da auf anderen Schienen.  Es ist schon sehr entmutigend wenn sich das als diese Herkulesarbeit anfühlt: man fühlt sich als würde man ständig aufräumen und wird damit nie fertig.  Es ist nie fertig aufgeräumt.  Da ist immer und immer wieder mehr zu tun!  Es fühlt sich endlos und undankbar an.

Vielleicht liegt die Lösung in einer guten Strategie die ich anwenden kann damit ich dieser Hoffnungslosigkeit nicht mehr so arg ausgesetzt bin?  Vielleicht gelingt es mir ja weniger Unordnung zu kreiieren?  Meistens ist es so dass ein paar Handgriffe später alles schon wieder total durcheinander ist und wieder die tierische Anstrengung erfordert schon wieder aufräumen zu müssen.  Das hab ich ja so was von satt.  Nervig.

Ich habe es mir mit manchen Sachen angewohnt die Strategie von “Echtzeit“ anzuwenden: wenn man schon mal was macht (etwas weglegen) dann soll es auch zählen.  Wenn ich also meine Schere weglege dann lege ich sie sehr oft dahin wo sie hingehört.  Ausser ich weiss ich brauch sie gleich noch mal.  Aber sonst ist sie weggelegt.  Das tut gut.

Ein Gegenstand ist nur dann aufgeräumt wenn er an seinem richtigen Platz ist.  Dafür muss ich entschieden haben was der richtige Platz ist.  Manche Sachen wandern von einem Ort zum anderen und ich wundere mich warum: ich hatte aber nie entschieden wo das Teil "leben" sollte. Natürlich war's dann nirgendwo an seinem richtigen Platz. Ist ja logisch.

Eine weitere gute Strategie scheint mir zu sein weniger Sachen zu haben die sich gegenseitig im Weg umgehen können. Ist ja auch weniger zum wieder aufräumen.  Dann sollte dann alles was ich behalte einen wirklich wichtigen Zweck haben und eine geschätzte Funktion erfüllen.  Da geht's also schon wieder darum mir was zu überlegen und bewusster mit diesen Objekten umzugehen.  Sehr interessant.


Ich möchte sehr gern eine Strategie anwenden zum entrümpeln: "Ein Teil rein? Dann auch ein Teil raus". Wenn ich mir was neues zulege dann muss ich etwas anderes loswerden.
Ich brauche ein bisschen mehr Stauraum (unterm Bett und als Stapel an Kartons) aber ich muss ganz arg aufpassen dass ich diese Behälter nicht einfach vollmache weil ich sie habe.  Da muss dann jedes einzelne Teil den Test der Notwendigkeit bestehen. Nicht nur dass es was taugt sondern dass es zwingend notewendig ist - das ist die Frage.

Ich hab das Gefühl dass ich mir vieles zugelegt habe weil ich konnte. Weil ich es als Bereicherung gesehen habe die ich nicht missen will.  Als ob ich mein Happiness damit messe wieviel ich mir leisten kann.  Das ist absoluter Schmarren! So denke ich sonst nicht, also warum dann mit Besitztümern?
Und da ist es mir dann aufgefallen: als ich beim Umziehen alles mögliche losgeworden bin - das hat sich so angefühlt als würde ich einen Teil von mir selber (so als ob etwas ein Stück meines Körpers wäre) von mir abreissen und verschmähen. Also so was!

Da betrachte ich meine Besitztümer als die Summe dessen was ich auf dieser Erde mein eigen nennen kann. Da hab ich mich dann doch recht nahe am Wasser gebaut gefühlt - ich fing schier zum heulen an.  Gottseidank hat's nicht lange gedauert und dann hab ich mich wieder beruhigt.  Wie oft geht es mir so dass ich etwas tatsächlich vermisse nachdem ich es wegschmeisse? Kaum jemals (ein Kleid hätte ich gerne wieder, aber es ist wirklich nur eins!) - und noch wichtiger: an wieviele Sachen kann ich mich erinnern die ich losgeworden bin?

Hah! An kaum was. Und wenn dann aus dem Grund weil mich dieses Teil furchtbar geärgert hat - aber ganz bestimmt nicht weil ich es vermissen würde.  Also bin ich doch ganz gut zu unterscheiden ob was aus meinem Leben verschwinden kann.  Da sollte ich ein bisschen mehr Vertrauen in die Fähigkeit haben!


Ich bin ja mal gespannt ob mir noch mehr zu diesem Thema einfällt.