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Sunday, 30 May 2021

Gewohnheiten ersetzen: nicht so Gutes mit Konstruktivem

In meinem Sprachkurs kam heute eine interessanten Phrase vor: 'Ich will dass du diese schlechte Gewohnheit verlierst'. Das hat mich zum denken gebracht.

Angenommen wir haben eine schlechte Angewohnheit die uns auf den Keks geht? Wie macht man das denn das sein zu lassen? Nur dadurch dass wir uns das sagen ist es noch lange nicht gemacht. Ich denke dass es nur funktioniert das Nervende nach Jottweedee zu verbannen wenn wir eine andere Gewohnheit an deren Stelle setzen.

Wenn es mir stinkt dass ich Umordnung um mich herum verbreite wie ein falsch programmiertes Füllhorn, dann kann ich das nicht lösen wenn ich mir nur die Instruktion gebe das nicht mehr zu machen. Das klappt einfach nicht. Die Lösung muss darin liegen anders anzupacken was ich tue durch das ich dieses Chaos auslöse. Es ist mein Ziel nicht mehr so viel aufräumen zu müssen und damit mehr Freude an meinem Wohnbereich zu haben. Angenehme Seiteneffekte sind dass ich mehr Zeit habe, nicht so arg von mir selber genervt bin, mehr Energie habe Sachen zu machen die mir tatsächlich Spass machen, und dann auch noch dass ich meine Sachen leichter wiederfinde!

Wenn das nicht ein überzeugender Rundumgewinn ist!

Das macht mich an, das will ich erreichen.

Ich habe Ideen wie ich umsichtiger agieren kann aber bevor ich zu praktischen Schritten vorpresche möchte ich kurz überlegen warum ich mache was ich mache.

Ich hab mich seit ein paar Monaten dabei ertappt dass ich Sachen wegstelle oder hinlege ohne genau hinzukucken. Dabei sind mir schon Gegenstände aneinandergestossen, und ich hab sogar eine Henkeltasse vom Tisch katapultiert weil mein Finger steckengeblieben war. Das nervt mich recht. Ich mach das wohl weil ich schon wieder an etwas anderes denke und damit tief beschäftigt bin. Ich will nicht viel Zeit investieren in das Weglegen aber doch genug um einen guten Job damit zu machen. 

Der Vorteil vom genau Hinkucken ist auch dass ich dadurch das Bild vor Augen habe wo der Gegenstand ist - das hilft ungemein beim Wiederfinden!  Wie oft ich zuletzt schon etwas an einem Platz gefunden habe an den ich mich absolut nicht erinnern konnte!  Man will fast an seinem Hirn zweifeln, aber ich glaube das kommt daher dass ich nicht wirklich hingeschaut hatte.

Ich bin mir auch bewusst dass ich Schwierigkeiten damit habe eine Aufgabe abzuschliessen. Ich meine damit zu beenden und so ziemlich alles daran gemacht zu haben. Eine prima Sache ist dabei auch das wieder wegzuräumen was ich rausgezogen hatte. Es geht mir so sehr auf die Nerven wenn ich Zeugs in der Gegend finde die ich vor einer Weile benützt hatte aber stehenliess. Sie sich selber überlassen habe, diese Sachen schnöde im Stich gelassen habe. Ist ja auch nicht nett seinen geschätzten Sachen gegenüber wenn man sie so schofel behandelt. Oder?

Das kommt vermutlich daher dass mir nicht immer bewusst ist wann ich ich die Aufgabe tatsächlich beendet habe. Ich denke oft dass ich z.B. die Schere gleich noch mal brauche oder das Öl für die Türscharniere und will das nicht in der Tiefe des Schranks versenken. Der Zeitpunkt an dem ich mit etwas abgeschlossen habe ist mir nicht wirklich klar. Ich bin vermutlich schon wieder beim übernächsten Ding! Oft werde ich auch von etwas abgelenkt das mich komplett davon abhält mein angefangenes Projekt durchzuführen. Dann muss ich die Nähmaschine wieder wegräumen und den Rock ungesäumt aufhängen - sobald mir klar wird dass ich das Beenden sein lassen muss. 

Aber ich muss sagen dass es mich am meisten irritiert wenn ich eine Tätigkeit über die Bühne bringen konnte, es aber nicht geschafft meine Umgebung wieder in denselben Zustand zu setzen wie er vorher war. Und damit trage ich zur allgemeinen Unordnung bei und ärgere mich...

Wie mache ich es mir bewusster zu sein wenn ich mit etwas fertig bin?  Bewusster leben vermutlich. Genauer hinkucken.  Mir tatsächlich überlegen: "So. War's das nun? Ist da noch was? Erkläre ich es jetzt als beendet?". Es ist ja durchaus okay etwas als getan anzusehen selbst wenn da noch irgendwas dran zu machen sein könnte sollte man sich ganz viel Zeit nehmen um sich das 150% zu überlegen. Aber das ist schon wieder dieses Perfekt sein Wollen, und zu der Überanstrengung will ich mich nicht hinreissen lassen. Mir ist es lieber ein Mensch zu sein der Sachen so hinkriegt dass sie zufriedenstellend sind. Mehr braucht zuviel Zeit und Energie. Und Lebensfreude auch.

Es ist eine wirklich gute Überlegung: mir nicht nur bewusst zu werden wenn etwas gemacht ist (das ist auch so passiv irgendwie, nicht?) sondern aktiv zu beschliessen dass etwas erledigt ist. A la Redewendung: "Punktum und Streusand drauf." Cooler Ausdruck!  Ich finde es prima weil die Entscheidung wirklich an mir liegt und ich damit eindeutig am Steuer sitze. Das gefällt mir, mit Betonung!

Was ich machen will wenn ich diese innere Unruhe habe in der ich von einem zu anderen hüpfe ohne mir Zeit zu nehmen eine einzelne Sache zu absolvieren, das weiss ich noch nicht genau. Ich hab noch nicht wirklich die Ideen oder Einsichten dazu. Darüber will ich noch weiter nachdenken. Ich bin ja auch nicht perfekt, heh-heh!

Sunday, 17 March 2019

Nur ein paar Handgriffe auf einmal

Embed from Getty Images


An manche Sachen muss man sich rantasten.  Das fällt mir immer wieder auf.

Ob das nun die Ärmel in der Bluse sind die ich gerade nähe, ein offizieller Antrag für den ich noch nicht den Kopf frei habe, die Stornierung eines Abonnements, oder auch der leidige Zustand meiner Wohnung...

Manches braucht seine Zeit und von diesen Aufgaben gibt es welche vor denen wir uns geradezu grausen.  Die gehen einfach nicht fast wie von selber wenn man sie nur anfangen würde.  Selbst wenn man anfangen kann, da klappt noch nicht so alles.

Das Anfangen selber ist schon das schwerste.

Es stellte sich heraus dass das Ärmeleinsetzen wesentlich einfacher war als befürchtet:  es ist ein Stil der viel einfacher zu nähen ist als normale Ärmel. Ich hatte nur vorher noch nie Tulpenärmel versucht. Ich glaub ich hab mich in die Dinger total verliebt!  Wenn sie auch noch okay zu bügeln sind, dann bin ich ein Riesen Fan. Mal kucken.

Weil das Blog Schreiben so seine Weile dauert und ich gerne Unterbrechungen eingehe in denen ich was anderes mache:

Inzwischen geht's an die Knopflöcher von selbiger Bluse. Die nähe ich auch nicht gerne. Ich weiss aber dass meine Nähmaschine die fast 'von alleine' näht, also eigentlich "ganz einfch" (hüstel). Die einzige Schwierigkeit liegt darin die Abstände der Knopflochpositionen schön genau auszumessen und zu markieren. Und so was läuft oft mal schief wenn man es unter Zeitdruck oder mit wenig Konzentration macht.

Manches braucht einfach seine Zeit. Und das ist einfach so.

Das Geheinis was die ganze Chose einfacher macht und den Einstieg erleichtert: ein paar Handgriffe auf einmal. Wirklich nur ein paar!  Oder sogar auch nur einer, das geht auch. Mit jedem kleinen Bisschen wird alles leichter!

Ich hab immerhin gerade den richtigen Nähfuss an meiner Maschien installiert, das ist oft auch so ein Hindernis. Wenn es einem einfach zuwider ist so was zu machen. Aber nu hab ich!

Abgesteckt sind die Abstände auch schon (hurra!), und es steht dem eigentlichen Nähen nichts im Wege. Noch besser ist es dass die Bluse dann fertig ist. Es gibt sonst nichts weiteres daran zu nähen (naja okay, die Knöppe selber noch aber nix anderes mit Maschine).  Ich brauch mich also nicht zu sorgen dass noch was anderes drohend über mir hängt und mir die Laune verhagelt. Ich muss wirklich nur diese eine Näharbeit machen. Wann auch immer es gut reinpasst. Und das kann bald sein. Und wann es sein wird, dann ist es gut.

