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Tuesday, 18 December 2018

Rausschieben

Rausschieben, tschja, das mache ich viel.  Wieso mache ich das?



Ich möchte gerne ein Oberteil nähen das mir wirklich gut passt - ein "Template Top", also eine 'Schablone' die ich dann dann immer wieder benützen kann. Das bedeutet den einmaligen Einsatz am Mühe, Arbeit und Zeit um dann Dutzende an Schnitten davon ableiten zu können.

Die Kunst am Nähen ist dass man aus einem zweidimensionalen Stoff mit entsprechenden Abnähern in eine dreidimensionales Dimensionen abändert. Und bei meinen individuellen Körpermaßen ist das keine leichte Sache. Es ist also leider mit viel Frustration verbunden.

Ich hab mehrere Versionen genäht die immer besser werden sollten. Dummerweise hatte ich zwischen den zwei letzten nicht genug geändern und ausversehen nochmal fast dasselbe genäht. Der Grund war dass ich dazwischen zuviel Zeit verfliessen lassen hatte und nicht mehr wusste welche Änderungen schon in der letzte Version eingebaut waren. Deswegen wurde es fast die gleiche.

Ein anderes Oberteil, nicht das Template Top

Danach ging mir dann total die Puste aus um weitere als diese fünf Varianten zu nähen. Jetzt ist es so an die 4-5 Jahre später und ich habe meinen Wunsch immer noch nicht erfüllt obwohl ich einiges mehr genäht hatte.  Ich gebe viel zu schnell wieder auf.  Bis zum nächsten Mal weiss ich nichts mehr und fange deswegen von vorne an.  Immer wieder dasselbe Spiel. Das geht mir unwahrscheinlich auf die Nerven.

Warum schiebe ich Sachen raus?  Warum lass ich mich so leicht von Schwierigkeiten entmutigen? Hab ich Angst vor Versagen (was es ja soweit schon ist)?  Ist es das?

Wäre ein Versagen wirklich so schrecklich?  Nein.

Ich kann sehr gut damit leben etwas nicht hinzubekommen. Das ist es also nicht denke ich. Und "versagen" kann ich es ja auch nennen was bis jetzt noch nicht geklappt hat mit diesem Teil: ich hab viel gelernt.  Ist es vielleicht einfacher mir zu sagen dass ich nicht wieder "dazu gekommen bin" statt dass ich's nicht hin bekommen habe?  Vermutlich.

Es ist ganz schön entmutigend mein Template Top nicht weiter voran gebracht zu haben.  Ich könnte Strategien entwickeln die es mir ermöglichen beim nächsten Mal zu wissen wie weit ich kam: ich könnte es mir aufschreiben.  Genug Notizbücher hab ich ja, die wären super geeignet. Ich hatte auch schon mal eins von Mama geschenkt angefangen - so als Quelle an Inspiration über Projekte die mir vorschweben. Eine der Blusen hatte ich dort schon beschrieben, das kann ich gut in 'Progress Reports' umwandeln.

Eine hiflreiche Strategie hatte ich schon entwickelt und benütze sie immer wieder: Sachen in Winzlingsschrittchen zu machen. Es ist erstaunlich wie sehr es hilft die Schere schon mal auf den Stoff zu legen den ich dann später ausschneiden will. Der Anblick des Teils macht es wirklich leichter sie dann auch in die Hand zu nehmen.


Ein anderer Gedanke: ich muss aktiv Sachen machen wenn ich was lernen will.  Ob ich nun "versage" und etwas nicht hinkriege oder ob was gut läuft, das ist egal. Ich kann nur davon lernen was ich mache.

Wenn ich nachdenke dann kann ich auf Möglichkeiten kommen die ich ausprobieren kann, aber ich lerne dabei noch nicht ob's dann auch funktioniert. Ich kann wirklich nur lernen ob etwas funktioniert wenn ich es mache. Die Logik ist unausweichlich.

Wie sehr habe ich Angst davor etwas zu lernen?  Keine.  Ich freue mich zu lernen. Das ist es also auch nicht.

Ich warte oft auf den Impuls aufzustehen und etwas praktisch zu machen. Wenn ich etwas ohne diesen Impuls mache dann fällt es mir einiges schwerer. Also bin ich nicht gut in Sachen Selbstdisziplin. Nicht gut darin meine Neigung meiner Absicht unterzujochen.

Darüber muss ich noch mal ein bisschen mehr nachdenken.

PS: Von 2D zu 3D ist nicht einfach - vielleicht geht es ja 'einfach' nur um Geduld?  Und wenn ich Winzlingsschritte plane, dann ist da auch klarerwiese einfacher Geduld für ein bisschen aufzubringen. Vielleicht ist das die Erkenntnis die ich suche?

Sunday, 23 April 2017

Wofür?

Ich bin heute früh auf eine sehr gute Frage gekommen: wofür mache ich das eigentlich?  Was bringt es mir und was bekomme ich im Austausch?



Es geht mir wieder ums Aufräumen mit der Anmerkung dass ich es doch tatsächlich in den letzten zwei Monaten geschafft habe ALLE meiner Papiere zu sortieren, einzuscannen und abzulegen.  Ich bin sehr stolz auf mich!

Auf diese 'wozu' Frage bin ich über etwas anderes gekommen: das Abnehmen. Nicht relevant aber so lief mein Gedankengang eben.

Ich mache seit 90 Tagen (das sind doch glatt drei Monate, wow!) das Kalorienzählen.  Es funktioniert sehr gut*: ich hab nachhaltig drei Kilos abgenommen und mein App sagt mir dass es 4.5 waren.  Das passt gut: ein halbes Kilo hin oder her kann die Waage sein, und um ein Kilo oder so schwankt man ja oft, das geht rauf und runter wie ein Yoyo.  Aber als Trend hab ich auf jeden Fall drei Kilo abgenommen. Ich bin sehr glücklich darüber.

* Ein paar Tage geht es sehr gut, und dann ist wieder für ein paar Tage der Hund drin. Das ist so ein Auf und Ab! Aber im Moment läuft es okay.

Mir war so ein Mann vor'm inneren Auge der es nicht einsieht Salat zu essen weil es keine "Männersache" sei.  Also ein zweidimensionales Symbol und keine wirkliche Person.  Manchmal kann man Ideen an solchen Einbildungen ganz gut 'abmessen'. So zu sagen. Abwägen und einstufen.

Ich hatte herumsinniert was ich jemandem raten würde der gar nicht empfangsbereit ist bei dem Gedanken seine Essgewohnheiten langzeitig zu ändern und stocksauer reagiert dass er da auf lange Sicht weniger essen soll (oder Salat!).  Ich hab mir diesen Kerl dann so vorgestellt dass er einen Flunsch zieht und kriegerisch wissen will wofür es so was machen sollte.  Was kriegt er dabei heraus?  Was bringt es ihm?

Und das hat die Idee ausgelöst: was bekommen wir im Austausch dafür dass wir viel Arbeit in etwas stecken, uns viel Mühe geben, Zeit und Energie verwenden.  Da muss was dabei herauskommen weil sonst macht man nix mühevolles.  Asketen sind wir keine.

