Showing posts with label Angst überwinden. Show all posts
Showing posts with label Angst überwinden. Show all posts

Tuesday, 18 December 2018

Rausschieben

Rausschieben, tschja, das mache ich viel.  Wieso mache ich das?



Ich möchte gerne ein Oberteil nähen das mir wirklich gut passt - ein "Template Top", also eine 'Schablone' die ich dann dann immer wieder benützen kann. Das bedeutet den einmaligen Einsatz am Mühe, Arbeit und Zeit um dann Dutzende an Schnitten davon ableiten zu können.

Die Kunst am Nähen ist dass man aus einem zweidimensionalen Stoff mit entsprechenden Abnähern in eine dreidimensionales Dimensionen abändert. Und bei meinen individuellen Körpermaßen ist das keine leichte Sache. Es ist also leider mit viel Frustration verbunden.

Ich hab mehrere Versionen genäht die immer besser werden sollten. Dummerweise hatte ich zwischen den zwei letzten nicht genug geändern und ausversehen nochmal fast dasselbe genäht. Der Grund war dass ich dazwischen zuviel Zeit verfliessen lassen hatte und nicht mehr wusste welche Änderungen schon in der letzte Version eingebaut waren. Deswegen wurde es fast die gleiche.

Ein anderes Oberteil, nicht das Template Top

Danach ging mir dann total die Puste aus um weitere als diese fünf Varianten zu nähen. Jetzt ist es so an die 4-5 Jahre später und ich habe meinen Wunsch immer noch nicht erfüllt obwohl ich einiges mehr genäht hatte.  Ich gebe viel zu schnell wieder auf.  Bis zum nächsten Mal weiss ich nichts mehr und fange deswegen von vorne an.  Immer wieder dasselbe Spiel. Das geht mir unwahrscheinlich auf die Nerven.

Warum schiebe ich Sachen raus?  Warum lass ich mich so leicht von Schwierigkeiten entmutigen? Hab ich Angst vor Versagen (was es ja soweit schon ist)?  Ist es das?

Wäre ein Versagen wirklich so schrecklich?  Nein.

Ich kann sehr gut damit leben etwas nicht hinzubekommen. Das ist es also nicht denke ich. Und "versagen" kann ich es ja auch nennen was bis jetzt noch nicht geklappt hat mit diesem Teil: ich hab viel gelernt.  Ist es vielleicht einfacher mir zu sagen dass ich nicht wieder "dazu gekommen bin" statt dass ich's nicht hin bekommen habe?  Vermutlich.

Es ist ganz schön entmutigend mein Template Top nicht weiter voran gebracht zu haben.  Ich könnte Strategien entwickeln die es mir ermöglichen beim nächsten Mal zu wissen wie weit ich kam: ich könnte es mir aufschreiben.  Genug Notizbücher hab ich ja, die wären super geeignet. Ich hatte auch schon mal eins von Mama geschenkt angefangen - so als Quelle an Inspiration über Projekte die mir vorschweben. Eine der Blusen hatte ich dort schon beschrieben, das kann ich gut in 'Progress Reports' umwandeln.

Eine hiflreiche Strategie hatte ich schon entwickelt und benütze sie immer wieder: Sachen in Winzlingsschrittchen zu machen. Es ist erstaunlich wie sehr es hilft die Schere schon mal auf den Stoff zu legen den ich dann später ausschneiden will. Der Anblick des Teils macht es wirklich leichter sie dann auch in die Hand zu nehmen.


Ein anderer Gedanke: ich muss aktiv Sachen machen wenn ich was lernen will.  Ob ich nun "versage" und etwas nicht hinkriege oder ob was gut läuft, das ist egal. Ich kann nur davon lernen was ich mache.

Wenn ich nachdenke dann kann ich auf Möglichkeiten kommen die ich ausprobieren kann, aber ich lerne dabei noch nicht ob's dann auch funktioniert. Ich kann wirklich nur lernen ob etwas funktioniert wenn ich es mache. Die Logik ist unausweichlich.

