Thursday, 24 March 2016

Harmonie ist schöner!


Na so was, diesen Post hier wollte ich schon vor den vier oder so vorigen reinstellen und hab es wohl nicht als beendet betrachet, oder so? Keine Ahnung. Mit Verspätung aber trotzdem:


Diese Woche hatte ich mit einer Freundin gesprochen die ich sehr darüber bewundere dass sie zu einer Therapeutin gegangen ist um einiges durchzusprechen.
Sie hat mir nicht viel darüber gesagt was so im argen lag bei ihr aber sie erzählte einer dritten Freundin was auslöste dass sie hin ging: sie fühlt sich von einigem in ihrem Leben überwältigt und vielleicht auch etwas bedrängt.

Sie hat dann die Therapeutin nicht als solche, in dieser Rolle eben, gesehen sondern nannte sie immer 'die Frau mit der sie Zeugs besprechen geht'. Das hat ihr glaube ich gut getan, dass es sich auch nicht so bierernst angefühlt hat.
Daraus hat sich dann am Ende herausgeschält dass meine Bekannte gerne Hilfe damit hätte dass sie so sehr viel zuhause ansammelt und es nicht den Kram und Gruscht wieder loszuwerden.

Die Therapeutin hat ihr dann Gruppen empfohlen und nun geht sie zu einer dieser Gesprächsrunden. Es war sehr interessant mit ihr darüber zu reden was da bei vielen los ist dass sie zum "Messi" werden. Es sind oft Krisen die das auslösen, es geht um emotionelles das in einem angesprochen ist und das man nicht leicht von alleine lösen kann. Oft ist das Festhalten an diesem ganzen Kram ein Versuch Kontrolle zu behalten oder zu erlangen (und darin liegt die Ironie: genau die Kontrolle verliert man wenn man zuviel Zeug um noch den Überblick zu behalten. Ertrinken in Gerümpel hat nun absolut nichts mehr mit Kontrolle zu tun). Manchmal sind es Erinnerungen an glückliche und gute Zeiten die man versucht festzuhalten... Da ist so einiges los.

Ich hab oft gefunden dass ich soviel Zeug herumstehen und liegen habe weil ich jeden freien Raum so sah dass da nun Platz ist um was reinzuquetschen. Und dann ist es ja auch kein Wunder dass ich nichts losgeworden bin, weil damit diese komische Sache freiwurde: leerer Platz!

Inzwischen finde ich dass leerer Platz einen sehr wichtigen Zweck hat: der Platz um ein Objekt herum hebt den Wert des Objekt weil wir es besser sehen können, dass es dort glänzen kann.
Das Widersinnige ist ja auch dass um so mehr man an Zeug loswird, um so mehr schätzt man die Sachen die übrig bleiben.

Und das schaut dann auch so schön harmonisch aus! Platz und weniger Sachen.



Der andere Grund warum ich über dieses Thema (schon) wieder reden wollte ist mein Stash, beides an Wolle und an Stoffen. 'Stash' is das schön kurze englische Wort für eine Anhäufung an Zeugs aus dem man schöpfen will wie einem Schatz, - und wenn es der übermässige Stash geworden ist, dann fühlt sich das schon nicht mehr als eine Sammlung an, aber dann zu einem Übermass an Sachen gewachsen ist mit dem man nicht mehr so wirklich zurecht kommt. Stash is allerdings einfach nur die Ansammlung selber, und das übermässig Angehäufte und dann der Stash der ins uferlose angewachsen ist.

So 'n Ding.

Ich habe Schwierigkeiten mit der Unzahl an Wolle und Stoffen die ich besitze. Ich dachte schon dass ich das alles mehr in Griff bekommen hätte (schön wär's), aber leider hab ich seither nochmal einige Behälter gefunden in der NOCH mehr von dem Zeug drin ist!
Ich glaube nicht dass ich das alles jemals aufbrauchen können werde, und noch trauriger ist dass ich es nicht vor mir selber verantworten kann mir etwas neues an Stoff oder Wolle kaufen, schnief! Ich mache das trotzdem und das Gefühl NOCH mehr in mein Zuhause zu stopfen ist gar nicht gut. Das fühlt sich sogar recht mies an.