Wenn man sagen würde dass das Ergebnis beim Abnehmen das Abnehmen ist, also das 'funktionelle', dann erschliesst sich einem nicht um was es einem dabei geht.  Nur schnödes 'Abnehmen' wird einen nie motivieren.

Diese eigentlichen, tiefergehenden Ziele sind vermutlich von Mensch zu Mensch verschieden.

Sicher, ich kann nach dem Abnehmen leichter einem Bus hinter herrennen und ihn noch erwischen aber das wird mich nicht so doll motivieren wie zu wissen, zum Beispiel, dass dann meine selbergenähten Klamotten sicher besser über meine Kurven drapieren als wenn ich so gedrungen aussehe.  Es gibt mir mehr Selbstbewusstsein (was ich grad gut gebrauchen kann) und es gibt bestimmt noch andere Vorteile and die ich grad nicht denke.

Und beim Aufräumen eben finde ich Vorteile heraus die mir vorher gar nicht eingefallen sind.  Dass kein loses Papier mehr in irgendwelchen Kartons versteckt liegt, dass ich eine bessere Ahnung habe was wo ist, und was ich habe... das ist ein wunderbares Gefühl!

Ich fühle mich so als ob ich endlich das Saumzeug an das Zeugs lege und mit den Zügeln schnalzen kann, während vorher das Wirrwarr und die Unordnung die Zügel an mir angelegt hatte und mit der Peitsche knallte jedesmal wenn ich was brauchte und danach suchen musste.

Es fühlt sich leichter und befreiend an, ich kann jetzt besser atmen.

Und nun muss ich herausfinden 'wofür' ich das mache.  Das ist mir noch nicht alles eingefallen.

Ich möchte gerne das unordentlich Aussehen meines Zimmers gegen mehr Harmonie eintauschen. Ich will dass das Bild meines äusseren Bereichs mich nicht so verhuscht aussehen und fühlen lässt sondern mir stattdessen eine Erleichterung bringt.

Mit mehr Ordnung (und Harmonie) um mich herum hab ich mehr gedanklichen Platz und auch physischen Raum in dem ich meine Hobbies leichter und besser ausüben kann - ob das nun nähen, stricken und quilten ist, oder am Computer Blogposts zu tippen oder meine geschichtliche Forschung ausüben.  Grade für letztere ist es sehr wichtig zu wissen wo man Dokumente und anderes Ausgedrucktes hat. Sonst macht man es sich recht schwer.

Das was 'herumliegt' liegt da weil ich es doch glatt brauche, nicht ausversehen!  So kann ich leicher sehen was ich bald machen will oder muss.  Der Brief mit dem Arzttermin der hier immer noch lag hat heute endlich ausgelöst dass ich sah dass der Termin noch gar nicht im Kalender eingetragen war - ich dachte ich hätte schon.  Gut dass es erst am Dienstag ist!

Also hab ich bis jetzt drei Sachen entdeckt die ich gegen die Mühe des Aufräumens eintausche: Harmonie, Kontrolle und Übersicht.

Das sind wunderbare Sachen die ein prima Entgelt für meine Arbeit, Mühe und Zeit sind.

Ob es wohl auch eine direkte Auswirkung ist dass ich weiterhin Lust habe einen weiteren kleinen Bereich anzupacken?  Mein Auge fiel auf meine Nähschnittkollektion auf denen einiges draufliegt das ich da wirklich nicht dort lagert wollte...  Wer weiss was ich als nächstes anpacke und wann ich den Impuls dazu bekomme.  Aber ich hab jetzt eine viel bessere Idee warum ich das mache und was es mir nützt.

Ich hab das Gefühl dass das einen grossen Unterschied macht, und mir sehr viel bringt.  Ich bin gespannt was mir noch so einfällt das ich vom Aufräumen bekomme!

Hurra!

Friday, 10 February 2017

Ich forsche wieder: zurück zu einem alten Hobby

Ich hab so die Angewohnheit durch meine Hobbies und Interessen zu rangieren: mal das für eine Weile, dann wieder ein anderes Hobby, dann zurück zu einem Interesse dass mich for geraumer Zeit gefesselt hat.

Und hurra!

Ich bin wieder bei meinen Nachforschungen angelangt. Ich hatte drei Jahre reingesteckt zu versuchen über eine Mary Squire heraus mehr zu finden die im späten 18ten Jahrhundert Almshäuser in Walthamstow, Ost London (damals noch Essex) gegründet hat.

Ich hatte damals nicht die Kirchenbucheintragung ihrer Heirat finden können was das fehlende Dokument ist um ihren Mädchennamen zu erfahren.

Als letztes hatte ich das Testament ihres Mannes gefunden der 35 vor ihr gestorben war. Das hat mir dann die Pfarrei gegeben in der sie wohnten. Und das war was mir fehlte um zu wissen welche Heiratseintragung die richtige war!


Also hat's diesmal nicht viel bebraucht um es zu finden. Die Unterschriften waren nicht total gleich aber doch recht ähnlich. Deswegen hatte ich es auch verworfen dass das die richtigen Leute waren - jetzt weiss ich es weil der Pfarreiname es mir bestätigt.

Was für eine wunderbare Entdeckung: St Mary Walthamstow!
Und dann hab ich auch gleich noch (naja ein paar Tage später) die Taufe der Mary Barrow gefunden! Das war doch glatt, sage und schreibe, auch in Walthamstow!  Sie hatte doch tatsächlich selber eine  Verbindung und nicht nur über ihren verstorbenen Mann.  Das macht wirklich viel Sinn.

Ich hatte gestern abend eine halbe Stunde warten müssen um jemanden zu treffen und hatte meinen Kindle nicht mit dabei. Meinem Telefon ging der Saft aus also nix Lektüre oder sonst was zu tun haben. Das war langweilig. Also zog ich meinen Schreibblock raus den ich mit dabei hatte (ich war in der British Library recherchieren) und hab mir Notizen gemacht was ich noch also nachschauen, erforschen und herausfinden kann.

Da kam einiges zusammen (ich hab manches davon schon nur muss meine alten Notizen durchforschen um zu sehen was ich habe). Dann kann ich sehr bald damit anfangen alles nieder zu schreiben. Ich will es nicht als gesammeltes Werk machen weil ich nie fertig werden würde. Aber als Blog: das ist genau das richtige Format.

Ich werde mit dem Hause und der Plakette anfangen die mich damals drauf gebracht hat mehr über dieses Gebäude wissen zu wollen und als als "drei Monate" Projekt herzunehmen (Ha, als ob!). Das wird ein guter Anfang.

Dann kann ich über alle möglichen Themen schreiben über die ich was weiss. Und darauf freue ich mich total!

Hier ist the Blog Adresse:
http://localhistorylondon.blogspot.co.uk/ 
 

Friday, 16 December 2016

Zeit im Griff



Ich hatte früher oft Schwierigkeiten pünktlich zu sein. Ob zum Freunde treffen (was wirklich schönes auf das ich mich freue) oder um rechtzeitig in der Arbeit zu sein (oft nicht sehr mit Freude verbunden).