Wie sehr habe ich Angst davor etwas zu lernen?  Keine.  Ich freue mich zu lernen. Das ist es also auch nicht.

Ich warte oft auf den Impuls aufzustehen und etwas praktisch zu machen. Wenn ich etwas ohne diesen Impuls mache dann fällt es mir einiges schwerer. Also bin ich nicht gut in Sachen Selbstdisziplin. Nicht gut darin meine Neigung meiner Absicht unterzujochen.

Darüber muss ich noch mal ein bisschen mehr nachdenken.

PS: Von 2D zu 3D ist nicht einfach - vielleicht geht es ja 'einfach' nur um Geduld?  Und wenn ich Winzlingsschritte plane, dann ist da auch klarerwiese einfacher Geduld für ein bisschen aufzubringen. Vielleicht ist das die Erkenntnis die ich suche?

Sunday, 9 September 2018

Weiter geht's

Schön ausbreiten ist immer gut

Hier ist noch ein Beitrag den ich vorbereitet hatte, und wohl aufgehoben hatte:


Ich hab weiteren Papierkram gefunden.  Ich hatte schon einen Karton voll und nochmal eine Handvoll sortiert, am grossen Esstisch an dem es wunderbar ging, - und mir war doch so als wäre da noch einiges mehr!

Das hat mich recht genervt dass ich das weitere Zeug erstens nicht finden konnte, und dass ich die olle Chose zweitens auch noch an mehreren Orten rumstehen hatte. Dieses Verstreute ist dermassen gemein. Grrrh.

Diese Papiere fanden sich dann in Kartons die ich unter Aufbewahrungsbehälter gestellt hatte.  Sie hatten wohl den 'Zweck' (ja ja, als ob!) als Fundament für die anderen Dinger zu fungieren, damit die nicht auf dem Boden standen. Das ist noch mehr total grrrrh!!

Immerhin hab ich sie nun rausgezogen.  In dem Karton ist auch noch alles mögliche drin an Papieren für mein Geschichtsforschungsprojekt, also Sachen die ich brauche.

Und ich hab Steuerbelege und Lohnzettel gefunden die ich glatt grade brauche!  So weit war ich noch gar nicht nach denen suchen zu wollen.  Sehr angenehm sie zu finden bevor es unangenehm wurde. Ich war total hin und weg von dieser wunderbaren Überraschung! Manchmal läuft was wie flüssiger Honig...

Den Ehrgeiz ALLES an Papierkram sortieren zu wollen, den hatte ich denk ich mal noch nie.  Das kam mir immer zu ehrgeizig vor, als ob ich es nie schaffen würde.


Und nun habe ich es geschafft!

Ich muss sagen das ist ein wunderbares Gefühl!  Ich bin voll begeistert. Es fühlt sich so leicht an, so befreit. Ich kann das in meinen Knochen spüren dass es ein irre gutes Erfolgserlebnis ist.  Das möchte ich gerne weiter so machen, vielleicht auch auf anderes anwenden.  Mal die ein oder andere Ecke meines Zimmers aufräumen um Harmonie herzustellen. Aber lieber nicht zu ergeizig sein, da ginge der Schuss in die andere Richtung los. Das weiss ich ohne Zweifel.

Ulkigerweise verursacht das 'allen Papierkram sortieren' auch ein anderes Gefühl: irgendwie fühlt sich das auch als Leere an und ich weiss schon dass ich das gar nicht mag.  Das kann sehr gut der Grund sein warum ich solche Schwierigkeiten mit Aufräumen habe: es fühlt sich dann etwas ungemütlich an. Tschah, wirklich gute Erklärung, hmph.

Das 'alles sortiert' löst so ein Gefühl aus von: ist da wirklich nix mehr das rumliegt?  Hab ich nicht noch wo einen Platz an dem sich Papierzeugs verbirgt? Blöderweise ist das ein Gefühl das ein kleines bisschen beklemmend oder enttäuschend ist: als ob da kein "Schatz" an Papieren mehr ist den man "entdecken" kann.