Ich bin schon einiges losgeworden wenn mir bewusst wurde dass ich diesen Stoff oder dieses Garn nie verwenden werde weil er mir doch nicht gut genug gefällt, oder was ich sonst an Gründen finden konnte. Ich suche angestrengt nach guten Gründen! Das verspreche ich.
Ich hab immer noch viel zu viel.

Eine Methode zum viel verbrauchen ist einfach mit einem Stoff oder Garn loszulegen und draufzu zu machen. Da kann dann keine Organisationsversuche Verzögerungen einführen. Da tut sich schon mal was.



(Ich mache ein anderes Mal weiter, das wurde hier schon zu lange!)

Wednesday, 23 March 2016

Diese kleinen Errungenschaften

Hurra! Ich bin wieder daran Sachen zu erledigen und so ein bisschen hier und ein bisschen dort alles mögliche aufzuarbeiten.

Ist das ein tolles Gefühl!



Ich hab es geschafft zwei selbst gestrickte Spitzenschals zu reparieren: eins hatte nur ein kleines Löchlein wo der Faden gerissen war, das andere was ein komplizierter Schal mit mindestens zwei Mottenlöcher.

Ach was hasse ich doch die Motten! Sollen sie sich in was anderes reinfressen, aber nicht in meine schönen selbstgemachten Sachen! Statt nur so 2-3 Löchern, hab ich doch glatt sechs gefunden! Ich bin sehr froh dass ich grad in dem Schwung drin war. Für den anderen mit dem gerissenen Faden musste ich mir behelfen in dem ich farblich passenden Nähfaden genommen habe: ich hatte alle Wolle aufgebraucht und konnte mir nicht vorstellen da nochmal was aufzumachen und so abzuketten dass ich genug losen Faden gewonnen hätte. Deswegen hat das ja auch so lange gedauert.

Dann hab ich mich an einen schwarzen Pullover gemacht an dem viel weniger noch zu machen war als ich mich erinnern konnte, das war auch so ziemlich ruckzuck getan - das hatte auch wieder an etwas gehakt das ich nicht wirklich lösen konnte: ich hatte vor sieben Jahren einen Fehler gemacht beim Rückenteil stricken und musste das wieder aufrebeln. Die Wolle blieb dann sehr gekringelt und sieht nicht mehr glatt aus neugestrickt. Ich frag mich ob sich das mit waschen wieder legt. Nun ja, das ist etwas das ich nicht lösen kann und muss das einfach so hinnehmen wenn ich den Pulli tragen will. Sei's drum.



Was noch?

Ich hatte einen schwarzen Rock angefangen zu nähen (eigentlich sollte ich ja meine alten Projekte beenden aber soweit ich das bestimmen kann zählt für mich aller Fortschritt! Ob mit neuen oder alten Sachen - alles ermuntert mich) - und den hab ich auch fertig genäht! Schön ist er auch geworden, nur ist er zu weit an der Taille! Er rutscht mir unter den Bauch. Ach herrje. Da will ich nochmal dran: es gibt zwischen den vorderen drei Panelen die zwei Saumstellen an denen ich gut diese 3 cm abnähen kann - das sollte kein grosses Ding sein. Solange ich das nicht aufschiebe!

Aber dafür ist der Stoff zu schön, und der Rock ist recht erfolgsversprechend - und das ist es was mich anspornt: wenn ich sehen kann dass bei meinen Bemühungen auch was raus kommt!

Also, was hab ich gelernt?

Wenn eine Sache schwierig wird und ich nicht so recht sehe wie das lösen kann, dann bleibt das oft liegen. Auch wenn ich fürchte dass es recht lange dauern wird, dann auch. Die weitere Schwierigkeit bei diesen Sachen ist es dass ich dann vergesse was ich auf die Seite gelegt habe. Ich komm gar nicht mehr drauf was ich rumliegen habe bei dem ein bisschen kucken und überlegen weiterhilft.