Ich hab auch immer wieder verschlafen und fand meine Unzuverlässlichkeit wirklich grausig.  Ich musste mir eingestehen dass ich deswegen oft spät zum Arbeitstagsanfang war weil ich eine Riesenresentiment geschoben hatte weil ich dort sein muss und es nicht eingesehen habe Zeit vorher damit zu verschwenden "zu früh" dran zu sein.

Den richtigen oder noch schlimmer sogar: den perfekten Zeitpunkt erwischen zu wollen ist aber ganz schön schwierig und unwahrscheinlich stressig. Das hab ich mir inzwischen abgeschminkt. Lieber etwas früher dran sein und sich keinen Stress machen müssen. Das ist mir viel mehr wert.

Eine gute Arbeit / Freizeit Balance zu haben ist mir sehr wichtig, das ist das grössere, übergeordnete Ziel. Zuviel arbeiten dankt mir niemand und meine eigene Zeit ist mir wichtig.

Aber warum war ich auch oft spät dran wenn ich mich mit Freunden treffe? Das ist ein Riesenwiderspruch. Ich hatte für lange Zeit nicht verstanden dass ich einfach kein gutes Gefühl entwickelt hatte Zeit gut einschätzen zu können.

Das Zeitalter der Telefone die Erinnerungen piepsen lassen, ist mir absolut willkommen!  Das ist eine grosse Hilfe.

Dann benütze ich auch gerne die Internetseiten die einem sagen wie lange man von Punkt A bis Punkt B braucht. Das konnte ich auch nie gut einschätzen. Diese Info schätze ich auch sehr.

Dann schau ich mir auch oft Google Street View an bevor ich wo hinfahre wo ich noch nie vorher war: er ist sehr hilfreich zu wissen wie das Gebäude und dessen Umgebung aussieht bevor man hinfährt.

Was hab ich aber früher auch viel Zeit vergeudet mit Sachen die ich entweder nicht in Betracht gezogen hatte (wie ein Haus erkennen können) oder Strecken und öffentliche Transport Zeiten zu unterschätzen. Das geht heute viel leichter.

Mir ist im letzten Jahr zweimal was peinliches passiert: einmal habe ich es total verpasst mich mit einer Freundin zu treffen weil mein Telefon eine falsche Zeit auf dem gesperrtem Bildschirm zeigte, während the Systemzeit die winzig klein in der oberen rechten Ecke ist schon die richtige Zeit zeigte, ich war aber bis dahin nicht draufgekommen dass diese zwei Zeiten nicht immer gleich sind. Sobald ich mein Telefon 'aufwecke' und den Sperrbildschirm wemache, dann ist die grossangezeigte Zeit in der Mitte des Bildschirms richtig. Aber davor nicht. Guter Gott, ich hatte keine Ahnung.

Und dann hab ich mich noch mit einer Freundin getroffen bevor ich einen Arzttermin hatte. Ich wusste genau wann ich von dort losmusste damit ich rechtzeitig zur Praxis komme. Was hab ich geschafft zu machen? Ich hab doch glatt die Zeit auf meinem Telefon falsch abgelesen: statt zu sehen dass es zehr vor zwei Uhr war, dachte ich es sei eine Stunde später. Ich muss irgendwie diese Zahl falsch interpretiert haben.

Mit dem Ergebnis dass ich voller Panik losgesaust bin, auch gottseidank gut durchkam (wenn es wirklich schon eine Stunde später gewesen wäre dann wäre ich zu spät dran gewesen wenn ich denselben Weg wie auf dem Hinweg genommen hätte. Mit zweimal umsteigen auf einer anderen Strecke ging es dann schneller) - und ich stand in der Arztpraxis und wollte auf deren elektronischem Monitor einschecken und hab absolut nicht kappiert warum mir das System sagte dass ich eine 'frühe Ankunft' sei und erst 30 Minuten vor meinem Termin einchecken kann, und nicht jetzt schon.

Das hat mich so sehr verwirrt dass ich erstmal aufs Klo bin (ich hatte ja noch ein paar Minuten Zeit, dachte ich) und es dann wieder versucht hatte. Mit dem gleichen Ergebnis!  Was stand ich da dort als ob mir jemand aufs Hirn gehauen hätte. Ich hab das einfach nicht verstanden.

Dann hab ich auf die Uhr in der Arztpraxis geschaut und DANN erst gemerkt dass es eine Stunde früher war als ich dachte. Und das alles obwohl ich die Zeit auf meiner Uhr (also meinem Telefon) sehen konnte aber weiterhin falsch interpretiert hatte!

Ich war ganz schön sauer auf mich dass ich mich selber um eine Stunde mit meiner guten Freundin gebracht habe. Ich werde mich besser nicht wieder vor einem Arzttermin mit jemandem treffen, ausser es ist in der Nähe, dann panicke ich nicht so leicht.

Also so was.

Fazit: ich finde es schwierig Zeit einzuschätzen und kann meine Hilfemittel gut gebrauchen. Dann muss ich mich noch hüten vor Fehlern - manche kann ich vermeiden sobald ich weiss wie sie passieren, andere kann ich nur verhindern wenn ich jemanden bitte mir zu helfen: ich hätte meiner Freundin klipp und klar sagen sollen um welche Uhrzeit ich los muss damit sie mich bremsen kann wenn ich auf einmal alles durcheinander werfe und mich um eine Stunde verschätze. Ich hoffe sie hat es mir verziehen.

Eins weiss ich: ich will nicht diejenige sein die immer wieder zu spät kommt (oder zu früh geht!) - ich will gerne verlässlich sein. Mein Benehmen kann ich verändern, grad wenn ich gut übe, aber meine Persönlichkeit und Temperament nicht. Es ist eine gute Sache den Unterschied zwischen beiden erkennen zu können.

Sunday, 24 July 2016

Ach, so geht das auch!

Ich hatte gerade den Gedankenblitz: Aufräumen ist so total richtig schön und kann wunderbar Spass machen in dem Moment des tatsächlichen, aktiven Aufräumens!  Ist das herrlich!

Ich hatte gerade ein paar Seiten an bedruckbaren Etiketten gefunden die ich neulich nicht finden konnte, also war die Freude gross.

Aber! Die Freude hat sich dann nocht gesteigert als ich die Etiketten dann freudestrahlend und rundum glücklich zu meiner Kommode getragen habe und sie zu den anderen Schreibwaren gelegt habe.

Weil ich weiss dass ich sie dann das nächste Mal finden werde! Das ist der Grund.

Und das ist auch der Grund warum Aufräumen so total richtig Spass machen kann: wenn man weiss das man was macht das für einen Probleme löst, Sachen einfacher macht, und dann auch noch die Wohnung harmonischer aussehen lässt weil es nicht mehr rumliegt und Staub fängt.

Ist das nicht eine sagenhaft gute Einsicht und Erfahrung?