~ ~ ~

Die andere Sache die mir zu der Überschrift eingefallen ist, ist auch das Aufräumen. Wenn ich die riesig grosse Aufgabe vor mir sehe dann geht gar nichts.  Das ist ein Riesenberg, und bei dem Gedanken setzt alles aus.

Aber mit ein paar Handgriffen hier und dort, das geht!

Ich kucke auch zur Zeit jetzt immer wieder mal auf Ecken oder auch Stellen am Boden wo etwas stehen könnte dass ich schon lange nicht mehr in Betracht gezogen habe: steht das wirklich dort noch gut, ist es dort aufgeräumt?

Oder hilft es mir tatsächlich viel wenn ich einen anderen, besser geeigneten Ort für diesen Behälter finde?  Weil dann das ganze Zimmer mehr aufgeräumt aussieht also vorher. Das einfach nur Rumstehen hatte den Raum weniger gut aussehen lassen, nur hatte ich das vorher nicht gemerkt.  Deswegen ist es auch so gut mal was umzustellen. Mal die Überlegung haben was wo besser passt, was Sinn macht, wo man weniger drüberfällt.

Das sind grade so die Überlegungen die mir hoffentlich meine Aufgaben leicher von der Hand gehen lassen.

Sunday, 9 September 2018

Weiter geht's

Schön ausbreiten ist immer gut

Hier ist noch ein Beitrag den ich vorbereitet hatte, und wohl aufgehoben hatte:


Ich hab weiteren Papierkram gefunden.  Ich hatte schon einen Karton voll und nochmal eine Handvoll sortiert, am grossen Esstisch an dem es wunderbar ging, - und mir war doch so als wäre da noch einiges mehr!

Das hat mich recht genervt dass ich das weitere Zeug erstens nicht finden konnte, und dass ich die olle Chose zweitens auch noch an mehreren Orten rumstehen hatte. Dieses Verstreute ist dermassen gemein. Grrrh.

Diese Papiere fanden sich dann in Kartons die ich unter Aufbewahrungsbehälter gestellt hatte.  Sie hatten wohl den 'Zweck' (ja ja, als ob!) als Fundament für die anderen Dinger zu fungieren, damit die nicht auf dem Boden standen. Das ist noch mehr total grrrrh!!

Immerhin hab ich sie nun rausgezogen.  In dem Karton ist auch noch alles mögliche drin an Papieren für mein Geschichtsforschungsprojekt, also Sachen die ich brauche.

Und ich hab Steuerbelege und Lohnzettel gefunden die ich glatt grade brauche!  So weit war ich noch gar nicht nach denen suchen zu wollen.  Sehr angenehm sie zu finden bevor es unangenehm wurde. Ich war total hin und weg von dieser wunderbaren Überraschung! Manchmal läuft was wie flüssiger Honig...

Den Ehrgeiz ALLES an Papierkram sortieren zu wollen, den hatte ich denk ich mal noch nie.  Das kam mir immer zu ehrgeizig vor, als ob ich es nie schaffen würde.


Und nun habe ich es geschafft!

Ich muss sagen das ist ein wunderbares Gefühl!  Ich bin voll begeistert. Es fühlt sich so leicht an, so befreit. Ich kann das in meinen Knochen spüren dass es ein irre gutes Erfolgserlebnis ist.  Das möchte ich gerne weiter so machen, vielleicht auch auf anderes anwenden.  Mal die ein oder andere Ecke meines Zimmers aufräumen um Harmonie herzustellen. Aber lieber nicht zu ergeizig sein, da ginge der Schuss in die andere Richtung los. Das weiss ich ohne Zweifel.

Ulkigerweise verursacht das 'allen Papierkram sortieren' auch ein anderes Gefühl: irgendwie fühlt sich das auch als Leere an und ich weiss schon dass ich das gar nicht mag.  Das kann sehr gut der Grund sein warum ich solche Schwierigkeiten mit Aufräumen habe: es fühlt sich dann etwas ungemütlich an. Tschah, wirklich gute Erklärung, hmph.

Das 'alles sortiert' löst so ein Gefühl aus von: ist da wirklich nix mehr das rumliegt?  Hab ich nicht noch wo einen Platz an dem sich Papierzeugs verbirgt? Blöderweise ist das ein Gefühl das ein kleines bisschen beklemmend oder enttäuschend ist: als ob da kein "Schatz" an Papieren mehr ist den man "entdecken" kann.

So ein Blödsinn! Ich hab meinen Papierschatz in Ordnern drin. Ordner die Themen haben, in denen ich sehr gut (und leicht!) meine Schätze wiederfinden kann!  Was hab ich da so ein blödes leeres Gefühl wenn es doch gar nicht stimmt. Also echt, ich muss mich an eine neue Denkweise gewöhnen. Dieser olle Mechanismus nützt mir gar nichts, es ist nur nervig in so ein dämliches Verhaltensmuster zu fallen weil ich daran gewöhnt bin. Grrh.

Hier ist das schöne Fach in das ich alle Papiere lege die noch nicht sortiert sind.  Es sind nicht nur 'unangenehme' Sachen drin (bei denen ich mich überwinden muss sie zu erledigen), sondern auch schöne.  Wie z.B. etwas zur Inspiration, ein Strickmuster, ein Foto, eine Notiz mit Details von einer Freundin... also durchaus Sachen die ich gut gebrauchen kann, und die mir Freude mache wenn ich sie wieder in die Hand nehme.

Ich finde das ist eine gute Mischung.



Monday, 1 May 2017

So richtig schön ausbreiten...

Ich hatte einen Blogbetrag vorbereitet und noch nicht reingestellt, so was.  Hier ist er:


Also dieses Aufgeräumtsein hat doch echt was für sich: da ist doch glatt der Zimmerboden angenehm frei wenn ich mich mal wieder so richtig schön ausbreiten will!

Ich kann den Stoff für mein neuestes Nähprojekt auf dem Boden weit genug auslegen um die Box darauf abmessen zu können.



Ich möchte nämlich gerne, schon seit viiiiieeeelllll zu langer Zeit endlich den Karton auf dem mein Fernseher steht mit einer Stoffhülle versehen.  Ich hab im Moment einen Badestrand'schal' (wie heissen die Dinger denn? Ist das ein Sarong? Man wickelt es um sich rum wenn man einen Badeanzug anhat und am Strand etwas bedeckter sein will? Hm) - und ich hatte dann auch noch ein Stück Quiltstoff so irgendwie komisch drumrum genuschelt. Das hatte weder Hand noch Fuss.

Und ich hab doch so viel Stoff dass das eigentlich kein Problem sein sollte! Ä-hem, ja ja: "eigentlich"!  Das kennen wir doch. Pshaw!

Ich hab genug Platz in meinem jetzigen Zimmer dass ich mir auch einen richtigen TV Stand kaufen könnte, also so ein Schränkchen, aber ich hatte so eins schon mal und musste es bei einem Umzug loswerden und hab auch keine Videos mehr die da reingestellt werden könnten. Oder Sky Box oder sonst was. Es kann also auch gut einfach ein Karton sein.



Und diesen spezifischen Karton muss ich behalten weil er der Behälter für meinen Overlocker ist, die Nähmaschine mit der man schöne Säume macht. Den brauche ich.

Warum also nicht zwei Sachen vereinen so dass mir beides nützt?  Ich hab den Karton wenn der Overlocker mal wieder verstaut werden muss, und ich hab was auf das ich den Fernseher stellen kann ob der Overlocker nu drin ist oder auch nicht.  Ich werde mir einfach nur eine Hülle nähen die man über fünf der Seiten zieht, der Boden kann freibleiben.

Und ich brauche Stoff auf!!!  Ist das nicht absolut fantastisch?

Ich bin total begeistert von all diesen Elementen. Ist das gut.


Mein Kartonüberzug für den TV Stand der in seinem eigentlichen Leben der Karton für einen Overlocker ist.  Die weissen Styroporteile sind noch alle drin - der Überzug ist unten offen.  Ich glaube die ungesäumten Kanten hab ich einfach drunter gestopft.

So eine super Lösung gefällt mir total.

Ich könnte auch gut einen Behälter brauchen in dem ich Wollsachen vor Motten schützen kann, das wird eins meiner nächsten Projekte!

Sunday, 23 April 2017

Wofür?

Ich bin heute früh auf eine sehr gute Frage gekommen: wofür mache ich das eigentlich?  Was bringt es mir und was bekomme ich im Austausch?



Es geht mir wieder ums Aufräumen mit der Anmerkung dass ich es doch tatsächlich in den letzten zwei Monaten geschafft habe ALLE meiner Papiere zu sortieren, einzuscannen und abzulegen.  Ich bin sehr stolz auf mich!