So ein Blödsinn! Ich hab meinen Papierschatz in Ordnern drin. Ordner die Themen haben, in denen ich sehr gut (und leicht!) meine Schätze wiederfinden kann!  Was hab ich da so ein blödes leeres Gefühl wenn es doch gar nicht stimmt. Also echt, ich muss mich an eine neue Denkweise gewöhnen. Dieser olle Mechanismus nützt mir gar nichts, es ist nur nervig in so ein dämliches Verhaltensmuster zu fallen weil ich daran gewöhnt bin. Grrh.

Hier ist das schöne Fach in das ich alle Papiere lege die noch nicht sortiert sind.  Es sind nicht nur 'unangenehme' Sachen drin (bei denen ich mich überwinden muss sie zu erledigen), sondern auch schöne.  Wie z.B. etwas zur Inspiration, ein Strickmuster, ein Foto, eine Notiz mit Details von einer Freundin... also durchaus Sachen die ich gut gebrauchen kann, und die mir Freude mache wenn ich sie wieder in die Hand nehme.

Ich finde das ist eine gute Mischung.



Wednesday, 23 March 2016

Diese kleinen Errungenschaften

Hurra! Ich bin wieder daran Sachen zu erledigen und so ein bisschen hier und ein bisschen dort alles mögliche aufzuarbeiten.

Ist das ein tolles Gefühl!



Ich hab es geschafft zwei selbst gestrickte Spitzenschals zu reparieren: eins hatte nur ein kleines Löchlein wo der Faden gerissen war, das andere was ein komplizierter Schal mit mindestens zwei Mottenlöcher.

Ach was hasse ich doch die Motten! Sollen sie sich in was anderes reinfressen, aber nicht in meine schönen selbstgemachten Sachen! Statt nur so 2-3 Löchern, hab ich doch glatt sechs gefunden! Ich bin sehr froh dass ich grad in dem Schwung drin war. Für den anderen mit dem gerissenen Faden musste ich mir behelfen in dem ich farblich passenden Nähfaden genommen habe: ich hatte alle Wolle aufgebraucht und konnte mir nicht vorstellen da nochmal was aufzumachen und so abzuketten dass ich genug losen Faden gewonnen hätte. Deswegen hat das ja auch so lange gedauert.

Dann hab ich mich an einen schwarzen Pullover gemacht an dem viel weniger noch zu machen war als ich mich erinnern konnte, das war auch so ziemlich ruckzuck getan - das hatte auch wieder an etwas gehakt das ich nicht wirklich lösen konnte: ich hatte vor sieben Jahren einen Fehler gemacht beim Rückenteil stricken und musste das wieder aufrebeln. Die Wolle blieb dann sehr gekringelt und sieht nicht mehr glatt aus neugestrickt. Ich frag mich ob sich das mit waschen wieder legt. Nun ja, das ist etwas das ich nicht lösen kann und muss das einfach so hinnehmen wenn ich den Pulli tragen will. Sei's drum.



Was noch?

Ich hatte einen schwarzen Rock angefangen zu nähen (eigentlich sollte ich ja meine alten Projekte beenden aber soweit ich das bestimmen kann zählt für mich aller Fortschritt! Ob mit neuen oder alten Sachen - alles ermuntert mich) - und den hab ich auch fertig genäht! Schön ist er auch geworden, nur ist er zu weit an der Taille! Er rutscht mir unter den Bauch. Ach herrje. Da will ich nochmal dran: es gibt zwischen den vorderen drei Panelen die zwei Saumstellen an denen ich gut diese 3 cm abnähen kann - das sollte kein grosses Ding sein. Solange ich das nicht aufschiebe!

Aber dafür ist der Stoff zu schön, und der Rock ist recht erfolgsversprechend - und das ist es was mich anspornt: wenn ich sehen kann dass bei meinen Bemühungen auch was raus kommt!