Hurra zu plötzlichen Eingebungen!


PS: In anderen Nachrichten: ich kucke mir die Tage ein paar Garne in meinem über alle normalen Masse gewachsenen Garn-Stash an, vor allem die Garne bei denen ich keine Ahnung habe was damit machen, und überlege mir eben diese Frage. Dann schaue ich bei Ravelry nach was Andere damit fabrizieren mit diesem genauen Garn. Und dieses Recherchieren lohnt sich total!

Ich sehe viele Projekte die mich nicht so anmachen, aber es ist immer wieder was dabei das mir einen guten Anstoss gibt: ach sowas kann man aus dieser Wolle machen? Das ist je ne Idee!

Ich werde mir die Daumen drücken dass ich wieder was aufbrauche - andererseits benütze ich eine kreischbunt rosane drei Knäul an Garn das ich vor mindestens fünf Jahren gekauft hatte (gut), und habe eine tolle Idee für Verwendung meines Leinengarns gefunden: einen Strickrock in drei Farben. Damit kann ich das rote Garn verwenden das mich bis jetzt ratloss sein liess. Das schwarze Garn kommt mit dazu, nur die dritte Farbe muss ich mir leider neu kaufen. Ich schau aber erstmal wieviel ich aufbrauche mit dem Schwarz und dem Rot, dann weiss ich wieviel ich brauchen werde.

Wednesday, 23 March 2016

Diese kleinen Errungenschaften

Hurra! Ich bin wieder daran Sachen zu erledigen und so ein bisschen hier und ein bisschen dort alles mögliche aufzuarbeiten.

Ist das ein tolles Gefühl!



Ich hab es geschafft zwei selbst gestrickte Spitzenschals zu reparieren: eins hatte nur ein kleines Löchlein wo der Faden gerissen war, das andere was ein komplizierter Schal mit mindestens zwei Mottenlöcher.

Ach was hasse ich doch die Motten! Sollen sie sich in was anderes reinfressen, aber nicht in meine schönen selbstgemachten Sachen! Statt nur so 2-3 Löchern, hab ich doch glatt sechs gefunden! Ich bin sehr froh dass ich grad in dem Schwung drin war. Für den anderen mit dem gerissenen Faden musste ich mir behelfen in dem ich farblich passenden Nähfaden genommen habe: ich hatte alle Wolle aufgebraucht und konnte mir nicht vorstellen da nochmal was aufzumachen und so abzuketten dass ich genug losen Faden gewonnen hätte. Deswegen hat das ja auch so lange gedauert.

Dann hab ich mich an einen schwarzen Pullover gemacht an dem viel weniger noch zu machen war als ich mich erinnern konnte, das war auch so ziemlich ruckzuck getan - das hatte auch wieder an etwas gehakt das ich nicht wirklich lösen konnte: ich hatte vor sieben Jahren einen Fehler gemacht beim Rückenteil stricken und musste das wieder aufrebeln. Die Wolle blieb dann sehr gekringelt und sieht nicht mehr glatt aus neugestrickt. Ich frag mich ob sich das mit waschen wieder legt. Nun ja, das ist etwas das ich nicht lösen kann und muss das einfach so hinnehmen wenn ich den Pulli tragen will. Sei's drum.



Was noch?

Ich hatte einen schwarzen Rock angefangen zu nähen (eigentlich sollte ich ja meine alten Projekte beenden aber soweit ich das bestimmen kann zählt für mich aller Fortschritt! Ob mit neuen oder alten Sachen - alles ermuntert mich) - und den hab ich auch fertig genäht! Schön ist er auch geworden, nur ist er zu weit an der Taille! Er rutscht mir unter den Bauch. Ach herrje. Da will ich nochmal dran: es gibt zwischen den vorderen drei Panelen die zwei Saumstellen an denen ich gut diese 3 cm abnähen kann - das sollte kein grosses Ding sein. Solange ich das nicht aufschiebe!

Aber dafür ist der Stoff zu schön, und der Rock ist recht erfolgsversprechend - und das ist es was mich anspornt: wenn ich sehen kann dass bei meinen Bemühungen auch was raus kommt!

Also, was hab ich gelernt?

Wenn eine Sache schwierig wird und ich nicht so recht sehe wie das lösen kann, dann bleibt das oft liegen. Auch wenn ich fürchte dass es recht lange dauern wird, dann auch. Die weitere Schwierigkeit bei diesen Sachen ist es dass ich dann vergesse was ich auf die Seite gelegt habe. Ich komm gar nicht mehr drauf was ich rumliegen habe bei dem ein bisschen kucken und überlegen weiterhilft.

Ich komme vor allem nicht drauf dass so was aufgeschobenes vermutlich gar nicht viel braucht um vollendet zu warden, damit fängt das Haken an. Die Sachen zu vergessen macht es dann noch schwieriger.

Warum ich das wohl mache?  Ich schiebe da Zeugs in ein schwarzes Loch das immer grösser wird bis ich etwas daraus hervorhole, und hab damit aus dem Kopf draussen was ich da als 'schwierig' sehe. Es könnte gut das Bestreben sein unangenehmes wegzuschieben.

Zu oft ist man aber auch in einer Stimmung in der dann gar nichts geht. Um so besser wenn ich die Zeiten nützen kann in denen es funktioniert!

Ein Formular hab ich ausgefüllt um ein Zeugnis zu ersetzen dass ich nun schon seit Jahren suche, - ich hab sogar herausgefunden dass ich auch relative leicht eine Kopie anfordern kann. Also mache ich jetzt beides. Das fühlt sich so super und befreiend an dass ich das angepackt habe und dass da was dabei herauskommt!

Dann hatte ich von meiner Arztpraxis nun schon den dritten Schriftbogen angefordert um mich online bei denen zu registrieren. Damit werde ich dann auch Termine übers Internet ausmachen können. Das hatte ich ein Jahr vor mir hergeschoben weil es mit den ersten beiden Schreiben nicht geklappt hat das rechtzeitig durchzuziehen. Ich hatte das beide Male zu spät versucht. Einen davon hatte ich auch verschusselt und es dann gar nicht mehr probiert. Gute Sache dass sie das beim Arzt anstandslos gemacht haben, da gibt es genug Leute und fiel nicht wirklich auf. Sonst hätte ich das bis heute nicht gemacht weil es mir zu peinlich gewesen wäre!

Da geht es wieder um dieselbe Sache: wenn sich etwas als zu schwierig anfühlt, als unangenehm. Dann ist es ja auch kein Wunder warum ich sowas nicht so leicht schaffe, nicht wahr?


Aus dem Grund kann ich Druck von mir nehmen - die Lösung des Problems besteht darin mir einzugestehen dass es nunmal um was schwieriges, unangenehmes geht dass ich nunmal nicht so einfach anpacke...

Vielleicht nützt es mir was wenn ich mir den Schwierigkeitsgrad meiner 'zu erledigenden Sachen' überlege und dann so einteile dass ich mir ein oder zwei einfache Sachen mit einer recht unangenehmen Sache vornehme. Die leichteren Sachen können mir dann das Erfolgserlebnis geben dass ich dann für die schwierige Sache brauchen kann. Vielleicht geht es so?