Auf diese 'wozu' Frage bin ich über etwas anderes gekommen: das Abnehmen. Nicht relevant aber so lief mein Gedankengang eben.

Ich mache seit 90 Tagen (das sind doch glatt drei Monate, wow!) das Kalorienzählen.  Es funktioniert sehr gut*: ich hab nachhaltig drei Kilos abgenommen und mein App sagt mir dass es 4.5 waren.  Das passt gut: ein halbes Kilo hin oder her kann die Waage sein, und um ein Kilo oder so schwankt man ja oft, das geht rauf und runter wie ein Yoyo.  Aber als Trend hab ich auf jeden Fall drei Kilo abgenommen. Ich bin sehr glücklich darüber.

* Ein paar Tage geht es sehr gut, und dann ist wieder für ein paar Tage der Hund drin. Das ist so ein Auf und Ab! Aber im Moment läuft es okay.

Mir war so ein Mann vor'm inneren Auge der es nicht einsieht Salat zu essen weil es keine "Männersache" sei.  Also ein zweidimensionales Symbol und keine wirkliche Person.  Manchmal kann man Ideen an solchen Einbildungen ganz gut 'abmessen'. So zu sagen. Abwägen und einstufen.

Ich hatte herumsinniert was ich jemandem raten würde der gar nicht empfangsbereit ist bei dem Gedanken seine Essgewohnheiten langzeitig zu ändern und stocksauer reagiert dass er da auf lange Sicht weniger essen soll (oder Salat!).  Ich hab mir diesen Kerl dann so vorgestellt dass er einen Flunsch zieht und kriegerisch wissen will wofür es so was machen sollte.  Was kriegt er dabei heraus?  Was bringt es ihm?

Und das hat die Idee ausgelöst: was bekommen wir im Austausch dafür dass wir viel Arbeit in etwas stecken, uns viel Mühe geben, Zeit und Energie verwenden.  Da muss was dabei herauskommen weil sonst macht man nix mühevolles.  Asketen sind wir keine.

Wenn man sagen würde dass das Ergebnis beim Abnehmen das Abnehmen ist, also das 'funktionelle', dann erschliesst sich einem nicht um was es einem dabei geht.  Nur schnödes 'Abnehmen' wird einen nie motivieren.

Diese eigentlichen, tiefergehenden Ziele sind vermutlich von Mensch zu Mensch verschieden.

Sicher, ich kann nach dem Abnehmen leichter einem Bus hinter herrennen und ihn noch erwischen aber das wird mich nicht so doll motivieren wie zu wissen, zum Beispiel, dass dann meine selbergenähten Klamotten sicher besser über meine Kurven drapieren als wenn ich so gedrungen aussehe.  Es gibt mir mehr Selbstbewusstsein (was ich grad gut gebrauchen kann) und es gibt bestimmt noch andere Vorteile and die ich grad nicht denke.

Und beim Aufräumen eben finde ich Vorteile heraus die mir vorher gar nicht eingefallen sind.  Dass kein loses Papier mehr in irgendwelchen Kartons versteckt liegt, dass ich eine bessere Ahnung habe was wo ist, und was ich habe... das ist ein wunderbares Gefühl!

Ich fühle mich so als ob ich endlich das Saumzeug an das Zeugs lege und mit den Zügeln schnalzen kann, während vorher das Wirrwarr und die Unordnung die Zügel an mir angelegt hatte und mit der Peitsche knallte jedesmal wenn ich was brauchte und danach suchen musste.

Es fühlt sich leichter und befreiend an, ich kann jetzt besser atmen.

Und nun muss ich herausfinden 'wofür' ich das mache.  Das ist mir noch nicht alles eingefallen.

Ich möchte gerne das unordentlich Aussehen meines Zimmers gegen mehr Harmonie eintauschen. Ich will dass das Bild meines äusseren Bereichs mich nicht so verhuscht aussehen und fühlen lässt sondern mir stattdessen eine Erleichterung bringt.

Mit mehr Ordnung (und Harmonie) um mich herum hab ich mehr gedanklichen Platz und auch physischen Raum in dem ich meine Hobbies leichter und besser ausüben kann - ob das nun nähen, stricken und quilten ist, oder am Computer Blogposts zu tippen oder meine geschichtliche Forschung ausüben.  Grade für letztere ist es sehr wichtig zu wissen wo man Dokumente und anderes Ausgedrucktes hat. Sonst macht man es sich recht schwer.

Das was 'herumliegt' liegt da weil ich es doch glatt brauche, nicht ausversehen!  So kann ich leicher sehen was ich bald machen will oder muss.  Der Brief mit dem Arzttermin der hier immer noch lag hat heute endlich ausgelöst dass ich sah dass der Termin noch gar nicht im Kalender eingetragen war - ich dachte ich hätte schon.  Gut dass es erst am Dienstag ist!

Also hab ich bis jetzt drei Sachen entdeckt die ich gegen die Mühe des Aufräumens eintausche: Harmonie, Kontrolle und Übersicht.

Das sind wunderbare Sachen die ein prima Entgelt für meine Arbeit, Mühe und Zeit sind.

Ob es wohl auch eine direkte Auswirkung ist dass ich weiterhin Lust habe einen weiteren kleinen Bereich anzupacken?  Mein Auge fiel auf meine Nähschnittkollektion auf denen einiges draufliegt das ich da wirklich nicht dort lagert wollte...  Wer weiss was ich als nächstes anpacke und wann ich den Impuls dazu bekomme.  Aber ich hab jetzt eine viel bessere Idee warum ich das mache und was es mir nützt.

Ich hab das Gefühl dass das einen grossen Unterschied macht, und mir sehr viel bringt.  Ich bin gespannt was mir noch so einfällt das ich vom Aufräumen bekomme!

Hurra!

Tuesday, 21 March 2017

Also, dann mach ich es halt...

Ich bin grad irgendwie gnatschig drauf. Meine Hauptaufgabe (Jobsuche) läuft grad nicht so gut weil es sich nicht so anfühlt als ob bald was passiert, und dann war da auch noch das graue Wetter und eher Verhau in der Bude, und mit dem hat es was spezifisches auf sich...

Ich hab's doch glatt geschafft mir (viele) meiner Papierkramsachen zu schnappen, ins Esszimmer zu tragen und das ganze Zeug auf dem sehr grossen Esstisch auszubreiten.

Das hat super geklappt: ich konnte genug Stapel machen um noch zu wissen was wo lag und dann auch schon anfangen manches abzuheften: die ausgedruckten Strickanleitungen und Muster in den Ordner den ich auch mitgenommen hatte, so kleineres Zeug das ich noch weiter im Original haben will zum inspirieren, oder weil es eine Urkunde oder so was ist, die dann in andere Ordner die dafür gedacht sind.

Zum Teil hab ich auch Plastikhüllen und Abhefter und so was gefunden (also Bürobedarf) was ich zuerst auch gestapelt hatte, und dann super gut gebrauchen konnte.

Manche Rubriken blieben in Stapeln: die paar Lieferscheine von Onlinebestellungen die noch übrig waren weil ich andere schon eingescannt hatte, die hab ich dann auch recht schnell erledigt: was weg ist das ist weg und das kann mir dann nicht mehr auf den Geist gehn!

Und mir eben nicht aufs Gemüt schlagen, wie diese blöde Malaise die mich grad recht anödet.

Es blieb leider noch einiges liegen das ich nach zwei Tagen auf dem Esstisch (die Leute wollen so ein Teil ja für den eigentlichen Zweck benützen) dann mit in mein Zimmer schleppte und dort auf dem Boden ausgebreitet hatte - in der Annahme dass ich es dann schneller wegsortieren kann.

Ja Pustekuchen! Da lag es gut. {hüstel}

Dann hatte ich doch mal einen Ordner rausgezogen, anderes umgebeut, usw, und damit eher noch mehr Unordnung verursacht.  Ach ist das aber was von wäh!

Vorhin gerade hat es mir dann so gereicht dass ich mir die Papiere über irgendwas mit Rente geschnappt habe und sie halt doch grade einscanne - mit der Schwierigkeit dass manches einseitig und anderes doppelseitig ist.  Dann halt in Grüppchen und die paar leeren Seiten die werde ich los wenn ich wieder ein Programm habe dass das kann. Geht auch.

Das lustige (dämliche?) das mich davon abgehalten hat es zu machen?  Weil das Scannen so lange dauert. Ho-hum, ich kann ja die Zeit währenddessen benützen etwas zu machen das mir Spass macht?  Das geht doch, net wohr?  Also echt.

So was wie diesen Blogeintrag zu schreiben, das macht doch Spass!  Und ich hatte auch so einen netten Austausch in den Comments - ach ist das schön!  Da fühlt man sich mit diesem Zeugs nicht so alleine.

Aber was hab ich mich auch überwinden müssen dieses Pippifaxeinscannen zu machen!  Gott.

