Äh, nö, nicht für mich danke.
Vor kurzem habe ich diesen Blog Post gelesen von einer jungen Frau die ihre Klamottenanzahl äusserst gering hält, - eine wirklich sehr minimalistische Garderobe. Sie hatte geschrieben wie sie es macht ihre Anziehsachen auf nur so sehr wenige Exemplare zu beschränken. Es war wirklich faszinierened.
Sie schaut ihre Kleidung
gegen Ende einer Jahreszeit durch: sie holt alles aus ihrem Schrank heraus (das
ist nicht so schwierig, sie hat wirklich wenig Sachen) und prüft dann jedes
einzelne Stück ob das auch wieder einen Platz im Schrank erhält, - oder nicht.
Wenn sie etwas für die
gesamte Saison nicht getragen hat: weg damit. Wenn es etwas besonderes ist und
sie es innerhalb des ganzen letzten Jahres nicht getragen hat: auch weg. Wenn
es ein Erbstück ist das nicht weg kann: gut verpacken und im Dachboden verstauen
(ich hab aber das Gefühl dass sie da auch nicht viel hat). Wenn ein Stück
Löcher oder Flecken aufweisst die nicht mehr rausgehen: weg. Wenn etwas
kaputt ist das gerichtet werden kann: in den Korb zum flicken. Wenn etwas nicht
mehr passt (ausgebeult oder sonst verformt) oder ihr nicht wirklich steht: weg
damit.
Wenn es andererseits ein
Kleidungsstück ist das sie heiss und innig liebt, das ihr steht und das sie
tragen will, - das aber nicht nicht mehr passt oder kaputt ist oder sonst was:
dann geht sie los zum Einkaufen um es zu ersetzen. Aber eben nicht
zielloses einkaufen, sondern ganz eine ganz bewusste Suche nach diesem
bestimmten Stück. Irre, was?
Und das fand ich
faszinierend: die bewusste Planung durch die sie zu jedem Stück kam. Dass
alle Sachen ihren Platz in ihrem Schrank und ihrem Leben errungen haben.
Dass es da nichts gab dass nur rumhing und muffige Stimmung verbreitet.
Von daher macht mich diese Vorgehensweise an. Nur wäre ich nie damit
zufrieden nur so an die 15-20 hängende Klamotten und nur 12 zusammengefaltete
Sachen zur Verfügung zu haben (das schliesst Unterwäsche nicht mit ein, die hat
sie nicht mit fotographiert). Das fand ich so richtig gut: alles was sie
besitzt das passt und steht ihr. Es ist ganz bestimmt etwas das ihr
gefällt (sonst hätte sie nicht ausgerechnet diese bestimmte Klamotte wenn sie
doch schon so wenig hat), oder das sie sogar sehr liebt. Nichts hat
Löcher oder peinliche Flecken, sonst wäre es aussortiert: da braucht man sich
keine Gedanken machen was machen tragen kann: alles ist in Ordnung und man kann
sich schnell eine
Klamotte grabschen ohne lange kucken zu müssen.
Das ist eigentlich kein Luxus sondern etwas das einem sehr gut tut: keine Zeit mit langweiligem Kucken und Prüfen und Überlegen verbringen zu müssen. Da kann man sich per Farbe aussuchen nach was einem grad ist, und bei so wenig Sachen weiss man auch genau was man hat und wie es kombinierbar ist.
Die Autorin trägt alles im ‘Layer-look‘, wie heisst das noch auf deutsch? Zwiebel-look ist es ja wohl nicht, oder? Wenn man ein paar Lagen mehr trägt wenn es kalt ist, und etwas ausziehen kann wenn es einem zu warm wird. Dieses.
Was mit dieser Verfahrensweise auch recht gut klappen müsste ist dass sich so langsam über Zeit weg zeigt was an Klamotten einem steht, gefällt und gut tut. Wenn man Sachen nicht besonders oft trägt dann weiss man oft nicht dass es gar nicht mehr das richtige für einen ist. Wenn ein Kleidungsstück eins von recht wenigen ist, dann muss es sich seinen Platz verdienen und auch wirklich was taugen. Das macht mich wirklich an dabei.
Was mir nicht so gut gefallen hat, und warum ich denke
dass eine minimalistische Garderobe nichts für ist: mir wurde beim Anblick richtig
bange zumute: wo sind denn die ganzen Farben? Die Frau hatte nur so drei: ein
Hemd war wunderbar hellblau, etwas anderes hatte diese golden grüne Farbe, also
schön satt, und alles andere war “Farbe“ neutral – also weiss, grau, bräunlich,
beige, dunkel und schwarz. Sonst hatte
sie keine tatsächlichen Farben. Kein violett, blau, rot, rosa, gelb, orange
oder andere Grüns. Das wäre mir zu beschränkt, zu einengend. Wenn mir nach einer anderen Farbe zumute ist dann
möchte ich gern nach dem T-Shirt in dieser Farbe greifen. Schön wäre natürlich wenn ich etwas anderes
als ein T-Shirt in farbigen Farben hätte.
Leider sind die meisten meiner Klamotten schwarz. Auch sehr langweilig.
Das möchte ich ändern.
Ich will mehr Farbe in meinen tragbaren Klamotten, und ich will weniger
haben: keine überwältigende Masse an Zeugs das mir über den Kopf gewachsen ist
und einfach nur noch Wust darstellt, eine beschwerende Last.
In der Hinsicht war der Blog Post wirklich sehr
interessant: es gibt mir ein paar Ideen auf was ich Acht geben kann wenn es
darum geht Kleidung auszusortieren bei denen ich mir im Zweifel bin ob ich sie
noch will.
Wollen schon, aber brauchen?