Also, was hab ich gelernt?

Wenn eine Sache schwierig wird und ich nicht so recht sehe wie das lösen kann, dann bleibt das oft liegen. Auch wenn ich fürchte dass es recht lange dauern wird, dann auch. Die weitere Schwierigkeit bei diesen Sachen ist es dass ich dann vergesse was ich auf die Seite gelegt habe. Ich komm gar nicht mehr drauf was ich rumliegen habe bei dem ein bisschen kucken und überlegen weiterhilft.

Ich komme vor allem nicht drauf dass so was aufgeschobenes vermutlich gar nicht viel braucht um vollendet zu warden, damit fängt das Haken an. Die Sachen zu vergessen macht es dann noch schwieriger.

Warum ich das wohl mache?  Ich schiebe da Zeugs in ein schwarzes Loch das immer grösser wird bis ich etwas daraus hervorhole, und hab damit aus dem Kopf draussen was ich da als 'schwierig' sehe. Es könnte gut das Bestreben sein unangenehmes wegzuschieben.

Zu oft ist man aber auch in einer Stimmung in der dann gar nichts geht. Um so besser wenn ich die Zeiten nützen kann in denen es funktioniert!

Ein Formular hab ich ausgefüllt um ein Zeugnis zu ersetzen dass ich nun schon seit Jahren suche, - ich hab sogar herausgefunden dass ich auch relative leicht eine Kopie anfordern kann. Also mache ich jetzt beides. Das fühlt sich so super und befreiend an dass ich das angepackt habe und dass da was dabei herauskommt!

Dann hatte ich von meiner Arztpraxis nun schon den dritten Schriftbogen angefordert um mich online bei denen zu registrieren. Damit werde ich dann auch Termine übers Internet ausmachen können. Das hatte ich ein Jahr vor mir hergeschoben weil es mit den ersten beiden Schreiben nicht geklappt hat das rechtzeitig durchzuziehen. Ich hatte das beide Male zu spät versucht. Einen davon hatte ich auch verschusselt und es dann gar nicht mehr probiert. Gute Sache dass sie das beim Arzt anstandslos gemacht haben, da gibt es genug Leute und fiel nicht wirklich auf. Sonst hätte ich das bis heute nicht gemacht weil es mir zu peinlich gewesen wäre!

Da geht es wieder um dieselbe Sache: wenn sich etwas als zu schwierig anfühlt, als unangenehm. Dann ist es ja auch kein Wunder warum ich sowas nicht so leicht schaffe, nicht wahr?


Aus dem Grund kann ich Druck von mir nehmen - die Lösung des Problems besteht darin mir einzugestehen dass es nunmal um was schwieriges, unangenehmes geht dass ich nunmal nicht so einfach anpacke...

Vielleicht nützt es mir was wenn ich mir den Schwierigkeitsgrad meiner 'zu erledigenden Sachen' überlege und dann so einteile dass ich mir ein oder zwei einfache Sachen mit einer recht unangenehmen Sache vornehme. Die leichteren Sachen können mir dann das Erfolgserlebnis geben dass ich dann für die schwierige Sache brauchen kann. Vielleicht geht es so?

Monday, 3 November 2014

Ich bin sie los! Hurra!



So was gutes aber auch: ich bin die olle Matratze los bei der ich mich nicht entscheiden konnte was ich mit ihr anfange.

Sie hat ganz schön was gekostet, ich hatte sie nur so neun bis zehn Monate und sie war ja auch wirklich gut für meinen Rücken.

Aber leider musste ich umziehen, in ein möbliertes Zuhause, und habe einfach keinen Platz so ein Mordsdrumm rumstehen zu haben.

Zuerst hatte ich versucht die Matratze auf die andere zu legen, das ging gar nicht. Auf zwei schläft es sich sehr schlecht. Vor allem wenn man schon zu Rückenschmerzen neigt. Gar nicht gut.