Und was nu diesen kleinen einseitig/doppelseitigen Stapel an Papieren angeht: fertig ist die Laube!  Ist echt super, baut mich total auf.

Tuesday, 3 January 2017

Alte Last abwerfen




Heute habe ich einen ganzen Stoss Bedienungsanleitungen gefunden für Geräte die ich gar nicht mehr besitze (also echt, so was!).  Ich hab sie ausserdem auch nur gefunden weil sie in einer Plastikhülle waren die kaputt ging als ich sie heute anfasste.  Sonst wäre ich noch nicht darauf gekommen was alles in der Hülle war.  Ich sah eine Anleitung für eine Nähmaschine die ich noch brauche, ich hatte keine Ahnung mehr was sonst noch drin war.

Diese Anleitungen waren auch recht schwer: es tut ja so gut etwas loszuwerden das man nicht mehr braucht bei dem man auch noch das Gefühl haben kann einiges an Gewicht loszuwerden.  Ich spüre dass es Platz schafft und dass ich weniger rumschleppen werden muss beim nächsten Umzug.

Natürlich war ich sehr überrascht dass ich diesen Stoss unnützen Papier nicht schon viel früher losgeworden bin.  Das prägt sich mir noch mehr ein weil ich heute auch etwas mehr durch einen Küchenschrank geschaut habe in dem hauptsächlich Lebensmittel sind.

Ich hatte vor zwei Wochen schon einige Gewürze weggeworfen die abgelaufen waren - das hat sich super gut angefült: altes zum Ende des Jahres (also letzten Jahres) loszuwerden.  Da will ich weitermachen.

Ich habe ein paar Sachen gefunden die in 2015 und 2014 abgelaufen waren - also weg damit.

Ich denke über beides nach und mir fällt ein: warum schaue ich eigentlich nicht öfter in die Ecken die ich übersehen habe?  Mache ich das mit Absicht oder ist es nur alte Gewohnheit die bequem ist?

Und gibt es eine Entsprechung zu meinem inneren Leben?  Hmm, könnte ich es eventuell sogar andersrum aufbauen: kann ich meine Bereitschaft meine inneren dunklen Ecken anzuschauen und zu untersuchen vielleicht auf mein Umgehen mit meiner äusseren Umwelt anwenden?

Das wäre eine gute Strategie. Das wär sogar super gut.  Ich möchte gern das Gefühl haben Kontrolle über meine Aussenwelt zu erlangen.  Mann, wird sich das total genial anfühlen wenn ich weiss wo meine Sachen sind!  Wenn ich meine Unterlagen und alles Papierzeug durchgeschaut habe, sortiert und eingescannt oder abgelegt. Oh ja, bitte!  Super duper.

Und für den Moment jetzt bin ich auf jeden Fall froh dass ich diese Hülle losgeworden bin: sie ist doch glatt von allein auseinander gefallen!  Ich hab weiterhin die fitzelkleinen Teile davon gefunden, sehr nervig.  Und die Gewürze, Lebensmittel und Anleitungen bin ich auch los!!  Man muss feiern was erfolgreich war.  Juhu!

Was kann ich denn noch weiter loswerden?  Das macht Spass!

Wednesday, 14 December 2016

Mehr Harmonie: es klappt! Es klappt!

Hach, ist das toll: ich mache Winzlingsschrittchen die zu mehr Harmonie in meinem Lebensbereich führen. Ist das schön!


Weil Aufräumen so oft diese Riesenanstrengung ist, verleidet mir das es öfter zu machen. Ich muss dann wenn Besuch kommt, weil ich mich sonst schäme wie es bei mir aussieht.

Das wurde mir neulich wieder sehr bewusst als ein Mitbewohner mein Zimmer mit kritischem Blick betrachtete. Das hat sich gar nicht doll angefühlt, vor allem als ich mir vorgestellt hatte wie ich das selber mit den Augen eines anderen sehen würde (man ist sich selber gegenüber ja am kritischsten). Also nach Harmonie schaut es hier nicht wirklich aus.

Wie geht es sonst - wenn nicht als Kraftakt der Riesenaufräumerei?

Winzlingsschrittchen!

Und nu klappt es viel, viel besser!  Mir fällt immer wieder so eine Kleinigkeit auf die nicht dahin gehört wo sie gerade rumpflätzt und sich den Lenz des Lebens macht - sehr oft weiss ich sogar wo das stattt dessen hingehört und viel besser aufgehoben ist. Und wenn ich gar nicht weiss wohin mit dem störenden Teil: dann überlege ich mir wo ich es suchen würde wenn ich es das nächste Mal brauche - dann ist es oft sehr schnell klar wo es hin soll.

Ich kucke mich inzwischen auch immer wieder um um wahrzunehmen was mir sonst entgeht: was eben an kleinen Sachen rumliegt oder welche Ecken und Fleckchen vernachlässigt aussehen (es gibt noch einige davon, den Perfektionismus will ich mir abschminken - also gut so), und dann geh ich hin und trage es dahin weg wo es am Platz ist. Oder räum auch mal ein Fleckchen frei, wische, und verstau meine Besitztümmer wieder. Da kann auch mal was woanders hin. Hurra!

Dieses Übersehen war mir schon lange bewusst, aber wie lösen hatte sich mir nicht eröffnet. Deswegen ist es super prima und wunderbar aufbauend zu sehen dass mir diese Kleinigkeiten im Moment immer wieder auffallen.

Selbst wenn es nur ein Packen Tempos ist, oder ein paar Strickmarkierer - wenn ich es sehe und wahrnehme dann kann ich es an seinen Platz tragen. Und was da zum Teil mitten im Weg rumliegt ohne dass ich es sehe! Eiderdaus, es ist erstaunlich.

Ich hab gerade ein Knäul Wolle unterm Computermonitor 'gefunden' mit dem ich zuletzt gestrickt hatte. Das ist jetzt im selben Beutel mit der anderen Wolle für das selbe Projekt. Als ob man blind wäre?

Es ist das immer wieder anpacken das einen Unterschied macht. Was für eine Erleichterung das zu erleben! Das baut mich total auf. Ich hoffe das hält lange an. Ich will dem Perfektionismus vorbeugen, der ist ein Hindernis und wirkt damit genau in die falsche Richtung: hemmend.

Inzwischen schaut es schon viel besser aus bei mir - und es bleibt auch länger so als früher.  Die Ecken und Plätze die noch nicht salonfähig sind und die ich leicht übersehe, an die will ich mich peu a peu machen. Nur ja nicht wieder einen Kraftakt: nach denen ist viel zu lange Sendepause.

Ich hab auch Behälter von denen ich mir erhoffte dass in ihnen das Zeug gut aufgehoben ist, - aber die quellen oft über und haben sich so wie ich sie benütze noch nicht bewährt. Es ist halt auch ein Fleck an den ich näher hinkucken werde wenn er dran kommt: ich lege zu leicht Sachen obendrauf: auf den Tisch, oben auf den Drucker oder sonstwo ohne diesen Ramsch gleich wegräumen zu können: Wäsche, Bettwäsche, Papiere, Broschüren, "Abgestelltes"... ich weiss gar nicht was sich sonst noch so ansammelt.

Das kann ich noch nicht sein lassen, das passiert mir immer wieder. Da mache ich wohl einen Schritt und nicht den weiteren: die Sachen weiterbefördern bis sie am richtigen Platz sind. Mal sehen was da noch so dran ist.

Eine andere Sache die schon geholfen hat; ich hab einen schönen Beutel genäht für ein Paar Wildlederschuhe die ich nicht oft anziehe. Sie sind sehr hoch. Der hübsche Beutel schaut wie schmückende Innenausstattung aus, der kann bleiben. Die Idee will ich auf anderes auch anwenden.


Meine angefangenen Nähprojekte landen oft weiss der Teufel wo: unter dem Nähtisch, am Haken der Tür, neben einer Kommode, auf einer anderen Kommode und auch noch im Kleiderschrank. Ich möchte gerne einen schliessbaren Plastikbehälter (in denen grad meine Stoffe sind) dazu umfunktionieren in einem davon meine Nähprojekte aufzubewahren: an einem Ort (und die hängenden Sachen weiter rechts im Kleiderschrank. Also zwei Orte. Okay). Ich bin total scharf darauf soviel Stoffe wie nur möglich aufzubrauchen und hab das Gefühl dass ich mich von anderen trennen werden muss weil mir der ganze Haufen Stoff über den Kopf wächst. Und ich hab oft nicht genau den Art an Stoff (Dicke, Gewicht, Webart, Elastizität, Farbe, Muster usw) wie ich ihn brauche um ein neues Projet daraus zu nähen. Mist.

Ich hatte in den letzten zwei Wochen 3-4 Sachen genäht, darüber bin ich sehr happy.