Wednesday, 1 October 2014

Ist Entrümpeln arrogant?



Ich hab also seit Monaten versucht mein sehr grosses Zimmer und Zuhause zu entrümpeln.  Es ist schon sehr wahr was man sagt: wieviel Platz man auch hat, man füllt ihn immer.  Genau so war’s bei mir auch.  Ich hatte viel Raum und dann nur noch wenig Platz weil ich es voll gestopft hatte.

Ich wusste ganz genau dass ich geradezu begierig darauf war Zeug loszuwerden um die schwere Bürde zu erleichtern.  Nicht mehr so viel “Zeugs“ in der Gegend rumliegen zu haben.  Es ist mir nur nicht gelungen.

Dann musste ich umziehen und die Wahl zwischen aufheben und dann eben auch diese Sachen mit umziehen müssen, oder wegwerfen (oder weg geben oder sonst irgendwie loswerden) und dann davon befreit sein?  Das hat schon recht gut mit einigem geklappt.  Ganz im Gegensatz zu dem was ich davor gemacht hatte: ich hab ein paar Sachen in die Hand genommen und versucht sie loszuwerden.  Das ging dann oft nicht weil ich doch zu sehr an diesen Teilen gehangen habe. 

Das Hauptproblem war dass ich alte Sachen zu tief verbuddelt hatte und einfach nicht mehr sehen konnte.  Die waren dann am leichtesten wegzuwerfen.  Ich war nur nie weit genug zu ihnen durch gekommen als ich nach loswerdbarem gesucht hatte.

Und bei diesem Kraftakt des Einpackens und gleichzeitig Loswerdens ist es mir dann klar geworden:
Wenn wir etwas aufheben dann behalten wir nicht Möglichkeiten, Potential and Versprechen – sondern wir handeln uns eine schmerzversprechende Bürde auf.  Es kann nie etwas gutes dabei herauskommen wenn man sich zuviel Zeug einhandelt, wenn man seinen Lebensraum vollstopft mit Dingen die da nur so rumstehen und liegen und Platz und Raum wegnehmen.

Ich hab ja sogar Sachen aufgehoben die der Ersatz für etwas werden sollten das ich schon hatte und auch benützt habe.  Als es dann endlich so weit war dass der erste Gegenstand abgenützt oder aufgebraucht war, da wollte ich aber dieses Ersatzteil auch nicht.

Ich hab inzwischen einen Einfall gehabt warum es uns so sehr schwer fällt Sachen loszuwerden die wir nicht mehr wollen.

Könnte es daran liegen dass wir uns nicht so recht trauen uns die Freiheit zu nehmen etwas abzulehnen und weg zu geben?  Uns eben nicht mit etwas begnügen?  Kommt uns das eben nicht wie eine Freiheit vor sondern als wie eine Frechheit sich so etwas zu erlauben?  Fühlt sich das für uns so an als ob wir uns erdreisten Anspruch auf etwas zu erheben wenn wir doch nur dann gute, brave Menschen wären wenn wir wirklich alles was wir in die Finger kriegen auch so gut benützen und ausnützen dass wir das letzte rausholen was dieses Ding zu geben hat?  Es wäre ja verschwenderisch und arrogant zu denken dass wir etwas vorzeitig weggeben wenn es doch noch einen Nutzen hat! Oder, äh, eventuell, vielleicht, mit viel Fantasie und überhaupt, noch irgendwie gerade noch so einen winzigen Nutzen haben könnte?  Eventuell?  Vielleicht?

Wir verdrehen und verknoten uns in Brezelformen um uns nur ja nicht unangenehm dabei zu fühlen dass wir verschwenderisch sein könnten und engen uns dabei den Raum zum durchatmen so richtig ein. Das ist gar nicht gut, auch für unsere Psyche.  Da fühlt man sich doch dabei als würde man ersticken, oder?

Das erstaunliche ist dann dass man sich so sehr viel besser fühtl wenn man anfängt Sachen aus dem eingeengten Raum zu entfernen und loszuwerden.  Freier und leichter.  Unbeschwerter!

Ein Anspruch auf gut zu leben ist doch viel besser als eine Foderung danach dass wir nur ja schön bescheiden sein sollen und genügsam sind.  Und bei diesem Aufheben und Festhalten handeln wir uns dann aber eine erdrückende Masse ein.  Das hat doch mit Bescheidenheit nichts zu tun, das fühlt sich viel mehr nach Arroganz an aus der man heraus nichts hergeben will, nix rausrücken!  Wenn aber ein paar dieser überflüssigen Sachen jemandem anderen dienen könnten dann ist es doch bescheidener wenn man sich entscheidet sie weiterzugeben!

Ist doch wahr.

Warum bin ich auf diesen Gedanken nicht schon vorher gekommen?  Das erschliesst mir jetzt ein bisschen was.  Wenn ich was weggebe dann hat das bei mir mit Selbstbewusstsein zu tun.  Das ich mir  >erlaube<  das zu machen.  Ich nehm mir die Freiheit, ja, ich bin so frech!

Ist das herrlich!

Friday, 23 May 2014

Meine Kleidung bin Ich

Das ergibt natürlich keinen Sinn, erst mal, und grammatisch falsch ist die Überschrift vermutlich auch.


 

Ich glaube ich bin endlich draufgekommen warum mich meine alten Klamotten in so eine stinkige Stimmung versetzen.  Es fiel mir wie aus dem Nichts ein: die Kleider die wir tragen sind Ausdruck unserere Persönlichkeit.
 
Olle, langeweilige, ausgewachsene, verformte Kleidung?  Was sagt das denn nicht nur über mich in Hinsicht auf die Gewohnheiten in die ich falle, sondern was sagt das über meine Persönlichkeit aus?  Ach herrje, das ist ja furchtbar!

Kein Wunder dass ich mich immer mehr stinkig fühle.
 
Ich hab nicht nur alte Klamotten, und die wenigst guten Exemplare zieh ich ja auch schon lange nicht mehr an – dass sie mich anöden muss auch der Grund sein warum ich sie nicht trage (aha!).  Aber so ein paar Sachen trage ich immer wieder und nicht nur weil sie mir gefallen.  Sondern weil sie praktisch sind: langärmlig wenn es zu kühl ist um etwas kurzärmeliges zu tragen, warm und kuschelig wenn’s zu kalt wäre für etwas aus Seide, schön kühl und dünn aus Baumwolle wenn’s zu heiss ist um etwas wolliges zu tragen...  Das ist es warum ich altes zu lange anziehe: schiere Gewohnheit.
 
Es gibt auch Lieblingsstücke die ich aufheben und auch tragen werde egal ob sie nicht mehr so doll sind, das ist mir dann egal.  Über was ich gerade hauptsächlich nachdenke das sind die Sachen die ich nicht wirklich “wähle“ anzuziehen: in die schlüpfe ich hinein in der Früh weil es sie gibt, weil sie passen, und weil sie den praktischen Grund erfüllen warm oder kühl genug zu sein.  Aber eine bewusste Entscheidung treffe ich eigentlich eher nicht. Ähem.
 