Ich komme vor allem nicht drauf dass so was aufgeschobenes vermutlich gar nicht viel braucht um vollendet zu warden, damit fängt das Haken an. Die Sachen zu vergessen macht es dann noch schwieriger.

Warum ich das wohl mache?  Ich schiebe da Zeugs in ein schwarzes Loch das immer grösser wird bis ich etwas daraus hervorhole, und hab damit aus dem Kopf draussen was ich da als 'schwierig' sehe. Es könnte gut das Bestreben sein unangenehmes wegzuschieben.

Zu oft ist man aber auch in einer Stimmung in der dann gar nichts geht. Um so besser wenn ich die Zeiten nützen kann in denen es funktioniert!

Ein Formular hab ich ausgefüllt um ein Zeugnis zu ersetzen dass ich nun schon seit Jahren suche, - ich hab sogar herausgefunden dass ich auch relative leicht eine Kopie anfordern kann. Also mache ich jetzt beides. Das fühlt sich so super und befreiend an dass ich das angepackt habe und dass da was dabei herauskommt!

Dann hatte ich von meiner Arztpraxis nun schon den dritten Schriftbogen angefordert um mich online bei denen zu registrieren. Damit werde ich dann auch Termine übers Internet ausmachen können. Das hatte ich ein Jahr vor mir hergeschoben weil es mit den ersten beiden Schreiben nicht geklappt hat das rechtzeitig durchzuziehen. Ich hatte das beide Male zu spät versucht. Einen davon hatte ich auch verschusselt und es dann gar nicht mehr probiert. Gute Sache dass sie das beim Arzt anstandslos gemacht haben, da gibt es genug Leute und fiel nicht wirklich auf. Sonst hätte ich das bis heute nicht gemacht weil es mir zu peinlich gewesen wäre!

Da geht es wieder um dieselbe Sache: wenn sich etwas als zu schwierig anfühlt, als unangenehm. Dann ist es ja auch kein Wunder warum ich sowas nicht so leicht schaffe, nicht wahr?


Aus dem Grund kann ich Druck von mir nehmen - die Lösung des Problems besteht darin mir einzugestehen dass es nunmal um was schwieriges, unangenehmes geht dass ich nunmal nicht so einfach anpacke...

Vielleicht nützt es mir was wenn ich mir den Schwierigkeitsgrad meiner 'zu erledigenden Sachen' überlege und dann so einteile dass ich mir ein oder zwei einfache Sachen mit einer recht unangenehmen Sache vornehme. Die leichteren Sachen können mir dann das Erfolgserlebnis geben dass ich dann für die schwierige Sache brauchen kann. Vielleicht geht es so?

Saturday, 14 March 2015

Umzugstag

Heute ist Umzugstag.  Ich ziehe wieder um.  Hoffentlich für etwas länger als diesmal: in sechs Monaten wieder umziehen zehrt echt an einem.  Eine Erkältung droht auch noch auszubrechen, das kann ich im Moment gar nicht gebrauchen - ich ignoriere es also entschlossen und kämpfe mich durch. Ich werde dann vermutlich am anderen Ende ins Bett fallen und mich der Erkältung ergeben aber das steht auf einem anderen Blatt.

Erstmal ist umziehen angesagt.

Es lief bis jetzt alles ganz gut: ich habe das neue Zimmer angeboten bekommen dass ich so sehr gern wollte.  Die Nachmieterin kann auch dann einziehen wenn ich umziehen muss: eine Woche später als zuerst ausgemacht.  Die Umzugsfirma die ich auch das letzte Mal benützt hatte, die haben auch Zeit und sogar nochmal den Zeitpunkt auf später am Tag verlegt, was mir äusserst gut reinpasst.