PS: diese Schuhe die kleine Schritte symbolisieren sollen die hab ich seit letzter Woche nicht mehr: ich hatte das nagende Gefühl dass mit ihnen etwas nicht mehr stimmte und dass ich nur noch nicht entschieden hatte sie wegzuwerfen (warum? Häh?). Also bin ich kurz reingeschlüpft: ein Absatz hat sich an der Sohle gebogen hat und dann konnte ich sie kurzerhand in den Abfall befördert. Was für eine Erleichterung!

Wednesday, 1 June 2016

Harmonie tut mir gut

Was ich gelernt habe: ich bin nicht perfekt, und ich will auch nicht perfekt sein! (‘perfekt sein' ist mir ein Gräuel)
 
So bin ich an den Gedanken gekommen:
 
Ich schätze es sehr wenn die Harmonie um mich herum herscht und sich alles so schön ausgewogen anfühlt: ein aufgeräumter Lebensraum der unbelastet von Chaos des herumliegenden Gruschtes ist. Das ist ein schönes Leben!
 
Ich hab dieses Problem mit Sachen die liegen bleiben und das Problem ist dass das Zeug dann auch ewig liegen bleibt.  Als ob es angewurzelt ist an welchem Ort es auch immer mal zu liegen kam!  Furchtbar.  Ich wälze Sachen manchmal um, oft schiebe ich sie auch nur von einem Fleckchen zu anderen, oder ich beuge um.
 
Also eigentlich stecke ich ganz schön was an Arbeit rein um das Zeug rumliegen zu haben!
 
Was ist der Unterschied zwischen rumliegen und mir ein Grauen sein, und aufgeräumt zu sein und mir damit gut tun?
 
Wenn Sachen an ihrem richtigen Platz sind, dann sind sie aufgeräumt – sie fühlen sich harmonisch an.  Ich muss mir überlegen welcher Platz für eine Sache der richtige Platz ist, ohne geht das nicht.  Das ist der erste Schritt.  Gleiches zu gleichem fühlt sich auch sehr gut an: dann finde ich das Zeug auch leichter wieder und damit fällt auch ganz schön was an Last von mir ab.
 
Das ‘aufräumen‘ scheitert oft daran dass es sich nach so einem Kraftakt anfühlt.  Dass man sich so verausgaben muss.  Aber die Sache ist die: wenn ich ein bisschen was auf einmal anpacke dann geht das viel leichter.  Dann fühlt es sich nicht nach brutal viel Arbeit an. 
 
Ich hatte am Samstag eine Freundin zu einer Nähsession eingeladen, - ich wollte mich nicht schämen, und auch den vorhandenden Raum gut nützen können. Es hat auch gut mit dem Aufräumen geklappt: ich hatte nicht alles bis zum letzten Drücker liegen gelassen sondern frühzeitig angefangen Sachen an ihren rechten Platz zu legen.  Das hat gut getan.
 
Wir haben zusammen genäht, abgemessen, den Schnitt abgeändert und Fotos aufgenommen.  Da hat es sich dann doch etwas gerächt dass ich das letzte Zeug doch nur in eine Ecke gestopft hatte: die Ecke hat es verhindert dass ich leicht die Schubladen meiner Nähkommode aufmachen konnte. Upps. Das merke ich mir fürs nächste Mal.
 
Es hat sich gut angefühlt dass wir uns in dem Zimmer rühren konnten. Die Nähmaschine, der Spiegel und das Bügelbrett waren alle gut zugänglich.  Da kann ich mir verzeihen dass es die Nähkommode nicht war. Drei Sachen von vieren ist schon ganz schön gut!
 
Nun ist die Nähsession vorbei und das Zimmer ist noch (relativ) gut aufgeräumt.  Ich möchte es so gerne auch so halten!  Dass es weiterhin harmonisch ist und ich nicht in Chaos untergehe.
 
Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und natürlich hab ich gleich wieder angefangen Sachen rauszuziehen die dann fast alle wieder liegen geblieben sind.  Manche weil ich sie nicht richtig aufgeräumt hatte und etwas brauchte und dann wieder nicht wusste wohin damit (aha, Schritt 1: ich muss mich entscheiden: wo ist der richtige Platz!?) und anderes weil ich es nicht gleich wieder weg tun wollte.
 
Ich hab Bücher mit Strickmustern, Wolle, Nadeln und andere Strickangaben rausgezogen.  Ich konnte mich nicht recht entscheiden welches Garn ich in welchem Muster stricken wollte.  Dass die Sachen erstmal offen rumlagen hat mir für kurze Zeit auch gut getan: ich konnte alles anschauen was mich angemacht hat – es war alles schön in meienm Blickfeld damit ich mich entscheiden konnte.
 
Leider passiert dann dieses Dings – ich merke nicht wann der Zeitpunkt ist wenn das Zeug rumliegt obwohl ich es nicht mehr im Blickfeld gebrauchen kann.  Es ist mir wohl auch nicht klar wann ich mich etwas anderem zugewendet habe und aufgehört habe diese Sache zu machen.  Das fällt mir erst nach einer ganzen Weile auf.
 
Und ich muss ja auch nicht von mir verlangen dass ich alles aufräume sobald die Minute da ist in der ich Zeugs nicht mehr brauche!  Es reicht doch auch wenn mein Blick auf etwas fällt und mir einfällt dass ich das nicht rumliegen haben brauche.
 
Und dann räume ich ein oder zwei Sachen auf einmal auf.  Es muss wirklich nicht gleich alles in einem Schwung sein!  Das ist zuviel Kraftakt.
 
Und dann gibt’s noch eine Überlegung auf die ich mit meinem Strickzeugs dem rausgezogenen gekommen bin: wenn ich sofort aufräume sobald mir auffällt dass was da liegt – bis alles wieder wie in einem Showhaus in der Ausstellung aussieht – da würde ich mich auch nicht wohlfühlen.  Es muss okay sein wenn ein bisschen was rumliegt, das lässt den Raum dann wohnlich aussehen.  Wenn alles weggesperrt ist dann ist das auch nicht doll.
 
Aber den Anspruch zu haben dass immer gleich wieder alles weggekommt, und dass es dann der Riesenaufwand an Kraft ist: nein, das ist mir zu blöd. Perfekt bin ich nun mal nicht, und ich will es auch gar nicht sein!
 
Das wäre ja gräuslich.
 
 
Fazit:
 
  1. Mich für den richtigen Platz für etwas entscheiden
  2. Immer wieder mal gescheit hinschauen um zu sehen was Chaos ist und weg kann (und was schön wohnlich aussieht)
  3. ...und dann nur ein paar Sachen auf einmal aufräumen.  Ich kann sowas auch auf mehrere Male anpacken, so geht es auch!
     
  4. Und freuen!  Dass es so schön aussieht und ich mich wohlfühle!

Thursday, 24 March 2016

Harmonie ist schöner!


Na so was, diesen Post hier wollte ich schon vor den vier oder so vorigen reinstellen und hab es wohl nicht als beendet betrachet, oder so? Keine Ahnung. Mit Verspätung aber trotzdem:


Diese Woche hatte ich mit einer Freundin gesprochen die ich sehr darüber bewundere dass sie zu einer Therapeutin gegangen ist um einiges durchzusprechen.
Sie hat mir nicht viel darüber gesagt was so im argen lag bei ihr aber sie erzählte einer dritten Freundin was auslöste dass sie hin ging: sie fühlt sich von einigem in ihrem Leben überwältigt und vielleicht auch etwas bedrängt.

Sie hat dann die Therapeutin nicht als solche, in dieser Rolle eben, gesehen sondern nannte sie immer 'die Frau mit der sie Zeugs besprechen geht'. Das hat ihr glaube ich gut getan, dass es sich auch nicht so bierernst angefühlt hat.
Daraus hat sich dann am Ende herausgeschält dass meine Bekannte gerne Hilfe damit hätte dass sie so sehr viel zuhause ansammelt und es nicht den Kram und Gruscht wieder loszuwerden.

Die Therapeutin hat ihr dann Gruppen empfohlen und nun geht sie zu einer dieser Gesprächsrunden. Es war sehr interessant mit ihr darüber zu reden was da bei vielen los ist dass sie zum "Messi" werden. Es sind oft Krisen die das auslösen, es geht um emotionelles das in einem angesprochen ist und das man nicht leicht von alleine lösen kann. Oft ist das Festhalten an diesem ganzen Kram ein Versuch Kontrolle zu behalten oder zu erlangen (und darin liegt die Ironie: genau die Kontrolle verliert man wenn man zuviel Zeug um noch den Überblick zu behalten. Ertrinken in Gerümpel hat nun absolut nichts mehr mit Kontrolle zu tun). Manchmal sind es Erinnerungen an glückliche und gute Zeiten die man versucht festzuhalten... Da ist so einiges los.