Ausmisten ist eine wirklich prima Gelegenheit mal zur Abwechslung zu überlegen und schauen ob mir ein Kleidungsstück gefällt wenn ich mir das in Hinsicht als Ausdruck meiner Persönlichkeit ansehe.
 
Da wird es dann hoffentlich weniger eine Rolle spielen mir zu denken dass ich etwas noch ‘gebrauchen‘ kann, ich meine damit: dass es noch einen praktischen Zweck hat.  Das hat ein Rupfensack auch aber den werde ich nicht tragen wollen – warum tue ich es mir dann an alltes Zeug noch aufzutragen selbst wenn es im figürlichen Sinn zum Sack geworden ist?
 
Das brav gestreifte wollige Oberteil? Ürgh, nee, das bin ich nicht.  Das mittelblaue Stück mit den Falten am Ausschnitt? Also das schaut zu matronenhaft aus, das bin ich auch nicht. Ein langweiliger schwarzer Faltenrock in einem rutschigen Material? Nee, auch nicht, weg damit.
 
Ich denke also dass ich nochmal eine Kategorie dazufügen kann wenn es ums aussortieren geht: nicht nur – passt es? – ist es noch gute Qualität? – sieht es gut aus? Und dann eben: – drückt es auch das über mich aus wie ich bin? Oder würde es viel besser an jemandem anderen aussehen der ganz anderst ist als ich?
 
Ja? Na dann weg damit.
 
Ohne schlechtes Gewissen.  Weil eine Verkleidung tragen zu müssen nur weil man sich von etwas noch nicht getrennt hat, das ist kein gutes Ding. 
 
Und diese Überlegung öffnet ein weiteres Fenster zu meinen Plänen mich mit wenigen guten Sachen einzudecken die meine neue, rundum brauchbare Garderobe bilden sollen (entweder durch kaufen oder selber nähen) – ich will nicht nur nach geeigneten Farben suchen (die mich anmachen und in denen ich mich wohlfühle) sondern auch Klamottenstile die ich daraufhin ausprobieren kann wie sie zu mir passen, ob ich sie als Ausdruck von mir als wohltuend empfinde.
 
Ich will mich nicht mit “ehrgeizigen“ Kleidungsstücken eindenken und dann feststellen dass ich sie nie trage.  Selbst wenn man nicht weiss warum einem etwas nicht gefällt – man trägt es trotzdem recht wenig.  Eine bessere Ahnung zu haben warum sollte mich aber ermuntern mich nach den best geeigneten Sachen umzusehen, nicht nach hochmodischem oder nach einem Stil den ich früher getragen habe, aus dem ich herausgewachsen bin.
 
Ich habe vor kurzem gekuckt was mir gut steht in Hinsicht auf meine Körperform (Apfel).  Es ist nett draufzukommen dass ich sehr gut kurze Röcke und tiefe aber schmale V-Ausschnitte tragen kann – nur nicht Klamotten die eine deutliche horizontale Linie an der Taille betonen, wie es ein Gürtel tut. Längeres Gewand wie eine Strickjacke die vorne offen ist aber in einem Wasserfall fällt, oder ein langes Tuch das über die Taille fällt – das ist gar nicht schlecht.  Überhaupt mehrere dünne Lagen.  Oder höhere Taillen, wie die Empire Dress Linie die viel höher sitzt: ich kann ausprobieren ob es mir auch gefällt.  Und vor allem Blickfang am Ausschnitt: ob es Schmuck ist (schön klotzig), oder etwas appliziertes am Oberteil, oder ein schöner Kragen, Konstrastfarbe oder einen anderen Stoff zwischen Busen und Hals, oder etwas strukturiertes – das kann ich alles ausprobieren.  Sehen wie’s aussieht und wie es mir gefällt.
 
Hurra!

Wednesday, 21 May 2014

Sockenschublade

(Die hier meine ich nicht*)

Heute früh hat mich der Rappel gepackt und ich hab meine gesamte Sockenschublade geleert (na, ich will nicht übertreiben: ich hab die meisten Socken rausgenommen aber da hat’s noch welche die sich in die Ecken geklemmt haben).

Ich konnte kein Paar auf Anhieb finden das zusammen gehört.  So was absolut nerviges.  Ich geb mir immer wieder Mühe die Teile zusammen zu bündeln und schön aufgereiht in dieser Schublade aufzubewahren.  Das klappt nur nicht immer und zuletzt müssen sie tierisch durcheinander gekommen sein.  Ich kann mich auch nicht mehr erinnern warum.  Vermutlich hab ich schnell aufräumen wollen – andererseits trockne ich die Paare zusammen wenn sie aus der Maschine kommen und deswegen verstehe ich noch weniger warum die so zusammen gewurschelt sein konnten.

Es ist verblüffend.  Als ob man sich selber ein Bein stellt.

Warum ich das so bemerkesnwert finde und beschreibe:  ich hab dieses Rumgehunze mit diesen ollen alten Socken und dem Tohuwabohu ja so was von satt!  Ich will einfach nicht mehr diesen webgeschobenen Ort haben an dem die Socken hingehen um ignoriert zu werden.  In die abseitigen Windungen des Gedächtnisses verbannt zu werden.

Ich hab es satt: diese dämlichen ollen Dinger müssen weg!

Ich hatte heute früh nicht genug Zeit.  Aber mein Plan ist heute abend mit Genugtuung alle mich beleidigenden Socken wegzuschmeissen.

Ich bin schon immer wieder welche losgeworden die nicht mehr gut genug waren: unstopfbare Löcher, verblichen, verfilzt, nicht mehr in Form, was auch immer: die sind schon weg.

Was ich aber immer noch aufgehoben hatte (und was mich auch so tierisch grantig gemacht hatte heute morgen) das waren die ganzen einzelnen Socken die ich heute rausgefischt hatte und von denen ich wusste dass ich deren anderen noch nicht wieder gefunden hatte.  Die hat bestimmt die Waschmaschine gegessen! Wo die sonst hingekommen sein könnten, ist mir ein absolutes Rätsel.

Ich hab mir sogar was drauf eingebildet (machen wir das nicht zu oft?) dass ich diese einzelnen aufhebe: es gibt kein besseres Gefühl als wenn man zwei “einzelne“ Socken miteinander vereinen kann.  So ein dolles Gefühl aber auch!

Nur ist mir dabei nicht eingefallen dass ich das vereinte Paar  vielleicht gar nicht mehr tragen will?  Ich meine: wie schauen die denn aus?  Sie sind ewig alt und wo sich der zweite auch immer versteckt, der wurde da auch nicht schöner.

Ich brauche es nicht zu erwarten dass ich irgendwann mal wenigstens ein Paar vereinen kann.  Ich kann es nicht gebrauchen alle einzelnen die gesamte Zeit mit mir rumzuschleppen bis ich dann mal irdendwann einen Socken finde.  Das ist doch total dämlich.

