Hach, ist das toll: ich mache Winzlingsschrittchen die zu mehr Harmonie in meinem Lebensbereich führen. Ist das schön!
Weil Aufräumen so oft diese Riesenanstrengung ist, verleidet mir das es öfter zu machen. Ich muss dann wenn Besuch kommt, weil ich mich sonst schäme wie es bei mir aussieht.
Das wurde mir neulich wieder sehr bewusst als ein Mitbewohner mein Zimmer mit kritischem Blick betrachtete. Das hat sich gar nicht doll angefühlt, vor allem als ich mir vorgestellt hatte wie ich das selber mit den Augen eines anderen sehen würde (man ist sich selber gegenüber ja am kritischsten). Also nach Harmonie schaut es hier nicht wirklich aus.
Wie geht es sonst - wenn nicht als Kraftakt der Riesenaufräumerei?
Winzlingsschrittchen!
Und nu klappt es viel, viel besser! Mir fällt immer wieder so eine Kleinigkeit auf die nicht dahin gehört wo sie gerade rumpflätzt und sich den Lenz des Lebens macht - sehr oft weiss ich sogar wo das stattt dessen hingehört und viel besser aufgehoben ist. Und wenn ich gar nicht weiss wohin mit dem störenden Teil: dann überlege ich mir wo ich es suchen würde wenn ich es das nächste Mal brauche - dann ist es oft sehr schnell klar wo es hin soll.
Ich kucke mich inzwischen auch immer wieder um um wahrzunehmen was mir sonst entgeht: was eben an kleinen Sachen rumliegt oder welche Ecken und Fleckchen vernachlässigt aussehen (es gibt noch einige davon, den Perfektionismus will ich mir abschminken - also gut so), und dann geh ich hin und trage es dahin weg wo es am Platz ist. Oder räum auch mal ein Fleckchen frei, wische, und verstau meine Besitztümmer wieder. Da kann auch mal was woanders hin. Hurra!
Dieses Übersehen war mir schon lange bewusst, aber wie lösen hatte sich mir nicht eröffnet. Deswegen ist es super prima und wunderbar aufbauend zu sehen dass mir diese Kleinigkeiten im Moment immer wieder auffallen.
Selbst wenn es nur ein Packen Tempos ist, oder ein paar Strickmarkierer - wenn ich es sehe und wahrnehme dann kann ich es an seinen Platz tragen. Und was da zum Teil mitten im Weg rumliegt ohne dass ich es sehe! Eiderdaus, es ist erstaunlich.
Ich hab gerade ein Knäul Wolle unterm Computermonitor 'gefunden' mit dem ich zuletzt gestrickt hatte. Das ist jetzt im selben Beutel mit der anderen Wolle für das selbe Projekt. Als ob man blind wäre?
Es ist das immer wieder anpacken das einen Unterschied macht. Was für eine Erleichterung das zu erleben! Das baut mich total auf. Ich hoffe das hält lange an. Ich will dem Perfektionismus vorbeugen, der ist ein Hindernis und wirkt damit genau in die falsche Richtung: hemmend.
Inzwischen schaut es schon viel besser aus bei mir - und es bleibt auch länger so als früher. Die Ecken und Plätze die noch nicht salonfähig sind und die ich leicht übersehe, an die will ich mich peu a peu machen. Nur ja nicht wieder einen Kraftakt: nach denen ist viel zu lange Sendepause.
Ich hab auch Behälter von denen ich mir erhoffte dass in ihnen das Zeug gut aufgehoben ist, - aber die quellen oft über und haben sich so wie ich sie benütze noch nicht bewährt. Es ist halt auch ein Fleck an den ich näher hinkucken werde wenn er dran kommt: ich lege zu leicht Sachen obendrauf: auf den Tisch, oben auf den Drucker oder sonstwo ohne diesen Ramsch gleich wegräumen zu können: Wäsche, Bettwäsche, Papiere, Broschüren, "Abgestelltes"... ich weiss gar nicht was sich sonst noch so ansammelt.
Das kann ich noch nicht sein lassen, das passiert mir immer wieder. Da mache ich wohl einen Schritt und nicht den weiteren: die Sachen weiterbefördern bis sie am richtigen Platz sind. Mal sehen was da noch so dran ist.
Eine andere Sache die schon geholfen hat; ich hab einen schönen Beutel genäht für ein Paar Wildlederschuhe die ich nicht oft anziehe. Sie sind sehr hoch. Der hübsche Beutel schaut wie schmückende Innenausstattung aus, der kann bleiben. Die Idee will ich auf anderes auch anwenden.

Meine angefangenen Nähprojekte landen oft weiss der Teufel wo: unter dem Nähtisch, am Haken der Tür, neben einer Kommode, auf einer anderen Kommode und auch noch im Kleiderschrank. Ich möchte gerne einen schliessbaren Plastikbehälter (in denen grad meine Stoffe sind) dazu umfunktionieren in einem davon meine Nähprojekte aufzubewahren: an einem Ort (und die hängenden Sachen weiter rechts im Kleiderschrank. Also zwei Orte. Okay). Ich bin total scharf darauf soviel Stoffe wie nur möglich aufzubrauchen und hab das Gefühl dass ich mich von anderen trennen werden muss weil mir der ganze Haufen Stoff über den Kopf wächst. Und ich hab oft nicht genau den Art an Stoff (Dicke, Gewicht, Webart, Elastizität, Farbe, Muster usw) wie ich ihn brauche um ein neues Projet daraus zu nähen. Mist.
Ich hatte in den letzten zwei Wochen 3-4 Sachen genäht, darüber bin ich sehr happy.
PS: diese Schuhe die kleine Schritte symbolisieren sollen die hab ich seit letzter Woche nicht mehr: ich hatte das nagende Gefühl dass mit ihnen etwas nicht mehr stimmte und dass ich nur noch nicht entschieden hatte sie wegzuwerfen (warum? Häh?). Also bin ich kurz reingeschlüpft: ein Absatz hat sich an der Sohle gebogen hat und dann konnte ich sie kurzerhand in den Abfall befördert. Was für eine Erleichterung!