Ich hab oft gefunden dass ich soviel Zeug herumstehen und liegen habe weil ich jeden freien Raum so sah dass da nun Platz ist um was reinzuquetschen. Und dann ist es ja auch kein Wunder dass ich nichts losgeworden bin, weil damit diese komische Sache freiwurde: leerer Platz!

Inzwischen finde ich dass leerer Platz einen sehr wichtigen Zweck hat: der Platz um ein Objekt herum hebt den Wert des Objekt weil wir es besser sehen können, dass es dort glänzen kann.
Das Widersinnige ist ja auch dass um so mehr man an Zeug loswird, um so mehr schätzt man die Sachen die übrig bleiben.

Und das schaut dann auch so schön harmonisch aus! Platz und weniger Sachen.



Der andere Grund warum ich über dieses Thema (schon) wieder reden wollte ist mein Stash, beides an Wolle und an Stoffen. 'Stash' is das schön kurze englische Wort für eine Anhäufung an Zeugs aus dem man schöpfen will wie einem Schatz, - und wenn es der übermässige Stash geworden ist, dann fühlt sich das schon nicht mehr als eine Sammlung an, aber dann zu einem Übermass an Sachen gewachsen ist mit dem man nicht mehr so wirklich zurecht kommt. Stash is allerdings einfach nur die Ansammlung selber, und das übermässig Angehäufte und dann der Stash der ins uferlose angewachsen ist.

So 'n Ding.

Ich habe Schwierigkeiten mit der Unzahl an Wolle und Stoffen die ich besitze. Ich dachte schon dass ich das alles mehr in Griff bekommen hätte (schön wär's), aber leider hab ich seither nochmal einige Behälter gefunden in der NOCH mehr von dem Zeug drin ist!
Ich glaube nicht dass ich das alles jemals aufbrauchen können werde, und noch trauriger ist dass ich es nicht vor mir selber verantworten kann mir etwas neues an Stoff oder Wolle kaufen, schnief! Ich mache das trotzdem und das Gefühl NOCH mehr in mein Zuhause zu stopfen ist gar nicht gut. Das fühlt sich sogar recht mies an.

Ich bin schon einiges losgeworden wenn mir bewusst wurde dass ich diesen Stoff oder dieses Garn nie verwenden werde weil er mir doch nicht gut genug gefällt, oder was ich sonst an Gründen finden konnte. Ich suche angestrengt nach guten Gründen! Das verspreche ich.
Ich hab immer noch viel zu viel.

Eine Methode zum viel verbrauchen ist einfach mit einem Stoff oder Garn loszulegen und draufzu zu machen. Da kann dann keine Organisationsversuche Verzögerungen einführen. Da tut sich schon mal was.



(Ich mache ein anderes Mal weiter, das wurde hier schon zu lange!)

Saturday, 14 March 2015

Umzugstag

Heute ist Umzugstag.  Ich ziehe wieder um.  Hoffentlich für etwas länger als diesmal: in sechs Monaten wieder umziehen zehrt echt an einem.  Eine Erkältung droht auch noch auszubrechen, das kann ich im Moment gar nicht gebrauchen - ich ignoriere es also entschlossen und kämpfe mich durch. Ich werde dann vermutlich am anderen Ende ins Bett fallen und mich der Erkältung ergeben aber das steht auf einem anderen Blatt.

Erstmal ist umziehen angesagt.

Es lief bis jetzt alles ganz gut: ich habe das neue Zimmer angeboten bekommen dass ich so sehr gern wollte.  Die Nachmieterin kann auch dann einziehen wenn ich umziehen muss: eine Woche später als zuerst ausgemacht.  Die Umzugsfirma die ich auch das letzte Mal benützt hatte, die haben auch Zeit und sogar nochmal den Zeitpunkt auf später am Tag verlegt, was mir äusserst gut reinpasst.

Ich brauche mir kein Self Storage Lagerplatz zu mieten weil im neuen, grossen Zimmer alles reinpassen wird das ich habe.  Und ich habe leider verdammt viel.  Ich schäme mich inzwischen fast dafür wieviele Stoffe  und wieviel Wolle ich angesammelt habe.  Ich hatte schon so gut anderes ausgemistet: die Hälfte meiner Klamotten, viele Schuhe, fast alle Videos, einige DVDs und CDs und hab mit dem Papierkram angefangen.  Also ist schon einiges weg.  Ich dachte allerdings dass ich schon sehr viel mehr losgeworden bin.

Ja Pustekuchen!

Ich hab vermutlich dieselbe Anzahl Umzugskartons wie beim letzten Mal.  Ich versteh das eigentlich nicht. Hab ich mir soviel neues zugelegt in nur sechs Monaten?  Das kann's aber doch auch nicht sein?

Vielleicht hängt es aber daran dass ich dieses Mal 'mit mehr Luft' gepackt habe.  Einige meiner Kartons sind nicht ganz so voll wie davor weil ich meine hübschen Aufbewahrungskartons, je einen, in einen Umzugskarton verfrachtet habe, mit anderem ausgestopft, und zukleben.  Das ging wunderbar schnell.  Aber ob in den hübschen Kartons vielleicht doch noch etwas Platz war?  Das weiss ich nicht.

Bin mal gespannt wie es dann nach dem umziehen aussieht.

So, und nu ran an die letzten paar Sachen.  Ich hoffe es sind wirklich nur 'ein paar'.

Monday, 3 November 2014

Ich bin sie los! Hurra!



So was gutes aber auch: ich bin die olle Matratze los bei der ich mich nicht entscheiden konnte was ich mit ihr anfange.

Sie hat ganz schön was gekostet, ich hatte sie nur so neun bis zehn Monate und sie war ja auch wirklich gut für meinen Rücken.

Aber leider musste ich umziehen, in ein möbliertes Zuhause, und habe einfach keinen Platz so ein Mordsdrumm rumstehen zu haben.

Zuerst hatte ich versucht die Matratze auf die andere zu legen, das ging gar nicht. Auf zwei schläft es sich sehr schlecht. Vor allem wenn man schon zu Rückenschmerzen neigt. Gar nicht gut.

An die Wand lehnen ging nicht: zu wenig Platz. Unters Bett ging aus demselben Grund nicht: die Matratze war zu hoch und das Bette nicht hoch genug. Und auf Stelzen stellen ist denke ich auch nicht das Gelbe vom Ei. Andere Räume gingen aus allen möglichen Gründen auch nicht, - da wäre sie nur feucht geworden und ich hätte sie weiss der Teufel wann dann doch loswerden müssen.

Zuletzt hatte ich sie dann an den Wandschrank lehnen gehabt - und ich wollte sie immernoch nicht wirklich weitergeben.  Das hab ich dann aber doch gemacht.

Hab es auf die hiesige Webseite gestellt über die Leute Sachen kostenlos weitergeben die sie nicht mehr behalten wollen oder können.

Die vier ersten Interessenten konnten oder wollten sie dann doch nicht. Zu schwer für einen zum wegtragen, und ein grosses Auto brauchten sie auch.  Also hab ich's zwei Tage später nochmal reingestellt und hatte wieder vier Interessenten.

Und die erste von denen hat auch so richtig Nägel mit Köpfen gemacht!  Sie hat nicht lange gefackelt, hat denselben Abend ausgemacht, sich jemand zweiten geschnappt und ist dann mit einem dieser Autos vor der Tür gestanden die nach hinten gerade weitergehen: da ging die Matratze dann auch wirklich wunderbar rein!

Schwupps war sie drin, und ich war sie los!  Das ging so schnell dass ich gar nicht wusste wie mir geschah.

Die Dame hat mir dann sogar nochmal getextet um sich widerholt zu bedanken: meine Matratze hätte wirklich ein gutes neues Zuhause gefunden. Ah! Da freut man sich.

~ ~ ~

Und das allerwunderbarste ist was das für eine Erleichterung ist ein Hindernis im Raum los zu sein: ich muss nicht mehr drum rum steigen, da ist jetzt Platz zum durchlaufen, ich fühle mich als ob ich wieder atmen kann und das war mir gar nicht aufgefallen davor.

Wer weiss was zu dem Zeitpunkt ist zu dem ich sie wieder gebrauchen könnte: da brauch ich dann vielleicht eine grössere! Das wär recht gut. Und man kann ja nie wissen.

Das nächste wird jetzt sein meine ganzen Nähutensilien besser zu verstauen.  Ich kam an die Kommode nicht dran in die alles reinsoll - das mach ich als nächstes. Ich hab auch einige weisse Kartons von Ikea besorgt in die alles mögliche reinkann: zusammen gefaltete Sommerkleidung, Stoffe, Wolle, Krimskrams, Dokumente, sogar Bücher, Zeitschriften, Briefe und sonstiges - einiges was ich auch noch durchschauen will. Aber so viel einfacher es aus einem Karton holen zu können statt irgendwo in einer Tüte versenkt zu haben die sonst wo rumgurkt in der Gegend.