Was ich heute abend machen werde ist alle einzelnen Socken wegzuwerfen: und zwar ALLE ohne Ausnahme.  Total alle.  Und einige von den Paaren auch: ich werde mir die besten Paare aufheben, vor allem diejenigen die ich erst vor kurzem gekauft hatte.  Dann lege ich mir einen Packen oder zwei an mehreren Socken zu – und damit hat sich die Sache.

Dann sind sie alle schön neu, wunderbar gebrauchbar, und vor allem zusammen: kein Rumsuchen mehr das nur in Frustration und Ärger über mich selber auswächst.

Eine gesamte Kommodenschublade die total aufgeräumt ist und NUR neue Sachen drin hat: das fühlt sich wie absoluter Luxus an und das zum Preis von ein paar Multipacks an neuen Socken!  Also das leiste ich mir!  Da tue ich mir was gutes.

Warum bin ich auf so was nicht schon früher gekommen?  Warum geb ich mich so oft mit etwas zufrienden das nervt, nicht mehr schön ist und einfach nicht mehr passt?

Verblüffend.

Ich hasse in alten Gewohnheiten zu versinken und mir dessen zu wenig bewusst zu sein.  Das ist auch die Absicht dieses Blogs: aufmerksamer zu sein und mir bewusst zu werden damit ich ein paar Sachen lösen kann. Mein Lebensumfeld zu verbessern indem ich ein bisschen drüber nachdenke was da so alles unbemerkt abläuft.  Bissel mehr Aufmerksamkeit drauf geben mir was gutes zu tun.

Hurra!

Ich kann’s nicht erwarten nachhause zu kommen und die ollen Dinger loszuwerden.

So, und nu recherchiere ich was die Multipacksocken kosten!

Hollereiderljö...
 
 
*: Und die Socken die ich meine sind alle gekauften, nicht meine selbergemachten - die will ich nicht wegschmeissen.  Von denen hab ich auch alle Paare zusammen und die sind nicht in derselben Schublade.  Das dumme ist nur das ich diese Woche eine Motte in deren Nähe gesehen habe.  Wenn die meine schönen Socken gefressen haben, dann bin ich aber sauer!  (Ich hab noch nicht gekuckt, ich hab zu sehr Schiss davor was ich finden werde)

Wednesday, 12 March 2014

Meine Klamotten und was ich mit ihnen will



Wenn ich mir Kleidung zulege, dann kaufe ich was mir gefällt – manchmal nähe oder stricke ich mir auch etwas zum tragen.  Das mache ich vom Bauchgefühl heraus: was mich auch immer anspricht.  Das ist es was mir an meiner Vorgehensweise gefällt und gut tut. 

Was mir daran nicht wirklich passt und nicht gut tut, ist dass ich mir Klamotten einhandle die sich in ihrer Gesamtheit irgendwie so zusammen gewürfelt anfühlen.  Da hat nichts so wirklich Hand und Fuss, es ist alles so recht zufällig und unüberlegt.  Einiges passt zu nichts anderem, anderes trage ich ständig aber vieles nimmt einfach nur Platz im Schrank weg ohne sich den zu verdienen.  Ich hab es satt.  Das passt mir einfach nicht mehr.

Ich möchte meine Garderobe etwas mehr planen - ohne die Spantanität zu verlieren.  Ich denke dass ich beides auch ganz gut miteinander vereinen kann. 

Es macht auch Spass mir zu überlegen was ich gerne hätte dass dann gut zu meinem anderen Gewand passt, eine Ergänzung, ein gute Zufügung.   Das würde mir wirklich in den Plan passen, das gefällt mir. 

Dann fängt’s an interessant zu werden: was möchte ich denn gerne?  Weiss ich das überhaupt? 

Es ist wirklich ulkig, aber da bin ich mir gar nicht so sicher. 

Was steht mir denn?  Es gibt vieles das nicht super doll an mir aussieht, und diese Stil Klamotten trage ich dann auch sehr wenig.  Ist ja klar.  Nur war es mir nicht klar dass sie mir nicht super-duper stehen würden als ich sie mir zugelegt habe.  Da ist ein Plan eine wirklich gute Sache: ein paar Regeln die es einfacher machen zu entscheiden ob es sich lohnt etwas zu kaufen (oder sogar zu nähen!) oder eben nicht.  Da fühl ich mich dann auch im Hirn und im Bauch nicht so furchtbar hin- und hergerissen weil ich dann weiss warum mir etwas gut tut, und warum nicht.

Wenn ich nur so loslege dann kann das daneben gehen.  Und das ist besonders schade wenn ich mir sogar die Mühe mache etwas zu schneidern – wenn es dann nicht wirklich das richtige ist (Farbe, Schnitt, Stil, sonst was) dann macht meine Stimmung Flaute, und ich wusste nicht mal genau warum eigentlich.  Das ist eine Wohltat mir das mal klar zu machen – ich hab wirklich das Gefühl dass sich das lohnt.

So, was hätte ich den nun gerne? 

Der andere Gesichtspunkt der da sehr mit reinspielt ist die massige Anzahl an Stoffen und Wolle die ich mir gesammelt habe über die letzte paar Jahre.  Ich spüre den Drang diesen Vorrat so weit es möglich ist aufzubrauchen: in dem ich nähe und stricke.  Was aber wenn es Materalien sind in denen ich gar nichts haben will? 

Es ist eindeutig: der Plan muss her sonst wird das weiterhin ganz schön unzufriedenstellend.  Und wie. 

Am besten ist es mir zu überlegen welche bestimmten Klamotten mir gut gefallen, gut stehen und die eine super Basis für die geplante Garderobe bilden.  Und mit Garderobe meine ich nicht den Schrank sondern die Ausstattung an Anziehsachen die den Kern bilden werden auf die ich weitere Klamotten beziehen kann – so eine Kerngarderobe an Sachen die ich wirklich mag und die ich ergänzen kann. 

Zuletzt hatte ich mir einen schön kräftig pinkfarbenen Mini Rock genäht.  In einem Schottenkaro bei dem mir die Farbe so gut gefällt und dass es ein Muster ist.  Ich hab auch die Seitennähte gut gemacht: die Karos laufen fast zusammen (die zweite Seitennaht lief schon viel besser als die erste!). Er ist ein kleines bisserl kurz herausgekommen, so 2-3 cm kürzer als ich wollte, aber ich kann ihn trotzdem anziehen.  Da zeig ich halt mal ein bisschen mehr Bein, die sind nicht schlecht, die kann ich schon herzeigen. 

Ich kann schwarz dazu anziehen, und grau. Weiss auch. Ein mittleres Blau ist okay, grün ginge auch. Andere Schattierungen rosa und pink (ich meine eigentlich wie hell oder dunkel die Farbe ist, nicht den ton selber) die gingen auch.  Ach und violett!

Ich kann meine Sachen durchforsten um zu schauen was zu diesem Rock passt. 