An die Wand lehnen ging nicht: zu wenig Platz. Unters Bett ging aus demselben Grund nicht: die Matratze war zu hoch und das Bette nicht hoch genug. Und auf Stelzen stellen ist denke ich auch nicht das Gelbe vom Ei. Andere Räume gingen aus allen möglichen Gründen auch nicht, - da wäre sie nur feucht geworden und ich hätte sie weiss der Teufel wann dann doch loswerden müssen.

Zuletzt hatte ich sie dann an den Wandschrank lehnen gehabt - und ich wollte sie immernoch nicht wirklich weitergeben.  Das hab ich dann aber doch gemacht.

Hab es auf die hiesige Webseite gestellt über die Leute Sachen kostenlos weitergeben die sie nicht mehr behalten wollen oder können.

Die vier ersten Interessenten konnten oder wollten sie dann doch nicht. Zu schwer für einen zum wegtragen, und ein grosses Auto brauchten sie auch.  Also hab ich's zwei Tage später nochmal reingestellt und hatte wieder vier Interessenten.

Und die erste von denen hat auch so richtig Nägel mit Köpfen gemacht!  Sie hat nicht lange gefackelt, hat denselben Abend ausgemacht, sich jemand zweiten geschnappt und ist dann mit einem dieser Autos vor der Tür gestanden die nach hinten gerade weitergehen: da ging die Matratze dann auch wirklich wunderbar rein!

Schwupps war sie drin, und ich war sie los!  Das ging so schnell dass ich gar nicht wusste wie mir geschah.

Die Dame hat mir dann sogar nochmal getextet um sich widerholt zu bedanken: meine Matratze hätte wirklich ein gutes neues Zuhause gefunden. Ah! Da freut man sich.

~ ~ ~

Und das allerwunderbarste ist was das für eine Erleichterung ist ein Hindernis im Raum los zu sein: ich muss nicht mehr drum rum steigen, da ist jetzt Platz zum durchlaufen, ich fühle mich als ob ich wieder atmen kann und das war mir gar nicht aufgefallen davor.

Wer weiss was zu dem Zeitpunkt ist zu dem ich sie wieder gebrauchen könnte: da brauch ich dann vielleicht eine grössere! Das wär recht gut. Und man kann ja nie wissen.

Das nächste wird jetzt sein meine ganzen Nähutensilien besser zu verstauen.  Ich kam an die Kommode nicht dran in die alles reinsoll - das mach ich als nächstes. Ich hab auch einige weisse Kartons von Ikea besorgt in die alles mögliche reinkann: zusammen gefaltete Sommerkleidung, Stoffe, Wolle, Krimskrams, Dokumente, sogar Bücher, Zeitschriften, Briefe und sonstiges - einiges was ich auch noch durchschauen will. Aber so viel einfacher es aus einem Karton holen zu können statt irgendwo in einer Tüte versenkt zu haben die sonst wo rumgurkt in der Gegend.

Wenn ich jetzt nur schon mein Schnittpapier wieder finden könnte, dann wäre ich sehr glücklich. Nach dem suche ich schon eine Weile.  Ich kann es nicht mehr abwarten bis ich an meine gut organisierten Nähsachen ohne grosses Suchen kann!  Da mach ich auch ganz viel im Moment: ich räume immer wieder was um und einiges endet in einem besseren Platz als davor. Noch nicht alles aber Rom wurde ja auch nicht an einem Tag gebaut.

So schön praktisch wird das werden! Ach freu ich mich da drauf!

Wednesday, 1 October 2014

Ist Entrümpeln arrogant?



Ich hab also seit Monaten versucht mein sehr grosses Zimmer und Zuhause zu entrümpeln.  Es ist schon sehr wahr was man sagt: wieviel Platz man auch hat, man füllt ihn immer.  Genau so war’s bei mir auch.  Ich hatte viel Raum und dann nur noch wenig Platz weil ich es voll gestopft hatte.