Wenn ich jetzt nur schon mein Schnittpapier wieder finden könnte, dann wäre ich sehr glücklich. Nach dem suche ich schon eine Weile.  Ich kann es nicht mehr abwarten bis ich an meine gut organisierten Nähsachen ohne grosses Suchen kann!  Da mach ich auch ganz viel im Moment: ich räume immer wieder was um und einiges endet in einem besseren Platz als davor. Noch nicht alles aber Rom wurde ja auch nicht an einem Tag gebaut.

So schön praktisch wird das werden! Ach freu ich mich da drauf!

Monday, 6 October 2014

Weitere Überlegungen

Wie geht das eigentlich uns zu bessern mit etwas das wir früher nicht konnten?



Ich überlege immer noch warum mir das Aufräumen so schwer fällt und das wird noch ne ganze Weile so weitergehen: an was liegt es?  Vielleicht bin ich ja nur furchtbar faul und will nicht aufräumen?  Das könnte schon sein.
Der Punkt der diese Überlegung aufhellen könnte ist dass es für mich früher z.B. wahnsinnig schwierig war pünktlich zu sein.  Ich kam nie früh genug an und hab mich ständig über mich selber geärgert.  Und andere damit geärgert.

Das ist heute viel besser.  Eine Freundin fragte mich neulich was sich für mich geändert hat seit ich das besser hinbekomme (!) Das ist eine interessante Frage!  Da wäre ich nie drauf gekommen mich das zu fragen.
Da gibt es mehrere Punkte: ich will nicht immer wieder die Leute enttäuschen die sich mit mir treffen wollen – das fühlt sich gar nicht gut an als der Mensch gesehen zu werden der einfach nicht zuverlässlig ist.  Ich hab mich von mir selber enttäuscht gefühlt und das sass mir im Nacken.  Scheussliches Gefühl.

Und dann hab ich herausgefunden dass ich versucht hatte zu dem “perfekten“ Zeitpunkt loszugehen.  Damit ich nicht zu früh da stehe und mir die Beine in den Bauch stehe.  Das hat sich angefühlt als ob es vergeudete Zeit war.  Grad wenn es drum ging rechtzeitig in der Arbeit sein zu müssen.  Den Druck mochte ich gar nicht.  Das mir aber das zu spät kommen noch mehr auf dem Magen lag, das hab ich irgendwie nicht auf die Reihe gekriegt.  Viel angenehmer etwas Zeit zu haben zum verschnaufen, einen Kaffe machen, oder sogar als ich mal ewig zu früh dran war (so an die 20 Minuten), da hab ich mich einfach hingesetzt und gestrickt.  Das hat Spass gemacht!

Aber zu diesem vemeindlichen “perfekten“ Zeitpunkt los zu wollen, das war eine viel zu hohe Erwartung.  Heute hab ich da noch einen Grund weniger: sobald ich irgendwo etwas Zeit habe, da kucke ich mir irre gerne meinen Twitterfeed an.  Problem gelöst!


Das Aufräumen läuft da auf anderen Schienen.  Es ist schon sehr entmutigend wenn sich das als diese Herkulesarbeit anfühlt: man fühlt sich als würde man ständig aufräumen und wird damit nie fertig.  Es ist nie fertig aufgeräumt.  Da ist immer und immer wieder mehr zu tun!  Es fühlt sich endlos und undankbar an.

Vielleicht liegt die Lösung in einer guten Strategie die ich anwenden kann damit ich dieser Hoffnungslosigkeit nicht mehr so arg ausgesetzt bin?  Vielleicht gelingt es mir ja weniger Unordnung zu kreiieren?  Meistens ist es so dass ein paar Handgriffe später alles schon wieder total durcheinander ist und wieder die tierische Anstrengung erfordert schon wieder aufräumen zu müssen.  Das hab ich ja so was von satt.  Nervig.

Ich habe es mir mit manchen Sachen angewohnt die Strategie von “Echtzeit“ anzuwenden: wenn man schon mal was macht (etwas weglegen) dann soll es auch zählen.  Wenn ich also meine Schere weglege dann lege ich sie sehr oft dahin wo sie hingehört.  Ausser ich weiss ich brauch sie gleich noch mal.  Aber sonst ist sie weggelegt.  Das tut gut.

Ein Gegenstand ist nur dann aufgeräumt wenn er an seinem richtigen Platz ist.  Dafür muss ich entschieden haben was der richtige Platz ist.  Manche Sachen wandern von einem Ort zum anderen und ich wundere mich warum: ich hatte aber nie entschieden wo das Teil "leben" sollte. Natürlich war's dann nirgendwo an seinem richtigen Platz. Ist ja logisch.

Eine weitere gute Strategie scheint mir zu sein weniger Sachen zu haben die sich gegenseitig im Weg umgehen können. Ist ja auch weniger zum wieder aufräumen.  Dann sollte dann alles was ich behalte einen wirklich wichtigen Zweck haben und eine geschätzte Funktion erfüllen.  Da geht's also schon wieder darum mir was zu überlegen und bewusster mit diesen Objekten umzugehen.  Sehr interessant.


Ich möchte sehr gern eine Strategie anwenden zum entrümpeln: "Ein Teil rein? Dann auch ein Teil raus". Wenn ich mir was neues zulege dann muss ich etwas anderes loswerden.
Ich brauche ein bisschen mehr Stauraum (unterm Bett und als Stapel an Kartons) aber ich muss ganz arg aufpassen dass ich diese Behälter nicht einfach vollmache weil ich sie habe.  Da muss dann jedes einzelne Teil den Test der Notwendigkeit bestehen. Nicht nur dass es was taugt sondern dass es zwingend notewendig ist - das ist die Frage.

Ich hab das Gefühl dass ich mir vieles zugelegt habe weil ich konnte. Weil ich es als Bereicherung gesehen habe die ich nicht missen will.  Als ob ich mein Happiness damit messe wieviel ich mir leisten kann.  Das ist absoluter Schmarren! So denke ich sonst nicht, also warum dann mit Besitztümern?
Und da ist es mir dann aufgefallen: als ich beim Umziehen alles mögliche losgeworden bin - das hat sich so angefühlt als würde ich einen Teil von mir selber (so als ob etwas ein Stück meines Körpers wäre) von mir abreissen und verschmähen. Also so was!

Da betrachte ich meine Besitztümer als die Summe dessen was ich auf dieser Erde mein eigen nennen kann. Da hab ich mich dann doch recht nahe am Wasser gebaut gefühlt - ich fing schier zum heulen an.  Gottseidank hat's nicht lange gedauert und dann hab ich mich wieder beruhigt.  Wie oft geht es mir so dass ich etwas tatsächlich vermisse nachdem ich es wegschmeisse? Kaum jemals (ein Kleid hätte ich gerne wieder, aber es ist wirklich nur eins!) - und noch wichtiger: an wieviele Sachen kann ich mich erinnern die ich losgeworden bin?

Hah! An kaum was. Und wenn dann aus dem Grund weil mich dieses Teil furchtbar geärgert hat - aber ganz bestimmt nicht weil ich es vermissen würde.  Also bin ich doch ganz gut zu unterscheiden ob was aus meinem Leben verschwinden kann.  Da sollte ich ein bisschen mehr Vertrauen in die Fähigkeit haben!


Ich bin ja mal gespannt ob mir noch mehr zu diesem Thema einfällt.
 
 

Wednesday, 1 October 2014

Ist Entrümpeln arrogant?



Ich hab also seit Monaten versucht mein sehr grosses Zimmer und Zuhause zu entrümpeln.  Es ist schon sehr wahr was man sagt: wieviel Platz man auch hat, man füllt ihn immer.  Genau so war’s bei mir auch.  Ich hatte viel Raum und dann nur noch wenig Platz weil ich es voll gestopft hatte.

Ich wusste ganz genau dass ich geradezu begierig darauf war Zeug loszuwerden um die schwere Bürde zu erleichtern.  Nicht mehr so viel “Zeugs“ in der Gegend rumliegen zu haben.  Es ist mir nur nicht gelungen.

Dann musste ich umziehen und die Wahl zwischen aufheben und dann eben auch diese Sachen mit umziehen müssen, oder wegwerfen (oder weg geben oder sonst irgendwie loswerden) und dann davon befreit sein?  Das hat schon recht gut mit einigem geklappt.  Ganz im Gegensatz zu dem was ich davor gemacht hatte: ich hab ein paar Sachen in die Hand genommen und versucht sie loszuwerden.  Das ging dann oft nicht weil ich doch zu sehr an diesen Teilen gehangen habe. 

Das Hauptproblem war dass ich alte Sachen zu tief verbuddelt hatte und einfach nicht mehr sehen konnte.  Die waren dann am leichtesten wegzuwerfen.  Ich war nur nie weit genug zu ihnen durch gekommen als ich nach loswerdbarem gesucht hatte.