Ich habe einige Sachen die schwarz sind.  Andere neutrale Farben auch.  Die wirkliche Herausforderung wird darin liegen farbige Farben zu finden und zu wissen zu welchen bestimmten Klamotten ich sie tragen können werde.

Vielleicht muss ich mir eine Liste mit Fotos machen?  Im Computer am besten.  Vielleicht als ‘mood board‘?  Ich meine eine bildliche Darstellung in der alles mögliche zu sehen ist.

 

Das ist ne Idee...

 

 

Friday, 21 February 2014

Da muss was her!

Ich wollte diesen Blog Post schon als 'Da muss was weg!' betiteln, aber das ist mir zu negativ.  Das was her muss ist Harmonie und die Abwesenheit von Gerümpel.

Ich hab es ja sowas von satt dieses ganze 'Zeugs' im Weg liegen und stehen zu haben - es reicht!



Es war grad am Mittwoch, den 19. dass ich so darüber nachgedacht hatte was mich im Moment am meisten beschäftigt.  Und das ist 'das Aufräumen'.

Das klingt nach nicht sehr viel und nichts weltbewegendem, aber für mich ist es sehr wichtig.  Das ist das was jetzt grad dran kommt, dran ist, und das ich einfach hinkriegen will.

Muss, auch!

Auf Englisch nennt sich diese Sache die man als Gerümpel, Zeugs, Sachen, das kunterbunt herumliegende Allerlei nennen kann: 'Clutter'.  Und wenn was cluttert dann ist das dieses vollmüllen des Lebensraums - lauter Gegenstände von denen man mal dachte dass man sie haben will, und die inzwischen zu einem Hindernis geworden sind der verhindert dass man seinen Wohnbereich geniesen kann.

Ich denk da schon sehr lange drüber nach - und vor allem rede ich immer wieder wie absolut besessen davon dass ich so wahnsinnig gerne aufräumen will (vermutlich eher: alles aufgeräumt haben will) und wie ich das bewerkstelligen kann.

Bis jetzt scheint es nämlich damit absolut nicht zu klappen.  Was Ursache totalen Ärgers für mich ist. 

Warum kann ich das nicht?  Oder eher: warum räume ich nicht mehr auf und halte es dann aufgeräumt?  Ist mir das zu steril wenn alles schön an seinem Platz ist?  Ist das das Problem?


Ich hab neulich was entdeckt - das macht mich sehr happy.

Ich habe bemerkt dass ich mein Badezimmerregal (auf dem viele meiner Badezimmersachen stehen) so gut entrümpelt habe dass dort kein Gegenstand mehr ist den ich nicht benütze. Glaube ich jedenfalls mal.  Hundert pro bin ich noch nicht überzeugt weil ich immerhin vor kurzem ein Stück alter Seife gefunden habe die ich wirklich nicht mehr nehme und auch schon lang nicht mehr benützt habe.  Die passt da also nicht rein.  Es könnte schon sein dass da unbemerkt noch so 1-2 Sachen rumlauern... Unbedingt bald nachkucken!

Was mich daran so gut stimmt: es tut ja so wahnsinning, tierisch gut zu sehen und wissen und zu merken dass da kein Gerümpel in dem Bereich mehr rumlungert und mir das Leben schwer macht!  Da ist alles okay!  Alles ist an seinem Platz, ich gebrauche alles, und ich weiss dass ich mich erstmal nicht drum kümmern brauche ob da irgendwas ist bei dem ich mir den Kopf zerbrechen muss ob ich's mir erlauben kann es aufzuheben, oder ob es doch weg kann.  So eine Wohltat!

Ist das vielleicht herrlich.

Und so will ich es im Rest meines Bereiches auch haben.  Meine Strategie ist es dieses Prinzip des Badezimmerregals auf einen anderen Bereich anzuwenden.  Es muss auch gar kein riesig grosser Bereich sein, ich will da ganz bescheiden weitermachen und mich dann über Erfolge freuen können.  Ich brauch echt nicht auf das Grosse schielen und mich niedermachen solange ich noch nicht alles erledigt habe.

Das hört vermutlich nie auf, weil da immer wieder was dazu kommt.

Ist es das vielleicht was mich da so abhält?  Dass es sich als endlos und undankbar anfühlt?  So als ob da nie was endgültiges draus wird, dass es immer nur zeitweilig bleiben wird?  Ist das das Problem - nervt mich das schon so an dass ich's nicht mal anfange um zu sehen wie weit ich komme?

Hm, das stimmt nun auch wieder nicht so ganz.  Anfangen tue ich immer wieder.  Und es freut mich auch dass ich immer wieder mal anpacke und was wegräume.

Es tut mir auch sehr gut dass ich nicht nur mit einem kleinen Teil in der Gegend rumrenne um es wegzulegen, und dann erst ein Zweites finde dass ich da auch hätte hinbringen können - die meiste Zeit gehe ich da schon eher effizienter vor.  Nicht zu viel kopfloses Rumrennen.

Aber dass ich mir meinen Lebensraum auch immer wieder so schnell vollstelle!  Das ist schon total frustrierend.

Ich glaube ich benütze meinen Bereich nicht so gut und effektiv wie ich das gerne tun möchte.

Ich stopfe die Plätze voll an denen man etwas aufbewahren kann (Regale, unterm Bett, Möbel) und rage dann in den Bereich rein den ich eigentlich aktiv benützen möchte anstelle dort den Rest des Zeugs aufzubewahren (der ja dann eindeutig zu viel ist).  Eine ganzer Stapel Kartons sollte aber eigentlich ins Regal - nur ist das leider schon voll.

Ich kuck auch immer wieder ob ich Bücher wegtun kann.  Ich bin schon so viele Videos losgeworden - voran geht was, aber halt absolut nicht genug.

Es hift auch nichts dass sich meine Leidenschaften immer wieder ändern: wenn ich sehr viel von einer Sache gesammelt habe (z.B. Strickwolle), dann schwenke ich auf einmal auf nähen und viel zu viele Stoffe um.  Herrje.  So was blödes.

Ich hab noch ein praktisches Problem bemerkt: ich habe viele meiner Handarbeitssachen in zu kleinen Kartons die dann unglaublich unordentlich aussehen weil sie nicht einheitlich genug sind, und ihre aufgestapelte Anhäufung ist total kunterbunt. Kein schöner gesamtheitlicher Eindruck.

Sobald ich diese Sachen in die neue Nähkommode einräumen kann, bekomme ich erstens Platz und ich weiss dann auch was ich habe.  Sieben mal elastischen schwarzen Faden brauche ich nicht, da kann ich was davon loswerden.  Und das braucht dann alles so viel Zeit!

Ich bin schon ein paar alte Näh- und Strickzeitschriften losgeworden, unzählige Knäule Wolle, Stoffe die ich nicht benützen werde, usw usf.  Ich hab sehr viel an alten Klamotten aussortiert, und Schnickschnack auch.  Diese beiden Sachen sind die einfachsten.

Am schwersten fällt es mir mich von Sachen zu trennen die ich aufhebe einfach weil sie mir gehören, das ist tierisch schwierig.

Bald mehr!