Ich brauche mir kein Self Storage Lagerplatz zu mieten weil im neuen, grossen Zimmer alles reinpassen wird das ich habe.  Und ich habe leider verdammt viel.  Ich schäme mich inzwischen fast dafür wieviele Stoffe  und wieviel Wolle ich angesammelt habe.  Ich hatte schon so gut anderes ausgemistet: die Hälfte meiner Klamotten, viele Schuhe, fast alle Videos, einige DVDs und CDs und hab mit dem Papierkram angefangen.  Also ist schon einiges weg.  Ich dachte allerdings dass ich schon sehr viel mehr losgeworden bin.

Ja Pustekuchen!

Ich hab vermutlich dieselbe Anzahl Umzugskartons wie beim letzten Mal.  Ich versteh das eigentlich nicht. Hab ich mir soviel neues zugelegt in nur sechs Monaten?  Das kann's aber doch auch nicht sein?

Vielleicht hängt es aber daran dass ich dieses Mal 'mit mehr Luft' gepackt habe.  Einige meiner Kartons sind nicht ganz so voll wie davor weil ich meine hübschen Aufbewahrungskartons, je einen, in einen Umzugskarton verfrachtet habe, mit anderem ausgestopft, und zukleben.  Das ging wunderbar schnell.  Aber ob in den hübschen Kartons vielleicht doch noch etwas Platz war?  Das weiss ich nicht.

Bin mal gespannt wie es dann nach dem umziehen aussieht.

So, und nu ran an die letzten paar Sachen.  Ich hoffe es sind wirklich nur 'ein paar'.

Monday, 3 November 2014

Ich bin sie los! Hurra!



So was gutes aber auch: ich bin die olle Matratze los bei der ich mich nicht entscheiden konnte was ich mit ihr anfange.

Sie hat ganz schön was gekostet, ich hatte sie nur so neun bis zehn Monate und sie war ja auch wirklich gut für meinen Rücken.

Aber leider musste ich umziehen, in ein möbliertes Zuhause, und habe einfach keinen Platz so ein Mordsdrumm rumstehen zu haben.

Zuerst hatte ich versucht die Matratze auf die andere zu legen, das ging gar nicht. Auf zwei schläft es sich sehr schlecht. Vor allem wenn man schon zu Rückenschmerzen neigt. Gar nicht gut.

An die Wand lehnen ging nicht: zu wenig Platz. Unters Bett ging aus demselben Grund nicht: die Matratze war zu hoch und das Bette nicht hoch genug. Und auf Stelzen stellen ist denke ich auch nicht das Gelbe vom Ei. Andere Räume gingen aus allen möglichen Gründen auch nicht, - da wäre sie nur feucht geworden und ich hätte sie weiss der Teufel wann dann doch loswerden müssen.

Zuletzt hatte ich sie dann an den Wandschrank lehnen gehabt - und ich wollte sie immernoch nicht wirklich weitergeben.  Das hab ich dann aber doch gemacht.

Hab es auf die hiesige Webseite gestellt über die Leute Sachen kostenlos weitergeben die sie nicht mehr behalten wollen oder können.

Die vier ersten Interessenten konnten oder wollten sie dann doch nicht. Zu schwer für einen zum wegtragen, und ein grosses Auto brauchten sie auch.  Also hab ich's zwei Tage später nochmal reingestellt und hatte wieder vier Interessenten.

Und die erste von denen hat auch so richtig Nägel mit Köpfen gemacht!  Sie hat nicht lange gefackelt, hat denselben Abend ausgemacht, sich jemand zweiten geschnappt und ist dann mit einem dieser Autos vor der Tür gestanden die nach hinten gerade weitergehen: da ging die Matratze dann auch wirklich wunderbar rein!

Schwupps war sie drin, und ich war sie los!  Das ging so schnell dass ich gar nicht wusste wie mir geschah.

Die Dame hat mir dann sogar nochmal getextet um sich widerholt zu bedanken: meine Matratze hätte wirklich ein gutes neues Zuhause gefunden. Ah! Da freut man sich.