Und bei diesem Kraftakt des Einpackens und gleichzeitig Loswerdens ist es mir dann klar geworden:
Wenn wir etwas aufheben dann behalten wir nicht Möglichkeiten, Potential and Versprechen – sondern wir handeln uns eine schmerzversprechende Bürde auf.  Es kann nie etwas gutes dabei herauskommen wenn man sich zuviel Zeug einhandelt, wenn man seinen Lebensraum vollstopft mit Dingen die da nur so rumstehen und liegen und Platz und Raum wegnehmen.

Ich hab ja sogar Sachen aufgehoben die der Ersatz für etwas werden sollten das ich schon hatte und auch benützt habe.  Als es dann endlich so weit war dass der erste Gegenstand abgenützt oder aufgebraucht war, da wollte ich aber dieses Ersatzteil auch nicht.

Ich hab inzwischen einen Einfall gehabt warum es uns so sehr schwer fällt Sachen loszuwerden die wir nicht mehr wollen.

Könnte es daran liegen dass wir uns nicht so recht trauen uns die Freiheit zu nehmen etwas abzulehnen und weg zu geben?  Uns eben nicht mit etwas begnügen?  Kommt uns das eben nicht wie eine Freiheit vor sondern als wie eine Frechheit sich so etwas zu erlauben?  Fühlt sich das für uns so an als ob wir uns erdreisten Anspruch auf etwas zu erheben wenn wir doch nur dann gute, brave Menschen wären wenn wir wirklich alles was wir in die Finger kriegen auch so gut benützen und ausnützen dass wir das letzte rausholen was dieses Ding zu geben hat?  Es wäre ja verschwenderisch und arrogant zu denken dass wir etwas vorzeitig weggeben wenn es doch noch einen Nutzen hat! Oder, äh, eventuell, vielleicht, mit viel Fantasie und überhaupt, noch irgendwie gerade noch so einen winzigen Nutzen haben könnte?  Eventuell?  Vielleicht?

Wir verdrehen und verknoten uns in Brezelformen um uns nur ja nicht unangenehm dabei zu fühlen dass wir verschwenderisch sein könnten und engen uns dabei den Raum zum durchatmen so richtig ein. Das ist gar nicht gut, auch für unsere Psyche.  Da fühlt man sich doch dabei als würde man ersticken, oder?

Das erstaunliche ist dann dass man sich so sehr viel besser fühtl wenn man anfängt Sachen aus dem eingeengten Raum zu entfernen und loszuwerden.  Freier und leichter.  Unbeschwerter!

Ein Anspruch auf gut zu leben ist doch viel besser als eine Foderung danach dass wir nur ja schön bescheiden sein sollen und genügsam sind.  Und bei diesem Aufheben und Festhalten handeln wir uns dann aber eine erdrückende Masse ein.  Das hat doch mit Bescheidenheit nichts zu tun, das fühlt sich viel mehr nach Arroganz an aus der man heraus nichts hergeben will, nix rausrücken!  Wenn aber ein paar dieser überflüssigen Sachen jemandem anderen dienen könnten dann ist es doch bescheidener wenn man sich entscheidet sie weiterzugeben!

Ist doch wahr.

Warum bin ich auf diesen Gedanken nicht schon vorher gekommen?  Das erschliesst mir jetzt ein bisschen was.  Wenn ich was weggebe dann hat das bei mir mit Selbstbewusstsein zu tun.  Das ich mir  >erlaube<  das zu machen.  Ich nehm mir die Freiheit, ja, ich bin so frech!

Ist das herrlich!

Wednesday, 21 May 2014

Sockenschublade

(Die hier meine ich nicht*)

Heute früh hat mich der Rappel gepackt und ich hab meine gesamte Sockenschublade geleert (na, ich will nicht übertreiben: ich hab die meisten Socken rausgenommen aber da hat’s noch welche die sich in die Ecken geklemmt haben).

Ich konnte kein Paar auf Anhieb finden das zusammen gehört.  So was absolut nerviges.  Ich geb mir immer wieder Mühe die Teile zusammen zu bündeln und schön aufgereiht in dieser Schublade aufzubewahren.  Das klappt nur nicht immer und zuletzt müssen sie tierisch durcheinander gekommen sein.  Ich kann mich auch nicht mehr erinnern warum.  Vermutlich hab ich schnell aufräumen wollen – andererseits trockne ich die Paare zusammen wenn sie aus der Maschine kommen und deswegen verstehe ich noch weniger warum die so zusammen gewurschelt sein konnten.

Es ist verblüffend.  Als ob man sich selber ein Bein stellt.

Warum ich das so bemerkesnwert finde und beschreibe:  ich hab dieses Rumgehunze mit diesen ollen alten Socken und dem Tohuwabohu ja so was von satt!  Ich will einfach nicht mehr diesen webgeschobenen Ort haben an dem die Socken hingehen um ignoriert zu werden.  In die abseitigen Windungen des Gedächtnisses verbannt zu werden.

Ich hab es satt: diese dämlichen ollen Dinger müssen weg!

Ich hatte heute früh nicht genug Zeit.  Aber mein Plan ist heute abend mit Genugtuung alle mich beleidigenden Socken wegzuschmeissen.

Ich bin schon immer wieder welche losgeworden die nicht mehr gut genug waren: unstopfbare Löcher, verblichen, verfilzt, nicht mehr in Form, was auch immer: die sind schon weg.

Was ich aber immer noch aufgehoben hatte (und was mich auch so tierisch grantig gemacht hatte heute morgen) das waren die ganzen einzelnen Socken die ich heute rausgefischt hatte und von denen ich wusste dass ich deren anderen noch nicht wieder gefunden hatte.  Die hat bestimmt die Waschmaschine gegessen! Wo die sonst hingekommen sein könnten, ist mir ein absolutes Rätsel.

Ich hab mir sogar was drauf eingebildet (machen wir das nicht zu oft?) dass ich diese einzelnen aufhebe: es gibt kein besseres Gefühl als wenn man zwei “einzelne“ Socken miteinander vereinen kann.  So ein dolles Gefühl aber auch!

Nur ist mir dabei nicht eingefallen dass ich das vereinte Paar  vielleicht gar nicht mehr tragen will?  Ich meine: wie schauen die denn aus?  Sie sind ewig alt und wo sich der zweite auch immer versteckt, der wurde da auch nicht schöner.

Ich brauche es nicht zu erwarten dass ich irgendwann mal wenigstens ein Paar vereinen kann.  Ich kann es nicht gebrauchen alle einzelnen die gesamte Zeit mit mir rumzuschleppen bis ich dann mal irdendwann einen Socken finde.  Das ist doch total dämlich.

Was ich heute abend machen werde ist alle einzelnen Socken wegzuwerfen: und zwar ALLE ohne Ausnahme.  Total alle.  Und einige von den Paaren auch: ich werde mir die besten Paare aufheben, vor allem diejenigen die ich erst vor kurzem gekauft hatte.  Dann lege ich mir einen Packen oder zwei an mehreren Socken zu – und damit hat sich die Sache.

Dann sind sie alle schön neu, wunderbar gebrauchbar, und vor allem zusammen: kein Rumsuchen mehr das nur in Frustration und Ärger über mich selber auswächst.

Eine gesamte Kommodenschublade die total aufgeräumt ist und NUR neue Sachen drin hat: das fühlt sich wie absoluter Luxus an und das zum Preis von ein paar Multipacks an neuen Socken!  Also das leiste ich mir!  Da tue ich mir was gutes.

Warum bin ich auf so was nicht schon früher gekommen?  Warum geb ich mich so oft mit etwas zufrienden das nervt, nicht mehr schön ist und einfach nicht mehr passt?

Verblüffend.

Ich hasse in alten Gewohnheiten zu versinken und mir dessen zu wenig bewusst zu sein.  Das ist auch die Absicht dieses Blogs: aufmerksamer zu sein und mir bewusst zu werden damit ich ein paar Sachen lösen kann. Mein Lebensumfeld zu verbessern indem ich ein bisschen drüber nachdenke was da so alles unbemerkt abläuft.  Bissel mehr Aufmerksamkeit drauf geben mir was gutes zu tun.

Hurra!

Ich kann’s nicht erwarten nachhause zu kommen und die ollen Dinger loszuwerden.

So, und nu recherchiere ich was die Multipacksocken kosten!

Hollereiderljö...
 
 
*: Und die Socken die ich meine sind alle gekauften, nicht meine selbergemachten - die will ich nicht wegschmeissen.  Von denen hab ich auch alle Paare zusammen und die sind nicht in derselben Schublade.  Das dumme ist nur das ich diese Woche eine Motte in deren Nähe gesehen habe.  Wenn die meine schönen Socken gefressen haben, dann bin ich aber sauer!  (Ich hab noch nicht gekuckt, ich hab zu sehr Schiss davor was ich finden werde)