Ich wusste ganz genau dass ich geradezu begierig darauf war Zeug loszuwerden um die schwere Bürde zu erleichtern.  Nicht mehr so viel “Zeugs“ in der Gegend rumliegen zu haben.  Es ist mir nur nicht gelungen.

Dann musste ich umziehen und die Wahl zwischen aufheben und dann eben auch diese Sachen mit umziehen müssen, oder wegwerfen (oder weg geben oder sonst irgendwie loswerden) und dann davon befreit sein?  Das hat schon recht gut mit einigem geklappt.  Ganz im Gegensatz zu dem was ich davor gemacht hatte: ich hab ein paar Sachen in die Hand genommen und versucht sie loszuwerden.  Das ging dann oft nicht weil ich doch zu sehr an diesen Teilen gehangen habe. 

Das Hauptproblem war dass ich alte Sachen zu tief verbuddelt hatte und einfach nicht mehr sehen konnte.  Die waren dann am leichtesten wegzuwerfen.  Ich war nur nie weit genug zu ihnen durch gekommen als ich nach loswerdbarem gesucht hatte.

Und bei diesem Kraftakt des Einpackens und gleichzeitig Loswerdens ist es mir dann klar geworden:
Wenn wir etwas aufheben dann behalten wir nicht Möglichkeiten, Potential and Versprechen – sondern wir handeln uns eine schmerzversprechende Bürde auf.  Es kann nie etwas gutes dabei herauskommen wenn man sich zuviel Zeug einhandelt, wenn man seinen Lebensraum vollstopft mit Dingen die da nur so rumstehen und liegen und Platz und Raum wegnehmen.

Ich hab ja sogar Sachen aufgehoben die der Ersatz für etwas werden sollten das ich schon hatte und auch benützt habe.  Als es dann endlich so weit war dass der erste Gegenstand abgenützt oder aufgebraucht war, da wollte ich aber dieses Ersatzteil auch nicht.

Ich hab inzwischen einen Einfall gehabt warum es uns so sehr schwer fällt Sachen loszuwerden die wir nicht mehr wollen.

Könnte es daran liegen dass wir uns nicht so recht trauen uns die Freiheit zu nehmen etwas abzulehnen und weg zu geben?  Uns eben nicht mit etwas begnügen?  Kommt uns das eben nicht wie eine Freiheit vor sondern als wie eine Frechheit sich so etwas zu erlauben?  Fühlt sich das für uns so an als ob wir uns erdreisten Anspruch auf etwas zu erheben wenn wir doch nur dann gute, brave Menschen wären wenn wir wirklich alles was wir in die Finger kriegen auch so gut benützen und ausnützen dass wir das letzte rausholen was dieses Ding zu geben hat?  Es wäre ja verschwenderisch und arrogant zu denken dass wir etwas vorzeitig weggeben wenn es doch noch einen Nutzen hat! Oder, äh, eventuell, vielleicht, mit viel Fantasie und überhaupt, noch irgendwie gerade noch so einen winzigen Nutzen haben könnte?  Eventuell?  Vielleicht?

Wir verdrehen und verknoten uns in Brezelformen um uns nur ja nicht unangenehm dabei zu fühlen dass wir verschwenderisch sein könnten und engen uns dabei den Raum zum durchatmen so richtig ein. Das ist gar nicht gut, auch für unsere Psyche.  Da fühlt man sich doch dabei als würde man ersticken, oder?

Das erstaunliche ist dann dass man sich so sehr viel besser fühtl wenn man anfängt Sachen aus dem eingeengten Raum zu entfernen und loszuwerden.  Freier und leichter.  Unbeschwerter!

Ein Anspruch auf gut zu leben ist doch viel besser als eine Foderung danach dass wir nur ja schön bescheiden sein sollen und genügsam sind.  Und bei diesem Aufheben und Festhalten handeln wir uns dann aber eine erdrückende Masse ein.  Das hat doch mit Bescheidenheit nichts zu tun, das fühlt sich viel mehr nach Arroganz an aus der man heraus nichts hergeben will, nix rausrücken!  Wenn aber ein paar dieser überflüssigen Sachen jemandem anderen dienen könnten dann ist es doch bescheidener wenn man sich entscheidet sie weiterzugeben!