~ ~ ~

Und das allerwunderbarste ist was das für eine Erleichterung ist ein Hindernis im Raum los zu sein: ich muss nicht mehr drum rum steigen, da ist jetzt Platz zum durchlaufen, ich fühle mich als ob ich wieder atmen kann und das war mir gar nicht aufgefallen davor.

Wer weiss was zu dem Zeitpunkt ist zu dem ich sie wieder gebrauchen könnte: da brauch ich dann vielleicht eine grössere! Das wär recht gut. Und man kann ja nie wissen.

Das nächste wird jetzt sein meine ganzen Nähutensilien besser zu verstauen.  Ich kam an die Kommode nicht dran in die alles reinsoll - das mach ich als nächstes. Ich hab auch einige weisse Kartons von Ikea besorgt in die alles mögliche reinkann: zusammen gefaltete Sommerkleidung, Stoffe, Wolle, Krimskrams, Dokumente, sogar Bücher, Zeitschriften, Briefe und sonstiges - einiges was ich auch noch durchschauen will. Aber so viel einfacher es aus einem Karton holen zu können statt irgendwo in einer Tüte versenkt zu haben die sonst wo rumgurkt in der Gegend.

Wenn ich jetzt nur schon mein Schnittpapier wieder finden könnte, dann wäre ich sehr glücklich. Nach dem suche ich schon eine Weile.  Ich kann es nicht mehr abwarten bis ich an meine gut organisierten Nähsachen ohne grosses Suchen kann!  Da mach ich auch ganz viel im Moment: ich räume immer wieder was um und einiges endet in einem besseren Platz als davor. Noch nicht alles aber Rom wurde ja auch nicht an einem Tag gebaut.

So schön praktisch wird das werden! Ach freu ich mich da drauf!

Friday, 31 October 2014

Ziel strebig?

Ich musste gerade so nachdenken, über das Leben, Erfahrungen, was ich vorhabe, was ich erreichen will, was ich überhaupt will - und dabei ist mir das Wort 'Ziel' eingefallen.  Und dass es mir überhaupt nicht gefällt.


Es klingt nach etwas dem man hinterherrennen muss, oder sich tierisch reinhängen um auf diese Zielpfosten zu zu rennen - um sie dann irgendwann zu erreichen.  Zu versuchen zu erreichen.

Bei allem was ich mit Zielen verbinde geht es um unerreichtes, nicht geschafftes.  Es ignoriert den Werdegang, den Prozess etwas zu lernen: zu leben und zu erleben.  Voll im Leben zu stehen, zu geniessen, richtig durch zu atmen!

Es scheint mir so dass der Fokus auf ein Ziel unterwertet was man unterwegs lernt, wie man daran geht ein Ziel zu erreichen.  Es scheint mir alleine darum zu gehen dieses Ziel auch zu erreichen. Und sich sehr abzumühen dabei.

Und was dann?

Man könnte neue Ziele setzen, ja okay, oder eins das man nie erreichen kann - wie deprimierend wäre das?

Ich schiele schon genug auf Sachen die in der Zukunft liegen: der Zeitpunkt von dem ab die Tage wieder länger werden, den Tag an dem die Uhren wieder auf Sommerzeit umgestellt werden, die Frühlingstage in denen es wieder wärmer wird...

Ich will nicht auch noch mir irgendwelche blöden Ziele vornehmen und dann unter dem Gefühl leiden dass ich die sowieso nicht schaffe.

Stattdessen will ich lieber Absichten formen, Ideen und Überlegungen mit deren Hilfe ich im Hier und Jetzt lebe - Erfahrungen mache, dazu lerne, mein Leben leben in dem ich was erlebe.

Nix von wegen Ziele stecken, auf 'morgen' schielen. Ich will lieber bewusster leben, jetzt und hier, und mich daran freuen.



Wednesday, 22 October 2014

Weniger!