Ist doch wahr.

Warum bin ich auf diesen Gedanken nicht schon vorher gekommen?  Das erschliesst mir jetzt ein bisschen was.  Wenn ich was weggebe dann hat das bei mir mit Selbstbewusstsein zu tun.  Das ich mir  >erlaube<  das zu machen.  Ich nehm mir die Freiheit, ja, ich bin so frech!

Ist das herrlich!

Thursday, 3 July 2014

Erste Erfahrungen

Das ist schon so ein Ding.  Ich wollte schon seit Jahren (also wirklich absolut total: JAAAAAHRE!) mal eine Maniküre machen lassen.  So als Geschenk an mich selber zum Geburtstag vielleicht, oder mal wenn mir danach ist mich verwöhnen zu lassen.  Kommt ja immer wieder mal vor dass man solche Tage erlebt wenn man wirklich TOTAL was damit anfangen kann sich was gutes zu tun.  Und wie, nicht?  Und Maniküre ist eins dieser doll ‘erwachsen sein‘ Sachen die man nicht macht wenn man noch zu jung ist.  Also gibt’s irgendwann die erste Erfahrung.


Z.B. Autofahren (selber meine ich), oder erster Job.  Erste Beziehung, erster Umzug.  Erste eigene Wohnung... and was sonst noch so alles.  Einiges davon ist recht aufregend, anderes mehr mundän.  Manches macht einem auch so richtig Angst: wie z.B. das erste Mal in eine fremde Stadt ziehen und wissen dass man sich damit auf ein dort Fuss fassen einlässt.  Und alles sonstig neues drum herum.

Manches Mal lassen einen Ängste dazu verleiten etwas nicht zu machen.  Wie eine Maniküre.  Oder auch in meinem Fall: mal nach Brighton fahren und mich dort umkucken.

Eine Maniküre ist ja wirklich nichts weltbewegendes.  Sich mal in Brighton aufhalten auch nicht, aber trotzdem.  Dass ich mich davon habe abhalten lassen etwas zu machen das ich schon lange machen wollte, nur weil ich Schiss hatte?  Das ist doch zu dämlich.

Das mit Brighton ist eine Geschichte für ein anderes Mal (das dauert mir jetzt zu lange, ich würde zu lange ausholen) - aber das mit der Maniküre will ich erzählen.

Ich war mir bewusst dass ich mich nicht gerne in eine Situation begebe in der alle um mich herum bestimmtes Wissen und damit auch bestimmte und spezifische Erwartungen haben (wie es in einem Beauty Laden hätte sein können):  Fingernägel, und deren Pflege, - die ich nicht habe und um die ich mich auch zum grossen Teil nicht schere.

Aber mich behaupten wäre nicht ganz einfach gewesen wenn da wer mit gerümpfter Nase meine Nägel begutachtet hätte.  Und sich dann recht blöd erkundigt hätte was ich denn so mache um sie in Schuss zu halten.  Da hätte ich nichts entgegen zu setzen gehabt, das wär mir total unter die Haut gegangen.  Also brauchte ich auch verflixt viel Anlauf bevor ich mich einer Maniküre unterzogen habe.

Diese Ängste lassen einen nicht so leicht los, selbst wenn man sich sehr bewusst ist dass diese spezifische Stituation die diese Ängste heraufbeschwört vermutlich nicht eintreten wird.  Was wenn doch?  Und wenn man schon so ein dummes Gefühlt und in einer Stimmung ist in dem man sich niht auf ein in sich ruhendes Gleichgewicht verlassen kann...  Dann ist das ein Warnsignal auf das ich höre.  Das hat sich noch kein einziges Mal als unnutz herausgestellt, im Gegenteil: wenn mir nicht nach was ist, dann läuft das sehr oft sehr bescheiden ab.