Ich habe eine aufregende Entdeckung gemacht: wenn man recht wenig Klamotten hat dann schätzt man sie um so mehr!

Ich trage auch die Kleidungstücke die nach meinem Ausmisten übriggeblieben sind mehr, und was das allerbeste ist: ich finde sie so sehr viel leichter wieder!

Wie befreiend, erleichternd und wohltuend sich das anfühlt!  Ich bin ja so froh dass ich das jetzt rausfinde und nicht erst in zig Jahren!  Okay, hätte ich auch schon früher haben können, aber ich hab nun mal nicht und warum vergossener Milch hinterher heulen?  Das bringt’s nicht.

Jetzt ist besser!

Das ermuntert mich sehr danach auch andere Bereiche meines Wohnens und Lebens in Betracht zu ziehen und überlegen zu können: was davon kann weg damit ich mich leichter und unbeschwerter fühle?  Damit ich so richtig aufatmen kann?

Das sind ganz andere Überlegungen als die wie ich es schaffen kann mich von meinen langgehegten lieben Sachen zu trennen.  Deren Anzahl war zwar eine Bürde und das hab ich auch voll eingesehen, aber ich wusste nicht wie gut es tut wenn man das Übermass los wird.

Es ist wirklich herrlich, ich kann es nur empfehlen!  Ein Riesen Lob aufs Loswerden!!

Hip, hip, hurra und all das.


Zwei der Bereiche die unwahrscheinlich lichter werden müssen sind meine Vorräte an Stoffen und Wolle.  Das üble daran ist dass ich nicht finden kann wonach ich suche wenn ich ein neues Projekt anfangen will.  Ich muss mich dann mit etwas begnügen das mir nicht wirklich vorschwebte.  Das fühlt sich nicht so doll an.

Andererseits habe ich auch einige Stoffe und Garne bei denen ich ganz genau weiss was ich daraus machen will.  Ich hab bestimmte Projekte im Kopf und vor dem inneren Auge – der Trick ist nur zu denen auch zu kommen.

Das ist mir leider schon seit einer Weile klar: ich kann nur eine bestimmte Anzahl an Klamotten und Sachen pro Jahr nähen oder stricken und ich hab genug Vorrat für einiges mehr als 30 Jahre. Ich werde es nie aufbrauchen.

Ich hab schon so ein paar Stoffe und Garne auf einmal mit zu Näh- und Stricktreffen genommen und versucht weiterzugeben.  Zum Teil konnte ich auch, manchmal musste ich einiges wieder mit nachhause nehmen.  Ich hab mich mit dem ganzen Zeug total vertan als ich es gekauft hatte – das war eine Freude!  Nur inzwischen sitze ich auf dem Zeug und weiss nicht was damit tun.

Die letztendliche Lösung ist die Materialien die ich gar nicht mehr brauchen kann und auch nicht loswerden kann, dann halt an charity shops weiterzugeben.  Oder die Stoffe dann halt in den Kleidercontainer am Supermarkt zu schmeissen.  Aber das tut mir schon sehr leid um die schönen Sachen.

Die ollen Teile hab ich ja schon vor langem auf die Weise entsorgt, es sind die schöneren Sachen die übrig geblieben sind.  Quilten ist eine gute Methode viel Stoff auf einmal aufzubrauchen: um die Patchworkteile für Quilts zu machen, da geht schon einiges an Stoff und vor allem auch kleinere Stücke von vielen Stoffen dabei drauf.  Ich sollte, und will ja auch!, mich auf Projekte einstellen die kleiner sind: nicht nur die grossen Quilts die ein ganzes Bette bedecken, sondern Taschen und Stoffbeutel, Kosmetiktaschen, Platz Sets, Tischläufer, was zum Aufhängen, Kissenbezüge... Da gibt es einiges.  Sogar so Sachen wie Beutel für Wäscheklammern oder Etuis für Scheren oder sonst was!  Sogar Hausschuhe oder Krawatten – naja, an so was mach ich mich eher nicht, lieber Taschen!