Vorgestern abend bin ich dann los.  Es war Zeit.  Meine Nägel brauchten es, ich hatte Zeit und noch ausschlaggebender: ich wollte auch.  Also nix wie los und kucken ob ich wo ohne Termin bekomme das mir genehm ist.

Das hab ich auch gefunden.  War ein bisschen teurer als ich wollte, aber ich will mal nicht kleinlich sein.  Es war wichtiger über die Hemmschwelle wegzukommen.

Es war eine Erfahrung mit gemischtem Erfolg.

Ich hatte erwartet dass es sich entspannender anfühlt.  Dass man schön und angenehm verwöhnt wird.

Für ein Weilchen zu sitzen und die Fingernägel in warmem Wasser halten, das war nett.  Auch entspanned.  Das Angebot von einem Glas Wasser war auch sehr willkommen, - ich hab sogar auch was davon trinken können:  bevor die Behandlung anfing, und auch in einer Pause.  Schön regelmässig aussehen tun sie auch.

Aber die Nagelhäutchen lass ich mir nicht nochmal kürzen.  Das hat weh getan, schmerzte gestern immer noch etwas, und es sieht auch nicht so doll aus.  Irgendwie nackt und bloss.  Das nächste Mal lasse ich mir die Nägel nur feilen und polieren. 

Heute schauen die Stellen wo die Nagelhäutchen sein sollen etwas trocken und unregelmässig aus.  Das finde ich noch weniger gut als mir das schon gestern missfallen hat.  Mehrere Male am Tag Hautcreme auftragen zu müssen ist mir zu viel.  Zu mühsam und das sollte auch nicht so sein.  An die Dinger lasse ich so schnell keinen mehr ran.

Ich hätte auch Nagellack haben können, und die hatten auch schön aufregende Farben.  Ein dunkler Lila, ein knalliges Rot, ein leuchtendes Rosa oder ein sattiges Pink – das hätte mir schon gefallen.  Und wenn’s weniger Farbe hätte sein sollen (mir ist im Moment sehr nach Farbe) dann hätten sie auch grau oder ein gedecktes Rose anzubieten gehabt. Oder ein Beerenrosarot.  Oder andere dolle Farben wie Navyblau oder Braun.  Aber der Lack war mir zu teurer – ich hab mir einen Scherz daraus gemacht nach einer ‘Anfängersession‘ zu fragen.  Also nur Feilen und Polieren, und diese nicht geschätzte Nagelhäutchenaktion.

Das Ergebnis schaut gut aus, ich bin froh dass ich eine Maniküre hatte und jetzt weiss um was es geht und wie das für mich ist – und ich weiss auch was ich nicht nochmal will.

Auf dem Weg zu dem Laden in dem ich war hatte ich auch nochmal ein paar andere gesehen und dort nach einer Preisliste gefragt – ich kann also durchaus eine zweite Maniküre woanders machen lassen.

Oder wer weiss, vielleicht auch andere Sachen?  Eine Pediküre wäre mir recht. 

Aber etwas anderes weiss ich auch: wenn ich etwas machen will das wunderschön entspannend ist und nach dem ich mich super duper gut fühle – dann wird es weiterhin eine Behandlung bei der Osteopathin sein (ich schweb da raus wie auf Wolken laufend!) oder sonst meine wunderbare Friseuse bei der man nicht nur leckeren Kaffee bekommt (sie kann sich sogar dran erinnern wie ich ihn trinke!  Da staunt man) sondern sie macht auch eine wunderbare Skalpmassage beim Haarewaschen.  Wenn ich die Lotterie gewinnen würde dann wäre ich jede Woche mehrere Male beim Friseur nur zum Haarewaschen.  Hach.

Ist schon interessant dass ich mir eine Maniküre etwas anders vorgestellt habe.  Aber ich bin ja so was von froh dass ich es nicht weiter vor mir herschiebe!  Manche Sachen muss man einfach machen um zu wissen was was ist.