Mal sehen wie das läuft.

 
Der nächste Schritt wird es sein mein Zimmer so einzuräumen dass ich sehr leichten Zugang zu meinen ganzen Näh- und Stricksachen habe. Ich bin erst vor kurzem umgezogen und noch nicht so eingerichtet dass ich auch tatsächlich das finde was ich brauche.  Da passiert es dann dass ich was anfange und nicht weiterkomme weil ich den Markierstift nicht finden kann, oder finde es ungemein schwieriger ohne einen Auftrenner zu leben.

Sobald die Handwerker da waren und das Fenster gerichtet haben: ab da will ich mich wieder drauf stürzen.

Wünscht mir Glück! Und natürlich auch gutes Vorankommen – was ich auch allen wünschen möchte die diesen Blogpost lesen sollten.  Was liegt bei dir so an, was willst du verringern oder bewältigen? Irgendwelche schöne Pläne um etwas zu machen?

Monday, 6 October 2014

Weitere Überlegungen

Wie geht das eigentlich uns zu bessern mit etwas das wir früher nicht konnten?



Ich überlege immer noch warum mir das Aufräumen so schwer fällt und das wird noch ne ganze Weile so weitergehen: an was liegt es?  Vielleicht bin ich ja nur furchtbar faul und will nicht aufräumen?  Das könnte schon sein.
Der Punkt der diese Überlegung aufhellen könnte ist dass es für mich früher z.B. wahnsinnig schwierig war pünktlich zu sein.  Ich kam nie früh genug an und hab mich ständig über mich selber geärgert.  Und andere damit geärgert.

Das ist heute viel besser.  Eine Freundin fragte mich neulich was sich für mich geändert hat seit ich das besser hinbekomme (!) Das ist eine interessante Frage!  Da wäre ich nie drauf gekommen mich das zu fragen.
Da gibt es mehrere Punkte: ich will nicht immer wieder die Leute enttäuschen die sich mit mir treffen wollen – das fühlt sich gar nicht gut an als der Mensch gesehen zu werden der einfach nicht zuverlässlig ist.  Ich hab mich von mir selber enttäuscht gefühlt und das sass mir im Nacken.  Scheussliches Gefühl.

Und dann hab ich herausgefunden dass ich versucht hatte zu dem “perfekten“ Zeitpunkt loszugehen.  Damit ich nicht zu früh da stehe und mir die Beine in den Bauch stehe.  Das hat sich angefühlt als ob es vergeudete Zeit war.  Grad wenn es drum ging rechtzeitig in der Arbeit sein zu müssen.  Den Druck mochte ich gar nicht.  Das mir aber das zu spät kommen noch mehr auf dem Magen lag, das hab ich irgendwie nicht auf die Reihe gekriegt.  Viel angenehmer etwas Zeit zu haben zum verschnaufen, einen Kaffe machen, oder sogar als ich mal ewig zu früh dran war (so an die 20 Minuten), da hab ich mich einfach hingesetzt und gestrickt.  Das hat Spass gemacht!

Aber zu diesem vemeindlichen “perfekten“ Zeitpunkt los zu wollen, das war eine viel zu hohe Erwartung.  Heute hab ich da noch einen Grund weniger: sobald ich irgendwo etwas Zeit habe, da kucke ich mir irre gerne meinen Twitterfeed an.  Problem gelöst!


Das Aufräumen läuft da auf anderen Schienen.  Es ist schon sehr entmutigend wenn sich das als diese Herkulesarbeit anfühlt: man fühlt sich als würde man ständig aufräumen und wird damit nie fertig.  Es ist nie fertig aufgeräumt.  Da ist immer und immer wieder mehr zu tun!  Es fühlt sich endlos und undankbar an.

Vielleicht liegt die Lösung in einer guten Strategie die ich anwenden kann damit ich dieser Hoffnungslosigkeit nicht mehr so arg ausgesetzt bin?  Vielleicht gelingt es mir ja weniger Unordnung zu kreiieren?  Meistens ist es so dass ein paar Handgriffe später alles schon wieder total durcheinander ist und wieder die tierische Anstrengung erfordert schon wieder aufräumen zu müssen.  Das hab ich ja so was von satt.  Nervig.

Ich habe es mir mit manchen Sachen angewohnt die Strategie von “Echtzeit“ anzuwenden: wenn man schon mal was macht (etwas weglegen) dann soll es auch zählen.  Wenn ich also meine Schere weglege dann lege ich sie sehr oft dahin wo sie hingehört.  Ausser ich weiss ich brauch sie gleich noch mal.  Aber sonst ist sie weggelegt.  Das tut gut.

Ein Gegenstand ist nur dann aufgeräumt wenn er an seinem richtigen Platz ist.  Dafür muss ich entschieden haben was der richtige Platz ist.  Manche Sachen wandern von einem Ort zum anderen und ich wundere mich warum: ich hatte aber nie entschieden wo das Teil "leben" sollte. Natürlich war's dann nirgendwo an seinem richtigen Platz. Ist ja logisch.

Eine weitere gute Strategie scheint mir zu sein weniger Sachen zu haben die sich gegenseitig im Weg umgehen können. Ist ja auch weniger zum wieder aufräumen.  Dann sollte dann alles was ich behalte einen wirklich wichtigen Zweck haben und eine geschätzte Funktion erfüllen.  Da geht's also schon wieder darum mir was zu überlegen und bewusster mit diesen Objekten umzugehen.  Sehr interessant.


Ich möchte sehr gern eine Strategie anwenden zum entrümpeln: "Ein Teil rein? Dann auch ein Teil raus". Wenn ich mir was neues zulege dann muss ich etwas anderes loswerden.
Ich brauche ein bisschen mehr Stauraum (unterm Bett und als Stapel an Kartons) aber ich muss ganz arg aufpassen dass ich diese Behälter nicht einfach vollmache weil ich sie habe.  Da muss dann jedes einzelne Teil den Test der Notwendigkeit bestehen. Nicht nur dass es was taugt sondern dass es zwingend notewendig ist - das ist die Frage.

Ich hab das Gefühl dass ich mir vieles zugelegt habe weil ich konnte. Weil ich es als Bereicherung gesehen habe die ich nicht missen will.  Als ob ich mein Happiness damit messe wieviel ich mir leisten kann.  Das ist absoluter Schmarren! So denke ich sonst nicht, also warum dann mit Besitztümern?
Und da ist es mir dann aufgefallen: als ich beim Umziehen alles mögliche losgeworden bin - das hat sich so angefühlt als würde ich einen Teil von mir selber (so als ob etwas ein Stück meines Körpers wäre) von mir abreissen und verschmähen. Also so was!

Da betrachte ich meine Besitztümer als die Summe dessen was ich auf dieser Erde mein eigen nennen kann. Da hab ich mich dann doch recht nahe am Wasser gebaut gefühlt - ich fing schier zum heulen an.  Gottseidank hat's nicht lange gedauert und dann hab ich mich wieder beruhigt.  Wie oft geht es mir so dass ich etwas tatsächlich vermisse nachdem ich es wegschmeisse? Kaum jemals (ein Kleid hätte ich gerne wieder, aber es ist wirklich nur eins!) - und noch wichtiger: an wieviele Sachen kann ich mich erinnern die ich losgeworden bin?

Hah! An kaum was. Und wenn dann aus dem Grund weil mich dieses Teil furchtbar geärgert hat - aber ganz bestimmt nicht weil ich es vermissen würde.  Also bin ich doch ganz gut zu unterscheiden ob was aus meinem Leben verschwinden kann.  Da sollte ich ein bisschen mehr Vertrauen in die Fähigkeit haben!


Ich bin ja mal gespannt ob mir noch mehr zu diesem Thema einfällt.